Falsche Sparsamkeit

Weniger heizen und Geld sparen? Achtung vor mieser Nebenwirkung

Aus Sorge vor den hohen Preisen für Gas und Strom lassen viele Menschen die Heizung lieber aus. Dadurch werden Wohnung oder Haus anfällig für Schimmel.

Dortmund – Die Kosten für Gas steigen stark. Eine Kilowattstunde Gas kostet laut NDR im Mittel derzeit 37,3 Cent für Neukunden. Vor einem Jahr waren es noch 6,1 Cent. Viele Menschen versuchen wegen der hohen Preise Energie zu sparen und lassen die Heizung möglichst aus. Der Grundgedanke ist richtig: Jedes Grad weniger im Haus spart laut Verbraucherzentrale ungefähr sechs Prozent der Heizkosten.

ThemaSchimmelpilz
Voraussetzung für die VerbreitungAusreichendes Angebot an Flüssigkeit
VermehrungAuf ungeschlechtlichem Wege über Sporen
FolgenSchimmelflecken an Gegenständen oder Bauteilen, gesundheitliche Belastung der Bewohner

Feuchtigkeit sorgt für Schimmel in den eigenen vier Wänden

Ohne zu Heizen sammelt sich in Räumen allerdings immer mehr Feuchtigkeit an – optimale Bedingungen, damit Schimmel sich ausbreiten kann. Schimmelpilzsporen sind laut Umweltbundesamt immer im Innenraum vorhanden. Sie wachsen aber nur, wenn sie auf eine feuchte Oberfläche treffen.

Dann wird der Schimmelbefall bei manchen Arten irgendwann auch für das menschliche Auge sichtbar: Farbige, oft braune oder schwarze Flecken bilden sich an Decken, Wänden oder Möbeln. Es gibt aber auch Pilze, die sich unsichtbar ausbreiten.

Muffiger, modriger Geruch in Räumen ist in diesen Fällen ein erster Hinweis. Laut Experten ist jede zweite Wohnung in Deutschland von Schimmel befallen, schreibt der Verbands Privater Bauherren (VPB).

Schimmel durch richtiges Lüften und regelmäßiges Heizen vorbeugen

Werden Schimmelsporen in einer befallenen Wohnung oder einem befallenen Haus in großer Zahl eingeatmet, kann das für Bewohner gefährlich werden. Schimmelpilze können allergische Reaktionen hervorrufen und steigern das Risiko für Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen, schreibt das Bundesumweltamt.

Gerade bei kalten Temperaturen ist es deshalb wichtig, gleichmäßig zu heißen und regelmäßig zu lüften. Dadurch wird die Feuchtigkeit in der Luft reduziert. Schimmel kann dann nicht mehr so leicht wachsen.

Richtig Lüften, um Feuchtigkeit in den Räumen loszuwerden

Um Schimmel zu verhindern, sollte mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten stoßgelüftet werden. Bedeutet: Die Fenster nicht nur kippen, sondern ganz öffnen und am besten noch für Durchzug sorgen. So ist der Luftaustausch am besten. Die feuchtesten Räume im Haus sind Küche und Bad. Dort ist die Schimmel-Gefahr am größten.

Insbesondere hinter Möbeln staut sich oft Feuchtigkeit. Um Schimmelbildung dort vorzubeugen, sollten sie einige Zentimeter von der Wand entfernt stehen.

Aber auch Schlaf- und Wohnzimmer brauchen mindestens zweimal täglich frische Luft. Denn nicht nur Duschen oder Kochen bedeuten Feuchtigkeit, sondern Menschen geben alleine durch das Atmen und Schwitzen Wasser in die Luft ab. Bei einem Vierpersonen-Haushalt kommen laut Bundesumweltamt 12 Liter Flüssigkeit am Tag zusammen.

Lüften und Heizen muss gemeinsam passieren, um Schimmel zu verhindern

Wieso sollte aber zusätzlich zum Lüften noch geheizt werden? Das liegt daran, dass kühle Luft die Feuchtigkeit im Raum nicht so gut binden kann wie warme Luft. Durch die Heizung gewärmte Luft nimmt die überschüssige Feuchtigkeit im Raum auf und transportiert sie beim Lüften nach draußen.

Kalte Luft dagegen lässt die Feuchtigkeit im Raum. Die setzt sich dann vor allem an die kühlen Außenwände. Schimmel und feuchte Stellen sind die Folgen. Auch unbenutzte Räume sollten deshalb nicht komplett auskühlen, sondern mindestens 16 Grad warm sein (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Optimale Raumtemperatur in Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer

Die Expertenmeinungen zu der Frage, welche Raumtemperaturen optimal sind, gehen leicht auseinander. Auch das Wärmeempfinden von Menschen ist sehr individuell. Mit Temperaturen um die 20 Grad im Wohn- und Essbereich kommt man dem Ideal aber sehr nahe.

Im Schlafzimmer dürfen es 16 bis 18 Grad sein. Nachts sollte die Heizung nicht ausgestellt werden. Beim Lüften dagegen natürlich schon, damit die Wärme nicht sofort verfliegt. Danach die Räume einfach wieder auf ihre Normaltemperatur heizen..

Um das richtig umzusetzen, ist es wichtig zu wissen, was die Symbole und Einstellungen an der eigenen Heizung bedeuten. Oft steht die Stufe 3 zum Beispiel für 20 Grad. Raumtemperatur und -feuchtigkeit können außerdem durch Thermo-Hygrometer kontrolliert werden.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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