Öl- und Gas-Preise steigen

Heizkosten senken: 11 Experten-Tipps, um in diesem Jahr Geld zu sparen

Der Herbst kommt und langsam wird es Zeit, die Heizung wieder anzustellen. Das wird allerdings in diesem Jahr richtig teuer. Mit einigen Tipps von Experten lässt sich dennoch Geld sparen.

Deutschland – Verbraucher müssen mit stark steigenden Heizkosten rechnen. Das geht aus dem neuen Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online hervor. Deren Datenanalyse zeigt, dass für das laufende Jahr deutliche Mehrkosten zu erwarten sind.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheitoberste Bundesbehörde
Gründung6. Juni 1986
HauptsitzBonn, NRW

Heizkosten 2021: Preise ziehen gegenüber dem Vorjahr deutlich an

Als Gründe für die Kosten-Explosion geben die Experten steigende Energiepreise, den CO2-Preis, aber auch das kühlere Wetter an. So sei der Preis für Heizöl zwar im Jahr 2020 gefallen, ziehe aber aktuell wieder an. Die Heizkosten mit Heizöl bewegen sich von minus 27 Prozent in 2020 zu plus 44 Prozent in diesem Jahr. Das geht aus dem jährlichen co2online-Heizspiegel hervor, der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.

Insgesamt rechnet der aktuelle Heizspiegel mit diesen Werten:

Energieträger/HeizsystemJahr 2021 (Vorjahr 2020)
Erdgas+13 Prozent/ (-5 Prozent)
Heizöl+44 Prozent/ (-27 Prozent)
Fernwärme+9 Prozent/ (-2 Prozent)
Wärmepumpe+7 Prozent/ (-1 Prozent)
Holzpellets+3 Prozent/ (-6 Prozent)

Corona-Effekte: Steigende Inflation – Teuerungsrate erreicht höchsten Stand seit 28 Jahren

Auch die Inflation wird derzeit von steigenden Preisen für Kraftstoffe und Energie mitbeeinflusst. Laut Statistischem Bundesamt steigen die Verbraucherpreise im September um 4,1 Prozent gegenüber dem September 2020. Die Teuerungsrate erreicht damit den höchsten Stand seit 28 Jahren. So steigen aktuell beispielsweise auch die Preise für verschiedene Lebensmittel – und auch an der Zapfsäule wird es immer teurer.

Die CO2-Abgabe von 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid für das Verbrennen von Benzin, Diesel, Erdgas oder Heizöl ist ein wesentlicher Faktor der steigenden Energiepreise. Daneben ist die Preissteigerung auch auf die vergleichsweise niedrigen Energiekosten im Jahr 2020 zurückzuführen.

Entwicklung der Energiekosten in Deutschland

Experten-Meinung: steigende Inflation in 2021 – nächstes Jahr entspannt sich die Lage

So erklärt Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjukturforschung der Hans-Böckler-Stiftung gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, das höhere Preisniveau und die steigenden Energiepreise machten nur jeweils einen Prozentpunkt bei der Inflationsrate aus.

Die übrigen beiden Prozent seien mit „Sondereffekten“ im Zuge der Pandemie zu erklären. Der Experte rechnet damit, dass die Inflation noch bis Jahresende hoch bleibe, aber ab kommendem Jahr wieder auf unter zwei Prozent sinke.

Steigende Energiepreise: Heizen wird in diesem Jahr teuer, Umstieg bringt am meisten

Aber auch wenn Experten von einer Entspannung der Lage ausgehen: In diesem Herbst und Winter wird es gemäß den Aussagen richtig teuer, die Heizung anzustellen. Dennoch lassen sich laut co2online auch in diesem Jahr Heizkosten sparen. Nach dem Heizspiegel liegt das Sparpotenzial in einer durchschnittlichen Wohnung bei rund 490 Euro pro Jahr.

Wer wissen möchte, wie hoch das Sparpotenzial in seiner Wohnung oder seinem Haus ist, kann dieses auf www.heizspiegel.de berechnen. Am meisten bringe dabei das Sanieren sowie der Umstieg auf erneuerbare Energien, erklären die Experten.

co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz führt an: „Langfristiges Planen mit Heizöl und Erdgas wird so immer schwieriger – neben dem Klimaschutz ein Grund mehr, jetzt auch bei der Heizung den Umstieg auf erneuerbare Energien zu prüfen.“

Heizkosten sparen mit geringem Aufwand – die besten Experten-Tipps

Aber auch mit wenig Aufwand und nur geringen Investitionen lassen sich bereits Heizkosten sparen (weitere Lifehacks auf RUHR24). Ganz gleich, ob Verbraucher zur Miete oder in ihrem Eigenheim wohnen. Die Experten vom Heizspiegel sowie der Verbraucherzentrale nennen die folgenden Tipps, die dabei zu beachten sind:

  • 1. Elektronische Thermostate verwenden: In einem Einfamilienhaus mit 110 m2 und zwölf Heizkörpern spare der Austausch von über 15 Jahre alten Thermostatventilen gegen moderne, programmierbare Thermostatventile pro Jahr 125 Euro, erklärt der Heizspiegel.
  • 2. Regelmäßig Heizkörper entlüften: Wenn die Heizkörper nicht richtig oder auch unterschiedlich warm werden und zudem komisch „gluckern“, ist vielleicht Luft im System. Laut Heizspiegel beutet „jede Luftblase unnötige Energie­verschwendung“. Daher den Heizkörper mit dem Entlüfterschlüssel regelmäßig entlüften. Ausnahme: Einige Heizanlagen verfügen über einen automatischen Entlüfter.
  • 3. Thermostate richtig einstellen: Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Ist die Raumtemperatur höher als nötig, ist auch der Energieverbrauch unnötig hoch. Daher gilt: Bewusst heizen – es macht einen Unterschied, ob es 20 Grad oder 21 Grad warm in der Wohnung ist.
  • 4. Richtig lüften: Kurzes Stoßlüften, statt die Fenster auf Kipp zu lassen, spart ebenfalls Heizkosten – und zwar laut Heizspiegel in einem Einfamilienhaus bis zu 155 Euro im Jahr.
  • 5. Fenster abdichten: Sind Fenster nicht richtig dicht, wird Zugluft zum Problem. Die Folge: Trotz Heizung wird es nicht richtig warm. Hier verschaffen Gummidichtungen oder Schaumdichtungsband an den Fensterspalten Abhilfe. 
  • 6. Rollos, Vorhänge und Jalousien nachts vorziehen: So werden die Fenster von innen zusätzlich isoliert und es bleibt warm im Haus. 
  • 7. Warmwasser sparen: Auch für warmes Wasser wird Heizenergie benötigt. In einem durchschnittlichen Haushalt werden etwa 14 Prozent des gesamten Energieverbrauchs für das Erwärmen von Wasser benötigt, erläutert der Heizspiegel. Daher sollten Verbraucher sparsam damit umgehen. Hilfreich sind hier ein Sparduschkopf oder ein Durchflussbegrenzer.
  • 8. Hydraulischen Abgleich durchführen: Ist es in verschiedenen Räumen unterschiedlich warm, obwohl die Thermostate überall gleich eingestellt sind, kann ein hydraulischer Abgleich helfen. Dadurch erhalte jeder Heizkörper genau die Menge an Heizungswasser, die für die gewünschte Wärme nötig sei, erklärt der Heizspiegel. Wichtig zu wissen: Ein solcher Abgleich muss von einer Fachkraft durchgeführt werden. 
  • 9. Heizungspumpe tauschen: Hierfür ist ebenfalls ein Heizungshandwerksbetrieb notwendig. Heizungspumpen seien für fast 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Hauses verantwortlich, bemerkt der Heizspiegel. Der Austausch älterer Pumpen gegen moderne, effizientere könne sich bereits nach wenigen Jahren rechnen.
  • 10. Heizungskörpernische dämmen: Besonders in Gebäuden aus den 1960er- und 70er-Jahren seien Heizkörpernischen in Außenwänden sehr häufig nicht gedämmt, erläutert die Verbraucherzentrale. Durch die geringe Wandstärke ist der Wärmeverlust hier besonders hoch – eine Dämmung schafft dann Abhilfe.
  • 11. Heizungsrohre dämmen: Ungedämmte Heizungsrohre – beispielsweise im Keller – geben unnötig Wärme ab. Daher sollten Rohre stets gut isoliert sein. Dazu gibt es vorgefertigte Dämmschalen oder -schläuche, die einfach um die Rohre geklebt werden, erklärt die Verbraucherzentrale.

Wer einige dieser Tipps beim Heizen beherzigt, kann laut den Experten einiges an Energiekosten einsparen. Dann schmerzen auch die steigenden Preise nicht mehr ganz so schlimm.

Rubriklistenbild: © dpa

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