Neues Projekt beim Paketdienst

Neues Liefermodell bei Hermes: So kann man als Nachbar damit Geld verdienen

Der Paketlieferdienst Hermes hat ein neues Liefermodell eingeführt. Nachbarn können damit Geld machen - allerdings unter einer bestimmten Bedingung.

  • Paketboten haben oft Zulieferungsprobleme, da niemand zu Hause ist, der das Paket annimmt.
  • Hermes hat deshalb ein neues Liefermodell entwickelt, bei dem Nachbarn stärker einbezogen werden.
  • In einigen Städten wird das Pilotprojekt bereits erfolgreich getestet.

Hamburg - Wer häufig im Internet bestellt, kennt das Problem: Wenn die Sendung kommt, ist man nicht zu Hause. Das ist immer eine nervige Angelegenheit - auch für den Paketboten. Hat man Glück, gibt es nette Nachbarn, die das Paket annehmen. Das will der Paketdienst Hermes jetzt belohnen und testet ein neues Liefermodell, wie RUHR24.de* berichtet. 

Hermes testet neues Liefermodell - auf Kosten der Nachbarn

Die Paketmengen, die Lieferdienste wie Hermes und Co. zu bewältigen haben, wachsen kontinuierlich. Immer mehr Menschen bestellen immer häufiger im Internet und sind dann aber meist nicht zu Hause, wenn das Paket kommt. Das landet dann in einem Paketshop oder beim Nachbarn. Für alle Beteiligten eine unangenehme Sache. 

Hermes hat sich deshalb jetzt etwas einfallen lassen, um die Paketzustellung komfortabler zu machen - ebenfalls für alle Beteiligten. Das Unternehmen hat "Paketfuxx" entwickelt und testet das Projekt bereits erfolgreich in einigen deutschen Großstädten. 

Neues Liefermodell bei Hermes: Der Nachbar wird zum Paketshop

Aber was hat es mit "Paketfuxx" von Hermes auf sich? Menschen, die häufig Dinge bestellen kennen das: Man hat schon ein ganz schlechtes Gewissen, wenn man das fünfte Paket in der Woche beim Nachbarn abholt, weil der wieder zu Hause war, als der Paketdienst geklingelt hat. Doch damit ist jetzt Schluss.

Denn Hermes will Nachbarn zukünftig entlohnen, die häufig Pakete annehmen. Sie können sich als "Paketfuxx" registrieren lassen und ganz offiziell die Funktion eines Paketshops übernehmen.

Paketzustellung: Hermes entlohnt Nachbarn 

Der Vorteil daran: Hermes entlohnt die Nachbarn nun für diese Dienstleistung. 30 Cent erhalten die "Paketfüxxe" pro Paket, teilte das Unternehmen am Montag (9. März) in einer Mitteilung mit. 

Dafür hat das Unternehmen die App Paketfuxx entwickelt. Hier können sich sowohl Nachbarn, die häufige Pakete annehmen wollen, als auch Menschen, die oft Pakete empfangen, registrieren. 

Paketfuxx - so funktioniert das neue Liefermodell von Hermes 

Die App dient als eine Art Netzwerk, über das sich beide Parteien finden können. Hat man Glück und einen "Paketfuxx" in der Nähe, kann man dessen Adresse bei der nächsten Online-Bestellung angeben - ganz unabhängig davon, welcher Paketdienst die Bestellung liefert. 

So funktioniert "Paketfuxx" - das neue Liefermodell von Hermes

Der nette Nachbar bekommt dann von Hermes 30 Cent pro Paket. Das Unternehmen übernimmt bislang die Vergütung auch für die Wettbewerber. 

Hermes will Zustellprozess mit Paketfuxx nachhaltig verändern

Sollte sich das Projekt jedoch als erfolgreich herausstellen, will Hermes die "Paketfuxx"-Nutzung auch anderen Zustellunternehmen oder Onlinehändern anbieten.

"Wir möchten mit dem Paketfuxx-Service eine ernstzunehmende Alternative im Checkout-Prozess der Onlinehändler werden", erläutert Dennis Kollmann, Vertriebsmanager bei Hermes

Pakete an Nachbarn liefern lassen - ganz ohne schlechtes Gewissen

Außerdem wolle man eine sinnvolle Ergänzung zu den Paketshop s und denPaketstationen von DHL entwickeln. Bislang wird das Pilotprojekt in Nürnberg getestet. Hier wurde es allerdings so gut angenommen, dass "Paketfuxx" jetzt auch in Städten wie Berlin, Leipzig und Dresden zum Einsatz kommen soll.

Doch das ist nicht die einzige Neuerung. Hermes liefert inzwischen auch an dm und Rossmann*. Die Drogerien bieten künftig ebenfalls einen Paketservice.

Nachbarn können sich mit neuem Liefermodell von Hermes was dazu verdienen

Die Zielgruppe des neuen Liefermodells "Paketfuxx" von Hermes, die immer wieder Probleme mit der Zustellung ihrer Pakete haben*, sollen Menschen sein, die tagsüber regelmäßig zu Hause sind und eine zusätzliche Einnahmequelle gebrauchen können.

Das könnten zum Beispiel Freelancer oder Rentner sein - aber mit 30 Cent pro Paket ist die Vergütung doch recht schmal bemessen. 

Paketfuxx: Wird sich das neue Liefermodell von Hermes durchsetzen?

Wer da seinen Geldbeutel füllen will, der muss schon eine ganze Menge Pakete annehmen. Ob sich das lohnt, wird sich zeigen. Nachbarn, die auch in Zukunft weiterhin aus Nettigkeit Pakete annehmen wollen, können mit "Paketfuxx" ihr gutes Karma noch weiter aufwerten: 

Anstatt die 30 Cent in die eigene Tasche zu stecken, bietet Hermes an, die Beiträge auf Wunsch in Umweltschutzprojekte zu stecken. Vielleicht kompensieren die dann immerhin den hohen CO2-Ausstoß, die Paketdienste wie Hermes mit der Zulieferung der Paket-Massen, ansonsten verursachen. 

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

libe

Rubriklistenbild: © Jan Woitas / dpa

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