Waldbrände und Tote

Mega-Hitze 2021: Fast 50 Grad in Kanada – droht das Deutschland auch?

In Kanada und den USA wurden Temperaturen von fast 50 Grad gemessen – ausgelöst durch eine sogenannte Hitzeglocke. Droht das auch Deutschland?

USA – Eine Hitzewelle rollt seit Wochen über Kanada und die USA hinweg. Temperaturen weit über 40 Grad machen den Menschen und der Natur schwer zu schaffen. Die Ursache ist eine besondere Wetterkonstellation.

WetterphänomenHitzewelle
MaßeDauer, geografischer Umfang, Intensität
Temperaturenmind. drei Tage über 30 Grad

Extreme Hitze in Kanada und den USA: Waldbrände sorgen für Zerstörung

Kanada hat einen neuen Rekord aufgestellt. Gewünscht hatte sich diesen sicher niemand, denn zahlreiche tote Menschen und Tiere sind die Folge. Der kleine kanadische Ort Lytton in British Columbia meldete jüngst die heißeste, jemals in Kanada gemessene Temperatur: 49,5 Grad. Das Städtchen wurde von der Hitze überrannt. Mehr als 90 Prozent des Dorfes wurden durch einen Waldbrand zerstört, wie der Spiegel berichtet.

Die zahlreichen Waldbrände in den USA und Kanada sind kaum unter Kontrolle zu bekommen. Auch die Hitze selbst macht den Menschen und der Natur zu schaffen. Mehrere hundert Menschen sollen bereits in Zusammenhang mit der massiven Hitze gestorben sein, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet (Stand 14. Juli). Öffentliche Schutzräume, die normalerweise benutzt werden, um die Leute vor Hurricanes in Sicherheit zu bringen, werden zu Kühlzentren umfunktioniert.

Am 30. Juni haben Waldbrände einen Großteil des Dorfes Lytton, British Columbia zerstört.

Gefahr durch Hitzewelle: Natur und Tierwelt leidet

Für die Natur sieht es sogar noch übler aus. Nicht nur die Waldbrände setzen ihr zu, mittlerweile hat sich auch das Meer vor der Küste so weit aufgeheizt, dass ein Massensterben der Miesmuscheln eingesetzt hat. Diese werden im Meer gekocht. 

Mehr als eine Milliarde Tiere seien bereits ums Leben gekommen, berichtet die örtliche Zeitung The Star in einem Interview mit dem Meeresbiologen Chris Harley von der University of British Columbia (weitere Themen zum Wetter und Klima bei RUHR24).

Extremes Wetterphänomen: Experten warnen vor Hitzeglocke

Das Phänomen, das man Hitzeglocke oder Heat Dome nennt, ereignet sich normalerweise alle paar tausend Jahre. Der Wind bringt die warme Luft vom Pazifik in den Westen Nordamerikas. Weiter nördlich allerdings hält sich der Polarjet und verhindert, dass die warme Luft weiterzieht. Die Sonne heizt die Luft Stück für Stück immer weiter auf. Laut einem Bericht der Rheinischen Post warnen Wetter-Experten derzeit vor häufiger auftretenden Hitzewellen durch den Klimawandel.

Dieser Auffassung ist auch der kanadische Klimaexperte David Philips. Gegenüber der ARD sagte er: „Der Klimawandel hat die Hitzekuppel nicht kreiert. Aber er macht sie schlimmer. Ich denke, das ist die menschliche Komponente.“

Temperaturen über 40 Grad: Extreme Hitze könnte auch Deutschland drohen

Die Frage, die sich nun viele stellen: Könnte Deutschland ein ähnliches Extrem-Wetter wie in Kanada und den USA drohen? Die klare Antwort lautet ja! Der Hitzesommer 2003 war auf eine ähnliche Wetterlage zurückzuführen. Man nennt sie hierzulande Omega-Wetterlagen. Bedeutet: Ein Hoch sitzt über Mitteleuropa fest, während gleichzeitig heiße Luft aus Südeuropa zuströmt.

Temperaturen über 40 Grad habe es auch in Deutschland schon mehrfach gegeben. Eine extreme Hitzewelle könne deshalb auch hierzulande auftreten, berichtet ein Experte auf daswetter.com. Deutschland habe noch ein wenig den Vorteil der Ost- und Nordsee. Zumindest dort wirke das Wasser etwas abkühlend.

Aber der Wetter-Experte ist sich sicher: „Die Wetterlage muss nur stimmen und dann wären wir auch mittendrin in der Megahitze. Die Gefahr nimmt jährlich zu und das sind schlimme Aussichten!“

Einer Hintzewelle in Deutschland vorbeugen: Experten geben Tipps

Es soll jedoch Möglichkeiten geben, um einer Hitzewelle solchen Ausmaßes wenigstens vorzubeugen. Jeder, der über einen eigenen Garten verfügt, kann dort zumindest das sogenannte Mikroklima verbessern. Wer viele Pflanzen im Garten hat, sorge schon für etwas weniger Hitze und trägt zusätzlich zur Artenvielfalt bei, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Steingärten hingegen sollte man keinesfalls anlegen. „Durch die Verdunstung von Wasser tragen Pflanzen zu einer niedrigeren Temperatur bei. Steine und Zement hingegen speichern Wärme und heizen die Umgebung weiter auf“, so der Nabu weiter. Auch Hecken bewirkten, dass weniger Tau und Regenwasser verdunste. Die Pflanzen hinter der Hecke würden dadurch mehr Wasser bekommen. Wessen Garten groß genug ist, der könne mit Bäumen für Schatten sorgen. (BeBö)

Rubriklistenbild: © KATHRYN ELSESSER

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