Die Verlierer im Überblick

Himbeeren im Test: Stiftung Warentest findet Schimmel in TK-Produkten

Heidelbeeren und Himbeeren schmecken das ganze Jahr über. Stiftung Warentest zeigt jetzt, dass die Früchtchen gut abschneiden – nur in einem Punkt gibt es Abzüge.

Dortmund – Der Sommer schmeckt nach Beeren! Und wer abseits der warmen Monate nicht auf Himbeeren und Heidelbeeren verzichten möchte, greift zur Tiefkühlware oder zu Beeren, die aus wärmeren Gefilden angereist sind. Wie gut frische und TK-Beeren wirklich sind, hat Stiftung Warentest jetzt genauer untersucht. Es gibt gute und es gibt schlechte Nachrichten.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (2. Jan. 2012–)

Himbeeren und Heidelbeeren im Test: Die gute Nachricht vorweg

Lange Zeit machten die roten und blauen Beeren negative Schlagzeilen. Denn immer wieder wurden gefährliche Noroviren oder Hepatitis-A-Erreger in Himbeeren oder Heidelbeeren gefunden (mehr Testberichte bei RUHR24).

Durchfall, Kopfschmerzen, Fieber – das alles kann durch das Norovirus ausgelöst werden. Der Hepatitis-A-Erreger ist für Übelkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Gelbsucht verantwortlich. Doch die gute Nachricht vorweg: Im aktuellen Test von Stiftung Warentest konnten weder Noro- noch Hepatitis-A-Viren nicht nachgewiesen werden.

Gesundheits-Kick durch Himbeeren und Heidelbeeren

Heidelbeeren und Himbeeren sind nicht nur ein kalorienarmer Snack und das perfekte Topping fürs Müsli, sondern auch ein wahrer Gesundheits-Kick. 100 Gramm Himbeeren decken rund ein Viertel des täglichen Vitamin-C-Bedarfs ab. Zudem glänzen sie mit Ballaststoffen, Kalium und wenig Zucker. Heidelbeeren können mit jeder Menge Gerbstoffe und Anthocyane punkten. Sie sollen der Verdauung und dem Herz-Kreislauf-System guttun.

Stiftung Warentest untersucht Heidelbeeren und Himbeeren: Schimmelpilze gefunden

Doch ganz können die Tester leider nicht entwarnen. Denn statt der Viren hat Stiftung Warentest etwas anderes gefunden, was den Appetit schmälern könnte: Schimmelpilze und Hefen.

Davon waren frische Himbeeren betroffen. In vier von sechs getesteten Produkten wurden erhöhte Gehalte von Schimmelpilzen gefunden. Diese frischen Himbeeren aus Spanien und Marokko wiesen einen erhöhten Gehalt an Schimmelpilzen auf:

ProduktNote
Aldi Nord Natur Lieblinge HimbeerenAusreichend
Edeka Bio HimbeerenAusreichend
Driscoll's HimbeerenAusreichend
Rewe Bio HimbeerenAusreichend

Himbeeren und Heidelbeeren bei Stiftung Warentest: Keine Schadstoffe in Bio-Produkten

Zwar konnten diese Himbeeren hinsichtlich der mikrobiologischen Qualität nicht wirklich überzeugen, aber immerhin wiesen sie kaum Schadstoffe auf, sodass sie in dieser Kategorie die Noten „Gut“ und „Sehr gut“ erzielen konnten.

Von den 29 getesteten Produkten – Himbeeren und Heidelbeeren, frisch sowie tiefgekühlt – konnte mehr als die Hälfte mit guter beziehungsweise sehr guter mikrobiologischer Qualität überzeugen. Außerdem konnten in keinem Bio-Produkt Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden.

Heidelbeeren und Himbeeren können auch selber gepflückt werden, die Gefahr, sich gefährliche Parasiten einzufangen, ist nur gering.

Heidelbeeren und Himbeeren im Test: Hygienemaßnahmen bringen gute Ergebnisse

Insgesamt also ein sehr erfreuliches Ergebnis. Laut Stiftung Warentest ist das auf eine gute Hygiene zurückzuführen – vom Anbau, über die Ernte, den Transport bis hin zur Lieferung. Für die guten Ergebnisse sind eine Reihe von Hygienemaßnahmen verantwortlich.

So wird beispielsweise empfohlen, die Bewässerung für die Beeren auf Viren zu testen, Himbeeren werden bei null bis vier Grad transportiert, teilweise werden Heidelbeeren mit ungefährlichem Schutzgas behandelt und Kühlketten werden eingehalten. So kommen die Beeren nach einem langen Weg quer durch die Welt meist ohne unerwünschte Keime bei uns an.

Heidelbeeren und Himbeeren im Test: Beeren-Spaß besser auf die Sommermonate beschränken

Wem allerdings nicht nur der Beeren-Schmaus, sondern auch die Umwelt am Herzen liegt, sollte den Himbeeren- und Heidelbeeren-Konsum auf die Sommermonate beschränken – dann, wenn die Früchtchen auch bei uns in Deutschland wachsen. Das Klima freut sich über kurze Transportwege.

Es ist sogar möglich wilde Beeren selbst in der Natur zu sammeln. Doch Moment – war da nicht was? Immer wieder wurde vor dem Fuchsbandwurm gewarnt, der seine Eier gerne auf die Früchte ablegt. Im menschlichen Körper können sie sich in Larven verwandeln, die der Leber schaden – das kann sogar lebensbedrohlich sein.

Doch keine Sorge: Stiftung Warentest berichtet über Studien, die ergeben hätten, dass die Gefahr minimal sei, sich so diesen Parasiten einzufangen. Auf Nummer Sicher geht man, indem die Beeren vor dem Verzehr abkocht.

Rubriklistenbild: © Mark Ralston/AFP

Mehr zum Thema