Mode-Kette aktuell in der Kritik

H&M verändert Sortiment: Kunden werfen dem Unternehmen Diskriminierung vor

Der schwedische Textil-Gigant H&M wird seine Übergrößen-Kollektion aus den Filialen schmeißen. Für diese Entscheidung gibt es nun ordentlich Kritik.
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Der schwedische Textil-Gigant H&M wird seine Übergrößen-Kollektion aus den Filialen schmeißen. Für diese Entscheidung gibt es nun ordentlich Kritik.

H&M hat eine Strategie-Änderung vorgenommen. Viele Kunden sind davon nicht begeistert und erheben schwere Vorwürfe gegen die Modekette.

  • Viele Frauen fühlen sich derzeit vom Textil-Konzern H&M diskriminiert.
  • Denn das Unternehmen ist offenbar doch nicht so tolerant, wie es immer angegeben hatte.
  • Nach Jahren sollen sich die Filialen drastisch verändern – dafür fliegt eine ganze Kollektion raus.

Dortmund – Jeder Bekleidungskonzern passt seine Kollektionen den aktuellen Trends an und verändert vor allem jahreszeitbedingt seine Stile und Farben. H&M geht nun einen Schritt weiter und schmeißt eine Kollektion komplett aus dem Sortiment. Die Kunden laufen Sturm. Sie befürchten Diskriminierung.

Unternehmen

H&M

Zentrale

Stockholm, Schweden

Gründung

4. Oktober 1947, Västerås, Schweden

Umsatz

25,19 Milliarden USD (2016)

CEO

Helena Helmersson (30. Jan. 2020 – )

Übergrößen: H&M und C&A bieten in Deutschland entsprechende Kollektionen an

Mehr als die Hälfte aller Deutschen sind übergewichtig. Das geht aus Zahlen der Ärzte Zeitung hervor. Kein Wunder also, dass Fashion-Großkonzerne wie H&M oder C&A ihre Kollektionen auch in Übergröße anbieten. 

Konkret bedeutet dies, dass Kleidungsstücke wie Jeans, Shirts und Jacken auch jenseits von Kleidergröße 44 verfügbar sind. Ein Segen für alle Frauen, die es etwas größer brauchen. Doch das ändert sich nun. Zumindest bei H&M. (alle Service-Artikel bei RUHR24.de)

H&M schmeißt Übergrößen aus dem Sortiment - H&M+ verschwindet aus den Filialen

Der schwedische Textilgigant macht Schluss mit Übergrößen und schmeißt sämtliche Stücke seiner großen Kollektion "H&M+" aus den Filialen. Ein riskanter Zug. Kundinnen fühlen sich ausgegrenzt. Doch wie kam es zu der Entscheidung?

H&M begründet seine Entscheidung mit Angebot und Nachfrage. Der Hamburger Morgenpost teilte der schwedische Textil-Gigant mit, dass die Kleidungsstücke aus der "H&M+"Kollektion in den vergangenen Jahren hauptsächlich im Online-Shop gekauft worden seien.

H&M: Übergrößen nur noch online erhältlich - Konzern spricht von Vorteil für Kundinnen

Aus diesem Grund hätte man sich dazu entschieden, das Sortiment komplett aus den Filialen zu schmeißen und es ab sofort nur noch ausschließlich online anzubieten.

Für die Kundinnen hätte das den Vorteil, dass man online eine viel größere Auswahl anbieten könne als in den Filialen. Aber ist das wirklich ein Vorteil?

H&M: Übergewichtige sind bei Hennes & Mauritz nicht mehr willkommen - so scheint es jedenfalls

In einer Zeit, in der es immer häufiger darum geht, Akzeptanz für neue Körperbilder zu schaffen und gegen Size Zero anzukämpfen, wirkt die Entscheidung von H&M wie ein Schlag ins Gesicht. So, als seien Übergewichtige nicht mehr willkommen. Doch gerade das, so das Unternehmen, würde nicht stimmen.

Mittlerweile bieten viele Firmen Übergrößen an. Dass H&M das Sortiment aus seinen Filialen schmeißt, kommt daher überraschend.

"Bei H&M sind alle Kundinnen und Kunden willkommen. Wir schließen niemanden aus. Sowohl in den Geschäften als auch auf hm.com können wir allen unseren Kundinnen und Kunden eine große Auswahl an Kollektionen und Größen anbieten, von denen einige exklusiv online erhältlich sind", so H&M gegenüber der Hamburger Morgenpost.

H&M schmeißt Übergrößen aus Sortiment - C&A und Ernsting's Family haben noch große Größen

Ein Spontan-Kauf beim Stadtbummel mit der besten Freundin oder dem Freund wird dadurch zum Ding der Unmöglichkeit. Oder man wandert zur Konkurrenz ab. 

C&A bietet in seinen Filialen weiterhin große Größen an. Und auch bei Ernsting's Family gibt es mittlerweile eine kleine Auswahl an Übergrößen.

H&M: Wütender Shitstorm wegen Rausschmiss der Übergrößen aus den Filialen

Auf Facebook ist wegen der Abschaffung der Übergrößen in den H&M-Filialen ein regelrechter Shitstorm entbrannt. Unter den neuesten Beiträgen des Schweden-Konzerns posten Kundinnen wütende Beiträge:

  • "Nie wieder Kauf ich bei euch. Ihr wollt mich nicht.... Ich euch auch nicht mehr"
  • "Armutszeugnis H&M! Ihr diskriminiert Kunden. Somit werden wir euch nicht mehr besuchen."
  • "Ich werde euer Geschäft nie mehr betreten. Ich kann mein Geld in x- beliebige andere Geschäfte bringen in denen Übergewichtige gerne gesehen werden. Schämt euch, sowas in der heutigen Zeit geht gar nicht."
Bei C&A gibt es weiterhin Übergrößen in den Filialen.
  • "Mollige diskriminieren? Hoffentlich geht ihr Pleite."
  • "Ich weiß schon, warum ich lieber bei C&A kaufe."
  • "Ihr könnt eure Klamotten behalten! Auch meine schlanke Tochter wird sicher nicht mehr bei euch einkaufen. #fatshaming"

Letztendlich bleibt abzuwarten, wie viele der Kundinnen ihr Vorhaben tatsächlich umsetzen und nicht mehr bei H&M kaufen werden. Und inwiefern, die Entscheidung, Übergrößen aus den Filialen zu verbannen, dem Konzern schaden wird.

H&M schreibt rote Zahlen: Läden sollen weltweit schließen

H&M kassierte bereits ordentlich Kritik während des Corona-Lockdowns

Bereits während des Corona-Lockdowns im März und April sorgte H&M für ordentlich negative Kritik, als das Unternehmen bekannt gab, wegen fehlender Einnahmen keine Miete mehr zahlen zu wollen. 

Schon damals sprachen etliche Kunden davon, nie wieder bei dem Textil-Konzern einkaufen zu wollen. Ob sie das umgesetzt haben, bleibt fraglich. Fakt ist jedoch, dass die Hälfte der Umsätze bei H&M während der Corona-Krise eingebrochen sind. 

Das dürfte allerdings primär daran liegen, dass das Unternehmen wie alle anderen Geschäfte seine Filialen für rund zwei Monate schließen musste. 

Eine Änderung gibt es seit kurzem auch bei Google Maps, wo die Kartenansicht nach einem Update jetzt deutlicher und bunter geworden ist

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