Kosten steigen sonst noch mehr

Heizung nachts ausschalten oder nicht? Nur selten eine gute Idee

Wie sollte ich nachts und tagsüber heizen? Unter anderem das Baujahr des Hauses und die Ziffern an der Heizung helfen bei der richtigen Einstellung.

Hamburg – Energie sparen und das möglichst ohne große Einschränkungen. Das wünschen sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Herbst 2022 in Deutschland (weitere Service-News auf RUHR24).

Heizen im Haushalt: Das bedeuten die Ziffern und Symbole auf der Heizung

Schneeflocke:Frostschutzstellung
Sonne:Grundeinstellung (20 Grad)
Halbmond:Nachtabsenkung (14 Grad)
Stufe 1:12 Grad
Stufe 2:16 Grad
Stufe 3: 20 Grad
Stufe 4:24 Grad
Stufe 5:28 Grad

Der Ukraine-Krieg hat eine Energiekrise ausgelöst und stellt das Land vor große Probleme. Das Gas wird knapp und Strom immer teurer. Deshalb ist nun vor allem Sparen angesagt.

Heizung nachts abschalten, oder nicht? Im schlimmsten Fall steigen die Kosten

Jetzt sinken die Temperaturen nach und nach ab, die Heizung wird unerlässlich. Um zu sparen, schalten viele Verbraucher ihre Heizung deshalb nachts ab.

Schließlich liegt man in der Nacht ohnehin meist unter einer dicken Decke und merkt gar nicht, wie kalt es tatsächlich ist. Doch das ist gar keine gute Idee und kostet im schlimmsten Fall sogar noch mehr Geld, berichtet 24hamburg.de.

Es gibt Geräte im Haushalt, die du in der Nacht problemlos ausschalten kannst. Außerdem solltest du weitere Stromfresser im Haushalt aufspüren und abschalten.

Heizung nachts nicht ausschalten: Zu viel Energie muss zum Hochfahren aufgewendet werden

Wenn sich die Heizung tagsüber aufwärmt, hält die Wärme sicher die Nacht über an und deshalb kann die Heizung nachts ausgeschaltet und Energie gespart werden. So oder so ähnlich denken im Herbst 2022 viele Menschen. Doch dieses sporadische Heizen ist gar keine gute Idee und spart kein Geld, sondern kostet im schlimmsten Fall noch viel mehr.

Die Heizung sollte bei kühlen Außentemperaturen nachts nicht ausgeschaltet, sondern nur minimal nach unten gedreht werden.

Denn: Schaltet der Verbraucher die Heizung über Nacht aus, kühlt nicht nur die Wohnung oder das Haus automatisch aus, sondern auch das Heizungswasser. Und so braucht es am nächsten Tag viel mehr Energie, um das Heizwasser und die Wohnräume wieder aufzuheizen.

Da die Nächte inzwischen deutlich kälter sind und sich mancherorts sogar schon dem Gefrierpunkt nähern, kann ein Herunterkühlen der Wohnräume nicht mehr verhindert werden. Auch nicht, wenn den ganzen Tag geheizt wurde. Bis deine heruntergekühlten Wohnräume am nächsten Tag wieder eine angenehme Temperatur erreicht haben, dauert es nicht nur eine Weile, sondern kostet auch richtig Geld.

Energiesparen im Haushalt: Wann du wie heizen solltest

Viel besser ist es, die Heizung nachts konstant auf einer niedrigen Stufe weiterlaufen zu lassen, damit weder das Heizwasser noch deine Wohnräume komplett auskühlen. Idealerweise weisen deine Wohnräume immer eine Temperatur zwischen 16 und 18 Grad auf, nicht aber über 20 Grad.

Bei welcher Außentemperatur heizen?

Nicht heizen spart zwar auf den ersten Blick Geld, kann aber im Nachhinein richtig teuer werden. Denn: Nicht heizen kann Schäden in den Wohnräumen wie Schimmel verursachen und sollte daher vermieden werden.

Je nach Gebäude und Baujahr kann die empfohlene Außentemperatur, ab der geheizt werden sollte, variieren. Hier eine Empfehlung:

Altbau und ältere Gebäude (Baujahr vor 1977): Bewohner sollten spätestens ab einer Außentemperatur von 15 Grad Celsius heizen.

Jüngere Gebäude (Baujahr 1977 bis 1995): Hier gilt der Richtwert von 14 Grad Celsius Außentemperatur, um die Heizung einzuschalten.

Gebäude ab Baujahr 1995 und jünger: Hier sollten Bewohner spätestens bei 12 Grad handeln. Je nach Energieeffizienz des Gebäudes sollte auch schon bei wärmeren Außentemperaturen die Heizung eingeschaltet werden.

Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser: Wegen der deutlich besseren Dämmung können Bewohner deutlich länger auf das Heizen verzichten. Als Richtwert gilt, dass spätestens ab 11 Grad Außentemperatur geheizt werden sollte.

Aber woher weiß man eigentlich, wie warm es bei welcher Heizungseinstellung im Raum wird? Was viele nicht wissen: Genau dafür stehen die Zahlen auf dem Heizungsventil.

Stufe 1 steht dabei stellvertretend für 12 Grad im Raum, Stufe 2 für 16 Grad, Stufe 3 für 20 Grad, Stufe 4 für 24 Grad und Stufe 5 für 28 Grad. Ist dein Thermostat dann noch mit einzelnen Strichen versehen, steht jeder Strich stellvertretend für einen weiteren Grad.

Energiesparen beim Heizen: Nachtabsenkung und elektrisches Thermostat können helfen

Wichtig ist außerdem noch zu wissen: Egal welche Stufe du auf deiner Heizung wählst, der Raum wird nicht schneller oder langsamer warm. Er wird nur wärmer oder eben kälter. Und: Je höher die Stufe, desto mehr Energie wird verbraucht.

Um in der Nacht die richtige Temperatur an der Heizung einzustellen, kann auch ein elektronisches Thermostat mit Zeitschaltuhr helfen. Dieses hilft dabei, die Temperatur konstant so zu halten, dass weder die Räume auskühlen noch besonders viel Energie verbraucht wird, die nachher teuer wird. Für alle, die kein elektronisches Thermostat benutzen wollen, gibt es die sogenannte Nachtabsenkung.

Soll man in der Nacht die Heizung ausschalten?

Lieber nicht, sagen Experten. Denn: Die Wohnung kühlt in der Folge komplett aus und auch das Heizungswasser wird kalt. Am nächsten Morgen braucht die Heizung dann viel länger, um sich wieder zu erwärmen und auch die Wohnräume brauchen länger, um warmzuwerden. Dafür wird viel mehr Energie aufgewendet, als nötig ist, um die Heizung nachts auf einer konstant niedrigen Temperatur weiterlaufen zu lassen.

Außerdem drohen im schlimmsten Falle Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung, wenn die Heizung zu lange ausgeschaltet bleibt. Besser ist also: Konstant heizen, nachts etwas herunterdrehen und regelmäßig kurz lüften.

Die Nachtabsenkung wird in der Regel zentral gesteuert und führt dazu, dass die Temperatur in der Nacht automatisch so abgesenkt wird, dass zwar weniger Energie verbraucht wird, die Heizung aber nicht ganz auskühlt. Da man diese Einstellung als Mieter in einer Mietwohnung aber oft nicht alleine steuern kann, empfiehlt es sich, die Heizung nachts zwischen Stufe 1 und 2 laufen zu lassen. Manche Heizungen zeigen an genau dieser Stelle das Symbol des Halbmondes.

Am nächsten Morgen kannst du die Heizung dann wieder etwas aufdrehen und bis maximal 20 Grad einstellen. Im Wohnzimmer und Arbeitszimmer kann es bei Bedarf auch mal zwischen 20 und 22 Grad warm werden. Aber Experten sagen: etwas kühlere Wohnräume und sogar gelegentliches Frieren sind gesund.

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