Wetter ist entscheidend

Herbst-Spektakel: Warum Blätter und Sträucher sich jetzt verfärben

Eine Allee aus Gingko-Bäumen im Herbst in Japan.
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Die Gingko-Bäume sorgen nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland für einen goldenen Herbst.

Ein goldener Herbst steht vor der Tür. Zahlreiche Blätter verändern jetzt ihre Farbe – von grün zu gelb bis hin zu satten Rottönen. Doch nicht alle Blätter werden so schön bunt.

Deutschland - Nach und nach verabschiedet sich in Deutschland der Sommer. Gut zu erkennen ist das – neben dem meist „usseligen“ Herbst-Wetter – an zahlreichen Bäumen und Sträuchern, die sich nun auf die kühleren Tage vorbereiten. Bei einigen Arten kann man dies besonders gut an den sich verfärbenden Blättern beobachten.

OrganisationNaturschutzbund Deutschland (NABU)
Gründung1899, Stuttgart
Mitglieder756.400 (2020)
AufgabeNaturschutz im In- und Ausland

Goldener Herbst bringt bunte Blätter - Bäume und Sträucher nutzen wichtige Funktion

Egal, ob zum Basteln, als Deko oder für schöne Fotos – bunte Blätter sind im Herbst bei Jung und Alt beliebt. Doch längst nicht alle Arten warten mit einem prächtigen Farbkleid auf. Dabei hat die Veränderung für die Pflanzen sogar einen wichtigen Hintergrund.

Die Färbung der Blätter soll die Pflanzen etwa vor zu viel Sonnenlicht schützen, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und beruft sich dabei auf Forscher der amerikanischen Universität Wisconsin-Madison. „Besonders empfindlich reagieren sie im Herbst, denn dann sind sie durch Abtransport wichtiger Nährstoffe bereits geschwächt“, schreibt der NABU.

Durch die rötlich oder gelb gefärbten Blätter verhindern die Bäume und Sträucher, dass der Fotosynthese-Prozess gestört wird, also die Umwandlung von Nährstoffen wie Licht und Wasser zu für sie lebenswichtigen Stoffen wie Sauerstoff und Glukose. Würde die Sonne weiterhin auf die grünen Varianten des „Kleides“ scheinen, könne die „Atmung“ der Bäume beeinträchtigt sein, sind sich die Forscher sicher.

Bäume und Sträucher im Herbst: bunte Blätter und Beeren für das eigene Zuhause pflanzen

Jede Pflanzenart wählt dafür bestimmte Farben aus. So schimmern nach Angaben des NABU die Blätter von Pappeln eher golden, während einige Ahornarten gelb und orange leuchten. Spaziergänger, die auf rote Blätter hoffen, sollte Ausschau nach Roteichen halten. Diese sollten kaum zu übersehen sein bei einer Höhe von etwa 25 Metern.

Wer sich die Farbenpracht nach Hause holen möchte, kann die Eiche jetzt im Herbst noch einpflanzen. Wichtig dabei ist laut dem Portal Mein schöner Garten, dass die Pflanze möglichst frei und an einem „hellen, warmen Standort“ ihren Platz findet.

Der Ahorn bietet neben gelben Blättern bei einigen Arten die typisch rote Färbung, mit der er es sogar auf die Nationalflagge Kanadas geschafft hat. Aber auch hierzulande ist es möglich, die Blätter von Rotahorn und Feuerahorn aufzusammeln und zu bewundern. Zu den beliebtesten Sorten gehört nach Informationen des Portals der Fächerahorn, der ursprünglich in Asien beheimatet ist.

Der Ahorn ist typisch für Kanada, doch auch in Deutschland leuchten die Blätter des Baumes im Herbst bunt.

Besonders intensiv soll auch der Essigbaum im Herbst leuchten. An seinen schmalen Blättern, die an Fransen erinnern, ist er leicht zu erkennen. Auffällig ist ebenso die Apfelbeere. Der rötliche Strauch trägt auch im Herbst noch dunkle, kleine Beeren, die nach Angaben von Plantura sogar zum Verzehr geeignet sind. Aus den vitaminreichen Früchten der Pflanze lassen sich etwa Marmelade und Likör herstellen. Aber Achtung: Roh ist die Apfelbeere eher weniger genießbar, da sie einen säuerlichen Geschmack haben und abführend wirkend soll.

Wilder Wein: nicht nur im Herbst eine besondere Pflanze für das Zuhause

An Mauern und Zäunen ist oftmals der Wilde Wein zu finden. Die Blätter der Pflanze klettern ähnlich wie Efeu an Begrenzung hoch. Im Herbst leuchtet die Sorte in einem knalligen rot. Sie eignet sich außerdem für den Anbau zu Hause. Denn wie die Roteiche soll auch der Wilde Wein recht pflegeleicht und anspruchslos sein.

Um eine möglichst intensive Färbung zu erhalten, sollte die Pflanze viel Sonne tanken können. Und der Wein hat sogar noch einen weiteren Vorteil: Im Sommer sollen die Ranken „wie eine natürliche Klimaanlage“ wirken, sofern sie die Hausfassade schmücken, schreibt Plantura Garden. Das helfe bei einem angenehm kühlen Klima im Haus.

Wer doch lieber leuchtend gelbe Blätter sammeln möchte, sollte Ginkgo-Bäume aufsuchen. Die Baumart gibt es mittlerweile nicht mehr nur in Japan, sondern auch in Deutschland immer öfter.

Video: Herbstferien in Deutschland: Urlaub von bunten Blättern bis Strand möglich

Daher muss es für den Urlaub in den Herbstferien auch nicht unbedingt ins Ausland gehen. In Deutschland gibt es viele Ziele, wo man seine freien Tage auch ohne allzu lange An- und Abreise genießen kann. Für Strandgänger kann es statt des Urlaubs in Italien, Griechenland oder Spanien auch eine Reise in die „Deutsche Karibik“ zum Fischland Darß-Zingst sein. Im Herbst kann man dort zudem Kraniche beobachten.

Wer es richtig herbstlich und bunt mag, für den empfiehlt sich eine Reise in den Teutoburger Wald. Dort ändern unzählige Bäume im Herbst ihr Kleid, was eine besondere Atmosphäre schafft. Eine Vielzahl an wilden Tieren zeigt sich auch im Herbst noch in der niedersächsischen Elbtaue im UNESCO-Biosphärereservat.

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