Herbst-Blues setzt ein

Kalendarischer Herbstbeginn: Darum werden wir jetzt schneller müde

Am 23. September ist Herbstanfang. Das bedeutet, die Tage werden kürzer und die Menschen werden müder. Doch wo kommt der sogenannte Herbst-Blues eigentlich her?

Deutschland - Am 23. September 2022 beginnt der Herbst. Man bemerkt nicht nur, wie die Luft kühler wird, sondern auch, dass die Tage immer kürzer werden. Die Sonne verabschiedet sich wieder schneller als in den warmen Sommermonaten. Viele freuen sich auf die Zubereitung von Kürbis. Andere gehen im Herbst Pilze sammeln. Aber fast jeder Mensch bemerkt dabei eine erhöhte Müdigkeit. Wie kommt es dazu?

Ort Deutschland
Herbstanfang 2022Freitag, der 23. September 2022
Tag-und-Nacht-GleicheTag und Nacht haben die gleiche Länge

Die Tag-und-Nacht-Gleiche bestimmt den Herbstanfang und die Sonne zieht davon

Es hilft zu wissen, was es mit dem Herbstanfang auf sich hat. Der offizielle Beginn der rauen Jahreszeit in Deutschland und auf der Nordhalbkugel war am 23. September 2022 um genau 3:03 Uhr. Die Sonne ist einmal über den Äquator in den Süden gewandert. Dieser Tag wird auch kalendarischer Herbstanfang genannt. Um 3:03 fand die Tag-und-Nacht-Gleiche statt.

Das bedeutet, dass Tag und Nacht die genau gleiche Länge hatten. Ab hier geht es in Deutschland und auf der Nordhalbkugel dann bergab mit der Helligkeit. Die dunklen Zeiten am Tag überwiegen mehr und mehr. Ab hier nimmt der Herbst-Blues seinen Lauf. Wenn die Sonne aus Sicht der Nordhalbkugel am tiefsten steht, ist der kürzeste Tag erreicht. Dann beginnt der kalendarische Winter. Das ist dieses Jahr am 21. Dezember 2022 um 22.47 Uhr. Danach werden die Tage wieder etwas länger.

Die Müdigkeit im Herbst ist auf die kurzen Tage und die ständige Dunkelheit zurückzuführen

Woher kommt jedoch die Müdigkeit, welche sich parallel zum Herbst entwickelt? Die Antwort ist naheliegend. Zum Zeitpunkt des Herbstanfangs sind Tag und Nacht noch gleich lang. Aber danach werden die Tage kürzer und kürzer. Diese Entwicklung erstreckt sich, wie beschrieben, bis zum Ende der Jahreszeit.

Medizinische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich sicher, dass die ständige Müdigkeit im Herbst etwas mit der Dunkelheit zu tun hat. Wenn es dunkel wird, produziert der Körper mehr Melatonin. Melatonin ist auch als „das Schlaf-Hormon“ bekannt. Es wird von der Zirbeldrüse produziert.

Meistens entsteht das Hormon Melatonin nachts. Wenn die Nacht im Herbst schneller beginnt, schüttet die Zirbeldrüse also auch früher das Hormon Melatonin aus. Die Dunkelheit beeinflusst dementsprechend unser Müdigkeitsempfinden. Gegen die Müdigkeit soll es helfen, wenn man sehr aktiv ist und viel Zeit draußen verbringt. Man kann sich auch spezielle Lampen kaufen, die Tageslicht nachahmen (mehr Tipps und Lifehacks bei RUHR24).

Im Herbst werden die Tage kürzer und viele Menschen bemerken eine erhöhte Müdigkeit.

Der kalendarische Herbstanfang ist nicht das einzige Datum Jahr für den Start des Herbst

Man sollte sich also nicht nur auf die Gartenarbeit im Herbst fokussieren, sondern sich auch auf eine erhöhte Müdigkeit einstellen. Was viele nicht wissen ist, dass es neben dem kalendarischen Herbstbeginn auch ein Datum für den meteorologischen Herbstanfang gibt. Dieser ist jedes Jahr am 1. September und ändert sich nicht. Er dient dazu, allen Jahreszeiten die gleiche Länge zu geben. Das liegt an der meteorologischen Arbeit.

Zum Beispiel können so Wetteraufzeichnungen auf lange Sicht besser miteinander verglichen werden. Zur Entwicklung der Dunkelheit auf der Erdkugel gibt der kalendarische Herbst aber mehr Aufschluss. Auch andere Lebewesen haben es im Winter schwer. Mit ein paar einfachen Tipps kann man zum Beispiel einem Igel im Garten helfen.

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