35 Grad im Büro sind nicht zumutbar - diese Rechte haben Arbeitnehmer bei extremer Hitze

Bei Hitze im Büro muss der Arbeitgeber Ventilatoren zur Verfügung stellen. Foto: Wolfram Kastl/dpa
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Bei Hitze im Büro muss der Arbeitgeber Ventilatoren zur Verfügung stellen. Foto: Wolfram Kastl/dpa

Im Laufe der Woche werden Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet. Für Arbeitnehmer bedeutet das: der Chef muss bei extremer Hitze handeln.

Der Sommer ist da - und wie! Der Deutsche Wetterdienst hat für Montag (24. Juni) und Dienstag sogar eine Warnung vor Hitze herausgegeben. Während an einigen Schulen schon "hitzefrei" ist, kommt das für Arbeitnehmer eher nicht in Frage. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

  • Mitarbeiter können sich bei extremen Temperaturen auf das Arbeitsschutzgesetz berufen
  • Ventilatoren und Kaltgetränke sollen zur Abkühlung dienen
  • Ab 35 Grad ist das Arbeiten nicht mehr zumutbar

Aber ganz von vorne: Grundsätzlich gilt, dass der Chef seine Mitarbeiter vor dem Klima schützen muss. Er muss dafür sorgen, dass die Raumtemperatur noch angenehm ist. Die magische Grenze liegt hier bei 26 Grad. Dann muss der Arbeitgeber handeln.

Hitze: Ventilatoren und Lüften sind erste Maßnahmen des Chefs

Zuerst sollte er schauen, ob die Hitze mit Jalousien und regelmäßigem Lüften abzuhalten ist. Klappt das nicht, muss der Chef ab einer (dauerhaften) Temperatur von 26 Grad Ventilatoren bereitstellen.

Außerdem sollte der Arbeitgeber seine Mitarbeiter darauf hinweisen, genug zu trinken. Außerdem sollte nach den Richtlinien des ASR – den Technischen Regeln für Arbeitsstätten – ein verantwortungsvoller Arbeitgeber kostenlose Kaltgetränke zur Verfügung stellen. Eine Maßnahme gegen die Hitze könnte auch sein, die Bekleidungsregeln zu lockern.

Dresscode kann bei zu hohen Temperaturen fallen

Das ist vor allem für Arbeitnehmer wichtig, die einem strengen Dresscode unterliegen. Da könnte im Zweifel auch mal die kurze Hose im Büro erlaubt sein. Menschen, die im Freien arbeiten, sollten von ihrem Chef Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen mit UV-Filter und Sonnencreme bekommen.

Im Vorteil sind Arbeitnehmer, die einen Betriebsrat haben. Gibt es Regeln zu Maßnahmen gegen Hitze, muss sich der Chef daran halten. Diese Vereinbarung ist rechtsverbindlich.

Chef darf Arbeitszeit ändern

Wenn es die Arbeit erlaubt, kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter an besonders heißen Tagen auch früher zur Arbeit rufen und sie entsprechend früher in den Feierabend schicken. Außerdem sollte etwa jede Stunde eine kurze Pause gemacht werden. Sind die Temperaturen weiterhin zu hoch, kann der Betriebsrat – oder auch die Mitarbeiter – auf kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich pochen.

Und was ist bei extremen Temperaturen? Einen Anspruch auf "hitzefrei" haben Arbeitnehmer nicht. Unternimmt der Chef nichts gegen die Hitze, können die Mitarbeiter aber ab einer Temperatur von 35 Grad im Büro die Arbeit verweigern und ihren Chef so zum Handeln bringen. Einfach formlos einen Pool zu beantragen wie jüngst das Klinikum Dortmund, ist aber wohl eher übertrieben.

Kein "hitzefrei", aber der Chef muss handeln

Das Arbeitsschutzgesetz besagt, dass das Arbeiten bei Temperaturen von über 35 Grad nicht zumutbar ist. Das ist eigentlich auch im Sinne vom Boss – denn Studien zeigen, dass die Konzentration von Angestellten deutlich zurückgeht, wenn es zu heiß wird. Es drohen hitzebedingte Kopfschmerzen und Unwohlsein. Bei vielen Arbeitnehmern ist aber auch die Wohnung zu warm.

Das könnte übrigens schon am Dienstag passieren. Der Deutsche Wetterdienst kündigt Temperaturen von bis zu 37 Grad an. Am Mittwoch könnte sogar der bisherige Temperatur-Rekord für Juni geknackt werden.

Die warmen Tage verbringen die Mitarbeiter sowieso am besten im Freibad oder an einem Badesee. Im Ruhrgebiet und der näheren Umgebung gibt es da einige echte Schätze zu entdecken.