Die Polizei warnt vor Abzockern

Paypal-Betrug und Fake-Shops: Hochwasser-Opfer werden zum Ziel mieser Abzocke

Das Hochwasser in Hagen sorgt für zahlreiche Schäden.
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Betrüger wollen sich aktuell am Leid der vom Hochwasser betroffenen Opfer bereichern.

Die Hochwasser-Katastrophe hat zahlreiche Leben gekostet, erheblichen Schaden angerichtet und Existenzen zerstört. Jetzt wollen sich Betrüger daran bereichern.

NRW – Die Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz hat Menschenleben, Existenzen und Wohnräume zerstört. Als wären die traumatischen Ereignisse nicht schon schlimm genug, versuchen aktuell einige dreiste Betrüger daraus Profit zu schlagen und haben es auf die Opfer des Hochwassers abgesehen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
KatastropheHochwasser
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Betrüger wollen aus dem Leid Profit schlagen

Nicht nur, dass Hochwasser in NRW und RLP ganze Ortschaften zerstört hat, und Behörden in den Überschwemmungsgebieten Corona-Hotspots befürchten, jetzt muss die Polizei Köln auch noch vor dreisten Betrügern warnen. Sie wollen sich an dem Leid anderer bereichern.

Dabei gibt es laut Polizei Köln aktuell verschiedene Maschen, die Betrüger anwenden, um an Geld zu kommen. Entweder sie bieten vermeintliche Werkzeuge an, die aktuell vermehrt benötigt werden, liefern aber nie. Oder sie geben sich als Handwerker aus und verlangen eine Vorauszahlung. Besonders dreist wird es, wenn angebliche Spendenaufrufe gestartet werden. Das Geld aber einbehalten wird.

Nach Hochwasser-Katastrophe in NRW: Betrüger bieten angeblich Bautrockner an – liefern aber nie

Fake-Shops: Die Polizei Bonn ist mittlerweile drei Fällen auf der Spur, in denen vermeintliche Bautrockner verkauft wurden, aber nie beim Käufer ankamen. Die Betrüger haben einen Fake-Shop aufgezogen und von ihren potenziellen Opfern die Zahlung in Vorkasse verlangt.

Die Polizei warnt daher: „Hinter Online-Shops können sich Betrüger verbergen, die mit sogenannten Fake-Shops (gefälschte Online-Shops) Online-Einkäufer abzocken wollen.“ Das Tückische an Fake-Shops: Oft ist es nur schwer zu erkennen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Teilweise kopieren Betrüger existierende Seiten komplett und wirken daher seriös.

Bevor man blind online Waren einkauft, sollte man sich den Shop ganz genau ansehen.

Nach Hochwasser in NRW: Paypal-Abzocke möglich – Polizei warnt vor Fake-Shops

Ist die Ware bestellt und bezahlt, erhalten die Geschädigten entweder nur minderwertige Ware oder eben einfach gar nichts. Teilweise würden die Möchtegern-Händler laut Polizei sogar Lieferschwierigkeiten vortäuschen, um zu verhindern, dass die Überweisung rechtzeitig rückgängig gemacht wird.

In dem Zusammenhang kann es laut Chip auch zur sogenannten Paypal-Abzocke kommen. Die kommt meist dann zum Einsatz, wenn Privatpersonen oder Firmen über Plattformen wie Ebay, Facebook oder anderen Online-Marktplätzen ihre Waren anbieten. Hat ein potenzielles Opfer sein Interesse an einer Ware geäußert, drängt der Verkäufer schnell darauf, das Geld per Paypal „Freunde und Familie“ zu erhalten.

Video: Sieben Tipps wie man Fake-Online-Shops erkennt

BEtrüger nutzen Hochwasser-Katastrophe schamlos aus: Vorsicht bei Paypal

Das sei angeblich günstiger für Anbieter und Käufer und würde die Abwicklung beschleunigen. Zudem würden die Betrüger laut Chip mit dem Käuferschutz von Paypal argumentieren.

Doch Vorsicht! Wer mit der Funktion „Freunde und Familie“ bei Paypal bezahlt, verzichtet gerade auf den besagten Käuferschutz. Der gilt nämlich nur, wenn die Option „Waren und Dienstleistungen“ ausgewählt ist. Ist das Geld einmal verschickt, ist es weg.

Viele Menschen haben in dem Hochwasser alles verloren, doch damit nicht genug, jetzt versuchen Betrüger Profit daraus zu schlagen.

Abzocke nach Hochwasser-Katastrophe in NRW: Polizei gibt wichtige Tipps

Da die Betrüger oft aus dem Ausland agieren, ist es meist umständlich und langwierig die Fake-Shops zu löschen. Daher gibt die Polizei Köln folgende Tipps:

  • Auch wenn die Ware in einer Notlage dringend benötigt wird: Keine Spontankäufe tätigen. Zunächst sollten Preise mit anderen Händlern verglichen werden. Betrüger werben oft mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen.
  • Käufer sollten sich über den Händler informieren und Bewertungen und Erfahrungen anderer Kunden lesen.
  • Auch die Verbraucherzentrale kann helfen, sie kann oft Informationen zu einem Händler geben.
  • Sichere Zahlungswege schützen vor der Pleite. Der Kauf auf Rechnung ist der sicherste.
  • Sollte man Betrügern auf den Leim gegangen sein, kann man sich bei seiner Bank informieren, ob die Zahlung noch rückgängig gemacht werden kann.
  • Es sollten alle Beweise für den Kauf gesichert werden: Kaufvertrag, Bestellbestätigung, Belege, E-Mails. Diese Unterlagen sollten der Polizei vorgelegt werden, wenn eine Strafanzeige gestellt wird.

Polizei warnt vor Fake-Handwerkern in NRW: horrende Rechnungen und Pfuscherei

Fake-Handwerker: Auch Fälle von vermeintlichen Handwerkern sind der Polizei bereits bekannt. In einem Fall beschreibt die Polizei, wurde eine betrügerische Elektrik-Firma beauftragt und vorab bezahlt. Die angekündigten Reparaturen wurden allerdings nie vorgenommen.

Doch es gibt auch Fälle, in denen wirklich ein vermeintlicher Handwerker auf der Matte stand. „Doch in einigen Fällen pfuschen
diese etwas herum und verlangen anschließend einen vollkommen
überteuerten Lohn für ihre Arbeit“, erklärt die Polizei. Entweder wird auch dann eine Vorabzahlung verlangt oder es wird eine horrende Rechnung gestellt. Die Firmen selbst gibt es meistens gar nicht.

Handwerker nach Hochwasser gebraucht: Vorsicht vor Betrügern

Auch für diese dreisten Fälle des Betrugs hat die Polizei einige Tipps parat, damit man Ende nicht vor einer überteuerten Rechnung steht:

  • Haben die Firmen einen Internetauftritt, sollte der genau begutachtet werden. Fehlt das Impressum? Besteht die Homepage aus lediglich einer Seite? Dann sollte man misstrauisch werden.
  • Auftraggeber sollten im Vorfeld nach möglichen Zuschlägen und anfallenden Anfahrtskosten fragen.
  • Betroffene sollten sich von Dienstleistern nicht unter Druck setzen lassen und einen Festpreis vereinbaren.
  • Für getätigten Arbeiten sollte eine Rechnung gestellt werden. Seriöse Firmen haben keinen Grund, eine Sofortzahlung zu verlangen. Macht der Handwerker Druck, kann notfalls sogar der Notruf unter 110 verständigt werden.
  • Die Rechnung erst bezahlen, wenn wirklich alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt ist.

Spenden-Betrug nach Hochwasser-Katastrophe in NRW: Nicht blind spenden

Fake-Spendenaufruf: Besonders dreist wird es, wenn Betrüger versuchen die Lage der Hochwasser-Opfer auszunutzen, indem sie vermeintliche Spenden für sie sammeln. Das Geld aber am Ende selbst einstecken (weitere Warnungen bei RUHR24).

Aktuell gibt es viele Spendenaufrufe für die Oper der Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz, aber nicht alle sind seriös. Gerade Spendenaufrufe, die in den sozialen Medien gestartet werden, sollten immer kritisch hinterfragt werden. In einem Fall kopierten Betrüger einfach ein Bild eines durch das Hochwasser zerstörten Hauses und riefen zu Spenden auf. Ob dem Aufruf jemand gefolgt ist, ermittelt die Polizei aktuell. Der Post wurde inzwischen gelöscht.

Finanzielle Unterstützung ist aktuell wichtiger denn je, doch sollte nicht blind irgendwohin gespendet werden. Die Polizei rät, Spenden niemals an unbekannte Personen zu übergeben oder zu überweisen. Menschen, die helfen wollen, sollten auf Organisationen und Einrichtungen setzen, die ihnen bekannt sind oder über deren Seriosität sie sich ausreichend informiert haben.

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