Schöner Herbstgarten mit Erika

Heidekraut winterhart machen: Pflege-Tipps für die kalte Jahreszeit

In Herbst und Winter gehört Heidekraut zu den Klassikern im Garten. Langweilig ist die Pflanze deswegen keineswegs: Mit der richtigen Pflege wird Heide zum bunten Blütenmeer.

Dortmund – Im Herbst macht sich in vielen Gärten Tristesse breit: Die Blütenpracht des Sommers ist Vergangenheit und auch die letzten bunten Herbstblumen fangen schon bald an zu welken. Doch gegen traurige und triste Gärten ist ein Kraut gewachsen: das Heidekraut. Insbesondere die Winterheide setzt in Gärten auch in der kalten Jahreszeit farbenfrohe Akzente.

Pflanze Winterheide (Erica carnea)
Gattung Heidekrautgewächse (Ericaceae)
HeimatEuropa

Heidekraut im Garten: Bunter Farbtupfer in der kalten Jahreszeit

Heidepflanzen sind winterhart und gelten als robust und pflegeleicht. Doch damit sie ihr volle Schönheit entfalten, freuen sich auch die genügsamen Pflanzen über ein bisschen Pflege. Besonders der Standort, an denen das Heidekraut gepflanzt wird, sollte sorgfältig ausgewählt werden. Denn fühlt sich das Heidekraut wohl, entzückt es Gartenfreunde im Herbst und Winter mit weißen, zartrosa und kräftig lila-roten Blüten.

Wer seinen Garten in diesem Jahr noch mit Heidekraut bepflanzen möchte, sollte schnell sein. Zwar ist der Herbst die beste Jahreszeit, um das Kraut in die Erde zu setzen, doch im November ist die Pflanzzeit schon fast vorbei. Idealerweise sollte es laut NDR bereits im September oder Oktober eingepflanzt werden. Doch mit den letzten Sonnentagen gedeihen die Pflanzen auch noch, wenn sie erst jetzt eingepflanzt werden.

Dafür sollte der Standort dann aber sorgfältig ausgesucht werden. Heidekraut steht am liebsten frei in der vollen Sonne. Wer wenig Sonne im Garten hat, sollte dem Heidekraut zumindest einen Standort im lichten Halbschatten, zum Beispiel unter Bäumen gönnen. Das gilt sowohl für die Sommer- oder Besenheide, als auch für die Winter- oder Schneeheide.

Heide ist nicht gleich Heide: Unterschiedlichen Ansprüchen im Garten gerecht werden

Doch ansonsten gilt: Heide ist nicht gleich Heide. Denn während die Besenheide, wie Mein schöner Garten weiß, in der Natur hauptsächlich auf sandigen oder steinigen Böden vorkommt, toleriert die Winterheide auch sandig bis lehmige Böden.

Die Sommer- oder Besenheide (Calluna vulgaris) ist also keine Erika (Winter- oder Schneeheide). Die Besenheide blüht von August bis September und kann dann in der Lüneburger Heide in ihrer vollen Pracht bewundert werden. Viele Erika-Arten blühen dagegen zwischen Dezember und Mai, einzelne Sorten wie die „Winter beauty“ fangen laut Gartenjournal aber auch schon im November an zu blühen (mehr Tipps rund um den Garten auf RUHR24).

Ein violettes Meer aus Heidekraut: So schön kann die winterharte Pflanze sein.

Sandige Böden im Garten lassen sich durch einen einfachen Test erkennen: Wenn die Erde zwischen den Händen zerbröselt und sich nicht zu einer „Wurst“ rollen lässt, liegt eine leichter, sandiger Boden vor – gerade richtig, um Heidekraut zu pflanzen. Lehmige, schwere Böden eignen sich dagegen weniger, um Heidekraut zu pflanzen. Denn auch die Winterheide mag keine Staunässe.

Heide: Sonnige Standorte im Garten lassen Pflanzen gedeihen

Dementsprechend eignen sich auch eher nährstoffarme, möglichst kalkfreie Böden, um einen schönen Blütenteppich aus Heidekraut durch den Garten fließen zu lassen. Der pH-Wert sollte laut MDR zwischen 4 und 5 liegen, also eher im sauren Bereich. Doch auch hier ist die Winterheide wieder etwas toleranter und kommt laut Mein schöner Garten auch mit schwach alkalischen Böden zurecht.

Ob die Erde im Garten kalkhaltig ist, oder nicht, lässt sich oft schon mit dem bloßen Auge erkennen. Kleine Steine und blasse Erdklumpen sind laut gartentipps.com ein erster Hinweis auf kalkhaltige Böden, welche das Heidekraut nicht gerne mag. Gewissheit bringt allerdings nur eine Bodenanalyse.

Heidekraut im Garten zurückschneiden: Heidschnucken machen vor, wie es geht

Besonders hübsch anzusehen ist das Heidekraut, wenn es grüppchenweise in den verschiedenen Farbtönen gepflanzt wird. Beim Einpflanzen rät der NDR darauf zu achten, dass die Pflanzen genügend Platz haben, um sich zu entwickeln. Deshalb sollte zwischen jeder Pflanze rund acht bis zwölf Zentimeter liegen. Hornspäne geben den jungen Pflanzen dann die nötige Energie, um kräftig zu wachsen.

Achtung: In sehr trockenen Phasen sollte das Heidekraut bewässert werden. Da sandiger Boden Wasser nicht gut speichern kann, sollte darauf wie bei vielen immergrünen Pflanzen auch im Winter geachtet werden. Nach der Blüte sollte die Winterheide im Frühjahr gut zurückgeschnitten werden. So wird die Blütenbildung für den nächsten Herbst stimuliert. Dabei sollte man allerdings nicht zu tief ins alte Holz schneiden, und es stattdessen den Heidschnucken gleichtun, die in der Natur für den natürlichen Rückschnitt sorgen und ebenfalls bevorzugt die Blütentriebe fressen.

Rubriklistenbild: © JOEL SAGET/afp

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