Erste Hilfe bei Hitzeausschlag

Hitzepickel: Tipps gegen den lästigen Ausschlag im Sommer

Hitzepickel gehören gewiss nicht zu den Vorzügen des Sommers 2020. Die richtigen Tipps helfen gegen den lästigen Ausschlag.

  • Im Sommer neigen viele Menschen zu einem Ausschlag auf der Haut.
  • Bei den Bläschen oder roten Pusteln handelt es sich meist um sogenannte Hitzepickel – eine Reaktion auf übermäßigen Schweiß.
  • Anstatt sich die Sommerlaune verderben zu lassen, sollte man lieber einige hilfreiche Tipps anwenden.

Nordrhein-Westfalen – Sommer, Sonne, Spaß. Von wegen, denn so schön der Sommer auch sein mag, bringt er doch auch unangenehme Dinge wie Sonnenbrand und Hitzestich mit sich, wenn man nicht aufpasst. Und noch etwas kann einem so richtig das Gute-Laune-Sommerfeeling kaputtmachen: Hitzepickel. Aber keine Sorge, die kleinen Pusteln sind in der Regel keine große Sache und mit einigen Tipps und Tricks schon bald wieder vergessen. 

Hitzepickel: Ursache für den Hautausschlag bei Hitze im Sommer

Kaum steigen die Temperaturen, fangen wir an zu schwitzen. Und als ob das nicht schon unangenehm genug wäre, können dann auch noch Hitzepickel auftreten. Denn die kleinen Pusteln treten, anders als ihr Name vermuten lässt, immer dann auf, wenn es besonders warm ist und man viel schwitzt.

Schon gewusst?

In der Fachsprache werden Hitzepickel als Miliaria beziehungsweise Dermatitis hidrotica bezeichnet. Im Volksmund sind sie auch als Hitzeblattern, Schweißfrieseln oder Roter Hund bekannt.

Schuld ist also nicht allein die Hitze, sondern vor allem übermäßiger Schweiß. Durch einen Rückstau der Wärme im Körper können die Schweißdrüsen aufquellen und verstopfen. Dadurch staut sich dann der Schweiß in den Poren und er kann nicht wie sonst richtig verdunsten. Als Folge entstehen kleine Bläschen oder rote Pusteln – Hitzepickel eben.

Die Gründe für solch einen Rückstau der Wärme können ganz unterschiedlich sein. Zum Beispiel entsteht er durch zu warme, enganliegende oder nicht atmungsaktive Kleidung. Eine Ursache kann auch körperliche Arbeit oder Sport bei extrem schwülem Wetter und heißer Luft sein.

Hitzepickel im Sommer: Ausschlag erkennen und typische Symptome

Hitzepickel treten deshalb besonders häufig an den Stellen am Körper auf, wo sich auch viele Schweißdrüsen befinden. Zum Beispiel in den Achseln, im Dekolleté, am Po und auf dem Rücken.

Sind diese Partien dann noch mit Kleidung bedeckt, bilden sich ganz schnell die Schweißbläschen. Hitzepickel äußern sich meist in Form von mehreren kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen an der Hautoberfläche. Die Haut um den lästigen Hitzeausschlag ist meist leicht entzündet, gerötet und juckt (mehr Tipps bei Hitze auf RUHR24.de).

Hitzepickel und Sonnenallergie: Das sind die Unterschiede

Hautärzte unterscheiden in der Regel zwischen zwei Arten von Hitzepickeln:

  • Miliaria cristallin: Diese Form der Hitzepickel ist nur oberflächlich. Die Pusteln sind meist farblos und mit etwas Flüssigkeit gefüllt. Sie platzen auf, wenn man sie berührt und verschwinden in der Regel schnell wieder, wenn man die betroffene Stelle kühlt oder reinigt.
  • Miliaria rubra: Dieser Hautausschlag bildet sich in tiefer liegenden Hautschichten. Daher kommt mit den Pusteln meist eine leichte Entzündung der Haut und ein heftiger Juckreiz einher. Außerdem halten sich diese Hitzepickel etwas hartnäckiger.
Juckreiz ist ein typisches Symptom bei Hitzepickeln.

Hitzepickel sind allerdings nicht zu verwechseln mit einer Sonnenallergie. Denn bei einer Sonnenallergie reagiert die Haut auf die UV-Strahlen der Sonne, nicht auf übermäßiges Schwitzen. Sie tritt nur da auf, wo die Sonne auch auf die nackte Haut trifft. Allerdings äußert sich Sonnenallergie auch in Form von Juckreiz, Pickelchen und Rötungen – aber vor allem dann, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Daher sollte man die direkte Sonne lieber meiden und sich richtig mit Sonnencreme einschmieren. 

Tipps gegen Hitzepickel: Was tun gegen den lästigen Ausschlag im Sommer

Eins vorweg: Hitzepickel sind zwar unangenehm, aus medizinischer Sicht aber völlig harmlos und nicht ansteckend. Auch verschwindet der lästige Hautausschlag im Sommer in der Regel schnell wieder. Einige Tipps helfen allerdings dabei, die Heilung zu beschleunigen: 

  • Raus aus der Sonne und ein kühles Plätzchen im Schatten suchen. Auch schweißtreibende Tätigkeiten wie Sport oder körperliche Arbeit sollte man vorerst meiden.
  • Hitzepickel sollte man kühlen, das lindert den Juckreiz und nimmt die Schwellung. Dafür am besten die betroffenen Stellen mit einem feuchten Tuch, Kaltkompressen oder Eiswürfeln kühlen. 
  • Auf schweißtreibende Getränke und Lebensmittel wie Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und fettiges Essen verzichten.
  • Salbei hingegen hemmt die Schweißproduktion. Ein Salbeitee kann also helfen, dass die Hitzepickel schnell wieder verschwinden.
  • Auch Maismehl kann helfen: Einfach etwas Mehl auf die betroffene Hautpartie auftragen und rund 15 Minuten einwirken lassen. Maismehl gilt als besonders saugfähig und hilfreich gegen Schweiß. Nach Ende der Behandlung das Mehl einfach wieder abwaschen.
  • Wer entzündete Hitzepickel hat, sollte zu Apfelessig greifen. Denn das wirkt antibakteriell und unterstützt die Heilung. Dazu einfach etwas Essig mit einem Liter Wasser mischen und den Ausschlag vorsichtig morgens und abends damit abreiben. 
  • Wichtig: Nicht kratzen! Denn dadurch können Bakterien in die Hitzepickel gelangen und es kann zu Entzündungen kommen. Wer den Juckreiz nicht aushält, kann eine einfache Zinksalbe aus der Apotheke verwenden.

Hitzepickel vorbeugen: So vermeidet man den juckenden Hitzeausschlag

Hitzepickel lassen sich leider nicht immer vermeiden, außerdem neigen manche Menschen mehr zu dem Hautausschlag als andere. Mit ein paar Tricks kann man aber dafür sorgen, dass sie nur schwach oder gar nicht auftreten. Beispielsweise empfiehlt sich das Tragen von leichter, atmungsaktiver Kleidung. Ideale Materialien sind Baumwolle, Leinen oder Seide

Ein sanftes Körperpeeling sorgt außerdem dafür, dass die Haut porentief gereinigt wird und die Schweißdrüsen seltener verstopfen. Auch eine kühle Dusche am Abend wäscht den Schweiß von der Haut ab und reguliert die Körpertemperatur, sodass es über Nacht nicht zu einem Wärmestau im Körper kommen kann (mehr Service-News auf RUHR24.de).

Sommer 2020: Sich von Hitzepickeln nicht den Spaß verderben lassen

Wer zu Hitzepickeln neigt, sollte beim Kauf von Sonnencreme darauf achten, dass diese möglichst ohne Parfüm- und Konservierungsstoffe auskommen, die die Haut zusätzlich reizen können. 

Und ganz wichtig: Bei Hitze sollte man unbedingt genügend und vor allem das richtige trinken. Drei Liter dürfen es mindestens sein. Wer trotz aller Tipps zu Hitzepickeln neigt, sollte sich dennoch die Sommerlaune nicht verderben lassen. Denn einen Trost gibt es noch: Die Haut gewöhnt sich nach einiger Zeit von selbst an die hohen Temperaturen, sodass Hitzepickel im Verlauf des Sommers immer seltener werden.

Rubriklistenbild: © Ben Birchall, Andrea Warnecke/dpa, Collage: RUHR24.de