Trotz Umsatzplus

Haribo erhöht Preis für beliebtes Produkt

Der Süßwarenhersteller Haribo zieht die Preise an. Das Bonner Unternehmen passt dafür eine Verpackung an.

NRW – Die explodierenden Preise für Lebensmittel machen Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin zu schaffen. Bei Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl und Edeka sind zahlreiche Produkte deutlich teurer geworden – zuletzt waren Fleisch- und Molkereiartikel von den Erhöhungen betroffen. Jetzt zieht ein Süßwarenhersteller die Preise merklich an.

Haribo-Holding GmbH & Co. KGDeutscher Süßwarenkonzern
HauptsitzBonn
Gründung13. Dezember 1920

Preisanstieg bei Haribo: Konzern verzeichnet ein deutliches Umsatzplus

Nachdem Haribo schwierige Zeiten zu bewältigen hatte, geht es beim Bonner Süßwarenhersteller wieder bergauf, berichtet die Lebensmittel Zeitung (LZ). Zwar hatte unter anderem der zwischenzeitliche Streit zwischen Lidl und Edeka auf der einen und Haribo auf der anderen Seite dafür gesorgt, dass der Umsatzeinbruch um 10 Prozent bis Ende 2020 kaum kompensiert werden konnte.

Doch in den ersten fünf Monaten 2022 konnten Händler gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr mit Haribo-Artikeln laut Marktforschungsdaten rund 12 Prozent mehr einnehmen. Besonders die Klassiker wie „Goldbären“, „Color-Rado“ und „Tropifrutti“ seien bei den Kunden gefragt.

Preisanstieg bei Haribo: Süßwarenhersteller gibt mehr Geld für Werbung aus

Andere Süßwarenhersteller hätten es demgegenüber nicht leicht, laut der LZ stagniere der Markt aktuell. Haribo hingegen verzeichnet mehr Umsatz, die ruhige Arbeit an der Konzernspitze sei nach den ständigen Manager-Wechseln zuvor dafür mit ausschlaggebend gewesen.

Auch dass der Bonner Süßwarenhersteller zuletzt 56 Prozent mehr Geld in Werbung gesteckt hatte, habe zum Umsatzerfolg beigetragen. Unter Berufung auf Nielsen-Media-Zahlen berichtet die LZ, dass Haribo die Brutto-Werbeausgaben „in der ersten Hälfte dieses Jahres um 56 Prozent auf 76 Mio. Euro“ gesteigert habe – das sei weitaus mehr als bei den Konkurrenten Storck und Mondelez, die beispielsweise Milka-Schokolade herstellen.

Preisanstieg bei Haribo: Unternehmen von Inflation und Lieferengpässen betroffen

Vor den aktuellen Begleitumständen wie der Inflation, die in NRW vereinzelt zu Preisexplosionen geführt hat, oder Lieferengpässen bleibt allerdings auch Haribo nicht verschont. Die „stark gestiegenen Kosten“ seien ursächlich dafür, dass der Konzern nun die Preise anzieht, erklärte Deutschland-Vertriebschef Gordon Kaup gegenüber der LZ.

Naschkatzen müssen bei Haribo-Produkten bei Aldi, Lidl oder Rewe künftig tiefer in die Tasche greifen. Denn das Unternehmen will seinen aktuell positiven Umsatztrend durch deutliche Preissteigerungen fortsetzen.

Preisanstieg bei Haribo: Preiserhöhung durch Verkleinerung von Goldbären-Tüten

Die bei Süßigkeiten-Fans beliebten Klassiker, die Goldbären, werden deutlich teurer – auch wenn das beim flüchtigen Blick auf das Preisschild in den Regalen wohl vorerst nicht allen Verbrauchern auffallen wird. Der Preis bleibt nämlich gleich, allerdings verkleinert Haribo die Tüten und verringert die Menge der enthaltenen Fruchtgummis, berichtet die LZ.

Die klassische Goldbären-Tüte sei zukünftig nicht mehr 200 Gramm, sondern nur noch 175 Gramm schwer, erklärt Gordon Kaup der LZ. Die Reduzierung der Verpackungsgröße und des Inhalts solle allerdings „ganz transparent“ geschehen – die Kunden sollen die Verkleinerung erkennen können.

Haribo-Preis für 360-Gramm-Tüte bleibt gleich

Immerhin bleiben der Preis und die Menge der größeren 360 Gramm-Verpackungen demgegenüber gleich – zumindest vorerst, berichtet das Nachrichtenportal Watson.

Laut der LZ habe Haribo die unverbindliche Preisempfehlung für die bei Discountern beliebten Großpackungen von 1,29 auf 1,39 Euro erhöht. Damit ist der Preis gemeint, der dem Handel vom Hersteller, Importeur oder Großhändler als Weiterverkaufspreis an den Kunden empfohlen wird. Nach der Preiserhöhung für die kleineren Verpackungen verlangt Haribo laut der LZ „von Händlern in ähnlichem Umfang mehr Geld“.

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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