Insektenschutz

Garten: Diese Herbstblumen sind für Bienen besonders gut

Bienen
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Wer Bienen schützen will, sollte bestimmte Blumen im Garten oder auf dem Balkon pflanzen.

Wer Bienen und anderen Insekten etwas Gutes tun will, stattet Garten und Balkon mit den richtigen Blumen aus. Das geht auch im Herbst.

Dortmund – Wenn der Sommer sich dem Ende naht, finden Bienen, Hummeln und andere Insekten nur noch wenig Nahrung. Wer ihnen helfen will, kann das auch im Herbst im Garten tun. Doch nicht nur hier geht bienenfreundliche Gestaltung: Auch ein Balkon kann für Gemüsezucht und Bienenrettung benutzt werden.

InsektBiene
Wissenschaftlicher NameAnthophila
OrdnungHautflügler (Hymenoptera)

Bienen im Herbst und Winter helfen: Diese Pflanzen sind besonders geeignet

Denn es gibt einige Pflanzen und Blumen, die den Insekten auch ab Herbst Nahrung bieten. Aber warum sollte man im eigenen Garten oder auf dem Balkon überhaupt Bienen im Winter unterstützen?

Sind die Sonnenblumen als Spätsommer-Blume erstmal verblüht, finden Bienen, Schmetterlinge und Hummeln meist nur noch wenig Nahrung. Das liegt auch an eifrigen Gärtnern: Wiesen werden viel zu oft und zu früh gemäht – sogar bei Feldwegrändern geht der Trend zum häufigen Mähen. Die generelle Überdüngung wirkt sich laut honig-und-bienen.de auch negativ auf mögliches Insektenfutter aus: In freier Natur wachsen immer weniger Wildblumen.

Im Frühling und Sommer ist die Blumen- und Pflanzenpracht besonders groß. Doch ab Herbst wird das Nahrungsangebot für Bienen wieder knapp – und zwar sowohl in Gärten als auch in der Natur. Schöne „Herbstblüher“ gibt es aber eigentlich genug.

Bienen und Insekten im Herbst und Winter versorgen: Diese Blumen sind geeignet

Diese Pflanzen eignen sich auch im Herbst und Winter als Futter für Bienen:

  • Sedum / Fetthennen
  • einfache, ungefüllte Chrysanthemen
  • Sonnenhut
  • Sonnenbraut
  • verschiedene Arten Helianthus, sie liefern auch Vögeln bis zum Oktober Futter
  • ungefüllte Heide, Erika
  • spät gesäter Borretsch
  • Ringelblumen (wer die Blüten regelmäßig entfernt, verlängert die Blütezeit bis in den Herbst)
  • Kapuzinerkresse
  • blühender Efeu
  • einfache, ungefüllte Dahlien
  • Lavendel
  • Agastasche
  • Kanadische Goldrute

Wildblumenwiese im Garten: Das ist zu beachten, wenn man Bienen helfen will

Außerdem lohnt es sich, verblühte Wildblumen nach der ersten Blüte noch einmal zurückzuschneiden. Oft blühen sie dann ein zweites Mal. Das sieht nicht nur schöner aus, sondern bietet auch Insekten Nahrung. Manche Insekten, wie etwa Mücken, möchte man aber wohl lieber loswerden. Auch hier helfen bestimmte Pflanzen.

Wildblumenmischungen gibt es für wenige Euros in Gartenmärkten, Baumärkten aber teilweise auch Drogerien und Supermärkten. Allerdings ziehen viele der fertigen Mischungen nur Honigbienen und keine Wildbienen an. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt daher, regionale Saatmischungen von lokalen Anbietern zu verwenden.

Wer im Garten gar eine ganze Wildblumenwiese streuen will, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Fläche dadurch schwer begehbar wird. Die Kinder darauf toben lassen oder eine Sonnenliege darauf ausbreiten funktioniert also nicht. Wildblumenwiesen sollten außerdem nur zweimal im Jahr gemäht werden, wenn die Blumen darauf nicht mehr blühen (mehr Lifehacks bei RUHR24 lesen).

Bienen schützen und Nahrung bieten – wieso ist das wichtig?

Die Biene spielt eine zentrale Rolle im Erhalt der Kultur- und Landwirtschaft. Die Blütenbestäuber tragen etwa zum Erhalt der Artenvielfalt bei, indem sie für die Verbreitung von Pflanzensorten sorgen. Diese wiederum dienen vielen Tierarten als Nahrungsgrundlage.

Allerdings ist das Bienensterben ein großes Problem. In den vergangenen Jahren sterben Bienenpopulationen weltweit weg – wieso ist nicht genau geklärt. Hier wirken wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammen, wie etwa industrielle Landwirtschaft, Krankheitserreger und Pestizideinsätze. In Europa gibt es laut Nabu etwa zehn Prozent weniger Bienen als noch vor einigen Jahren, in den USA sind es etwa 30 Prozent weniger.

Bienenfreundlicher Garten auch im Herbst: Nicht nur Blumen sind wichtig

Was hilft Bienen neben Blumen noch? Je nach Garten und Balkongröße kann man laut Nabu auch Steine und Stapel mit Totholz platzieren. Bienen brüten gerne in den Ritzen der Steine. In den Holzstapeln lauern dagegen eher Mäuse, in deren Bauten gerne Hummeln einziehen.

Fertige Insektenhotels, die es im Tierfutter- oder Gartenmarkt gibt, eignen sich aber auch. Sie werden auch als Überwinterungsmöglichkeit für die Insekten empfohlen. Sie sollten nach Süden ausgerichtet werden, damit die Sonne auf sich gerichtet ist und die Hotels nach einem Regenschauer schnell wieder trocknen.

Video: Gegen Bienensterben: 10 Pflanzen, die die Insekten lieben

Auch Insektentränken sind als Wasserquelle wichtig für die Tiere. Und zwar sowohl im Hochsommer als auch im Herbst. In Baumärkten gibt es entsprechende Miniteiche oder was Wasserschalen für Vögel. Wichtig ist es allerdings, Insektentränken mit Steinen, Muscheln, Ästen oder ähnlichem zu Befüllen. So können sich Bienen und Co. schnell wieder selbst retten, falls sie zu Ertrinken drohen.

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