Heiß, heißer, 2023

Wetter in Deutschland 2023: Experten sagen Hitzesommer voraus

Silvester war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Doch jetzt könnte es erst so richtig heiß werden. Wetterphänomen El Niño kündigt einen Hitzesommer 2023 an.

Genf/Dortmund – Heiß, heißer, 2023: Wetterexperten weltweit warnen davor, dass uns im Jahr 2023 eine Hitze ohne Beispiel droht. Vor Temperaturen von bis zu 50 Grad wird beispielsweise in Regionen wie Südostasien gewarnt. Grund ist das Wetter-Phänomen El Niño. „Außergewöhnlich warme Tiefengewässer im tropischen Westpazifik deuten das nächste El-Niño-Ereignis 2023 an“, so Kevin Trenberth, Klimaexperte an der University of Auckland in Australien.

El Niño im Anmarsch: Wetterphänomen könnte laut Experten Hitzesommer im Jahr 2023 bescheren

„Alle Modelle zeigen eine große El Niño-Phase für das späte Frühjahr und den Sommer 2023. Vermutlich wird es eine sehr starke El Niño-Phase mit weltweiten Rekordtemperaturen“, bestätigt auch der deutsche Klimatologe Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de gegenüber der Bild. Auch der 100-jährige Kalender sagt eine extreme Hitze 2023 voraus.

Brandt warnt eindringlich vor extremer Trockenheit und Hitze – vor allen Dingen in Südafrika. Für Brasilien, Venezuela und den Rest von Südamerika könnten die Hitzerekorde demnach verstärkt Brände in den Regenwäldern bedeuten, berichtet kreiszeitung.de. Und im Südosten Asiens warnt Brandt vor extremen Temperaturen zwischen 45 und 50 Grad. Aber auch die Nordostküste der USA: „Zu warm“, sagt Brandt. Auch der Sommer 2022 war bereits hitzig.

Was sind La Niña und El Niño?

Korrekt heißt es „El Niño Southern Oscillation“ oder abgekürzt „Enso“. Es bezeichnet ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik. Bei der Warmphase El Niño bringt die Strömung Meereswärme in höhere Breiten, die teils über Verdunstung in die Atmosphäre abgegeben wird.

La Niña gilt als Kaltphase, in der die Strömung die Erwärmung über die Sonneneinstrahlung in tiefe Gewässer des Westpazifiks führt, wo sie gespeichert wird. Weil Fischer in Peru die Erwärmung zum Jahresende merkten, nannten sie das Phänomen El Niño (das Christkind). Zwischen den beiden Extremen spricht man von einer neutralen Phase. (DPA)

Ins gleiche Horn bläst auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. „Wir haben derzeit La Nina und trotzdem das wärmste Jahr seit 1881 bekommen. Das sieht also für dieses Jahr nicht so gut aus. Vielleicht toppt 2023 direkt das Jahr 2022“, zitiert die Bild den Wetterexperten.

El Niño sorgt für Hitzesommer 2023: 2022 war eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen 1850.

Denn bereits 2022 war eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen 1850. Das ist auch deshalb beunruhigend, weil es in eine Phase mit dem kühlend wirkenden Wetterphänomen La Niña fiel. Nun mehren sich die Anzeichen, dass die mit drei Jahren ungewöhnlich lange La-Niña-Phase zu Ende geht. Folgen könnte schon bald das Pendant El Niño, das die Temperaturen eben zusätzlich in die Höhe treiben kann.

Im November schätzte die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf die Wahrscheinlichkeit auf 25 Prozent, dass im Sommer eine El-Niño-Phase beginnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der bisherige Rekord des heißesten Jahres bis 2026 übertroffen wird, liege bei 93 Prozent. Das Rekordjahr war 2016 mit einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,3 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900.

Hitzesommer 2023: Viele Regionen sind besonders gefährdet

Starke und mäßige El-Niño-Ereignisse tragen nach Angaben der WMO zur Erwärmung bei und erhöhen die durchschnittliche globale Oberflächentemperatur. „Obwohl die stärksten Auswirkungen von El Niño im äquatorialen Pazifik zu spüren sind, können sie Folgen für das Wetter auf der ganzen Welt haben, weil sie Hoch- und Tiefdrucksysteme, Winde und Niederschläge beeinflussen“, erklären Klimaforscher der Columbia-Universität. „Da das wärmere Ozeanwasser überschüssige Energie (Wärme) an die Atmosphäre abgibt, steigen die globalen Temperaturen.“

Deutschland droht 2023 ein Hitzesommer.

Wetterphänomen El Niño im Anmarsch: 2022 war im Durchschnitt bereits 1,15 Grad zu warm

WMO-Chef Petteri Taalas warnte im August 2022: „Es ist sehr außergewöhnlich, in drei aufeinanderfolgenden Jahren La-Niña-Ereignisse zu haben. Der kühlende Effekt hat den Anstieg der globalen Temperaturen vorübergehend gebremst, aber das wird den langfristigen Erwärmungstrend nicht stoppen oder umkehren.“

2022 war nach einer vorläufigen Prognose trotz La Niña eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Industrialisierung. Die WMO schätzte die globale Durchschnittstemperatur im November auf etwa 1,15 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Zudem waren die Jahre 2015 bis 2022 die acht wärmsten Jahre. (mit DPA-Material)

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