Paketshop und Zulieferung

DHL bekommt Konkurrenz: Hermes plant große Änderung bei der Lieferung

Aufgrund von Corona floriert der Versandhandel weiterhin. DHL ist bei der Paketzustellung noch immer der Platzhirsch. Nun will Hermes den Service verbessern.

Dortmund – „Ihr Paket kommt zwischen 8 und 18 Uhr“. Eine Aussage über die sich die meisten – trotz größerer Flexibilität im Corona-Homeoffice – nicht gerade freuen und schon manch ein Paketzulieferer dafür verflucht wurde. DHL hat daher längst an dieser Stellschraube gedreht und das Live-Tracking von Paketen eingeführt, um so den Zustellprozess zu verbessern. Nun will Konkurrent Hermes nachziehen.

PaketdienstHermes
DachgesellschaftOtto Group
HauptsitzHamburg
Mitarbeiterzahl15.500

Konkurrenz für DHL: Hermes will die Paket-Zustellung verbessern

Für viele Unternehmer ist die Corona-Krise schlichtweg eine Katastrophe. Für Lieferdienste und Paketzusteller scheint sie in mancherlei Hinsicht jedoch ein Segen zu sein. Und Hermes scheint sie gleich doppelt in die Hände zu spielen. Nicht nur, dass der Versand-Riese ein Umsatzwachstum verzeichnen konnte, das Corona-Jahr habe Hermes auch geholfen den digitalen Transformationsprozess anzustoßen.

Das teilten Mitglieder der Hermes-Geschäftsführer in einem Interview mit der firmeneigenen PR-Abteilung mit. Man wolle deshalb nun gleich an mehreren Stellen aufrüsten und den Service bei der Paketzustellung verbessern – unter anderem sollen Kunden schon bald präzisere Informationen über die Zustellung ihres Pakets bekommen.

Corona kommt Hermes zugute: Sendungsverfolgung soll wie bei DHL genauer werden

Indem man den Kunden die kontaktlose Zustellung anhand eines Fotos der Unterschrift ermöglicht habe, hätte Hermes schnell auf die Anforderungen in der Corona-Krise reagieren können. In der Praxis hapert es allerdings noch an der Umsetzung, gibt die Hermes-Geschäftsführung zu. Die Paketboten würden das nicht immer umsetzen und das Paket ohne Nachweis übergeben.

Deshalb will man die Zustellung weiter optimieren. Die Information „Lieferung kommt im Laufe des Tages“ soll künftig deutlich präziser ausfallen. Ob es dabei aber auch ein Live-Tracking geben wird wie bei DHL oder ob man bei der Sendungsverfolgung auf einen anderen Service zurückgreifen wird, wollte Dennis Kollmann, Vertriebsmanager bei Hermes noch nicht sagen.

Hermes setzt auf Paketshops bei der Zustellung von Paketen

Der zweite Service den man weiter ausbauen will, sind die Paketshops. Die gibt es zwar bereits, doch im Interview wurde deutlich, dass man davon ausgehe, dass viele Kunden die Möglichkeiten der Hermes Paketshop-Zustellung nicht richtig verstanden haben.

Der Fokus bei Hermes liegt auf der Optimierung der Paketshops.

Anstatt nach Hause sollen sich die Kunden also schon bald noch mehr Pakete in einen Paketshop liefern lassen können. „Der Paketshop bietet sowohl ökologisch, durch eine hohe CO2-Einsparung, als auch unter dem Aspekt flexibler Abholzeiten eine tolle Alternative“, so Kollmann.

Aber auch hier wollte man nicht verraten, wie der Ausbau der Paketshops aussehen soll. Aber auch DHL schläft nicht und hat erst kürzlich einen neuen Service für seine Kunden angekündigt. DHL will ebenfalls die Paketstationen aufbessern und mit einem Briefkasten ergänzen.

Hermes: Nicht alles läuft optimal beim DHL-Konkurrenten

So positiv die Ankündigungen von Hermes auch klingen, eine erst kürzlich getroffene Geschäftsentscheidung lässt durchblicken, dass nicht alles rund läuft beim Paket-Zulieferer. Wie das Handelsblatt berichtet, hatte man sich bei Hermes dazu entschlossen das Tocherunternehmen Liefery zu schließen. Ebenso wie man Ende des Jahres 2020 die sogenannte „Same Day Delivery“ bei Hermes eingestellt hat.

Liefery war dafür zuständig Lieferungen innerhalb eines Tages abzufertigen. Firmen wie Rewe, Hellofresh, Apple oder Zalando waren Kunden und haben den schnellen Service für die Zustellung ihrer Ware genutzt. Die Information habe sie vor den Kopf gestoßen – ähnlich wie die Mitarbeiter. Einen kurzfristigen Ersatz zu finden, dürfte für alle Beteiligten schwierig werden.

Und was ist der Grund für das Einstampfen der Hermes-Tochter, die nach laut Angaben des Geschäftsführers Nils Fischer gute Zahlen verzeichnet hätte? „Strategische Erwägungen“ heißt es vonseiten der Hermes-Geschäftsführer und behält damit wesentliche Informationen – ähnlich wie bei den geplanten Innovationen – zunächst einmal für sich.

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