Tipps für Verbraucher

Handyvertrag richtig kündigen: Achtung bei Frist und Kündigungsschreiben

Einen Handyvertrag zu kündigen ist gar nicht so einfach und häufig stressig. Wir erklären, wie Kunden den Ärger bei der Kündigung vermeiden.

Nordrhein-Westfalen - Mit Tricks und nervigen Anrufen versuchen Telefonunternehmen ihre Kunden bei sich zu halten. Mit diesen Tipps, kann viel Ärger bei der Kündigung eines Handyvertrags gespart werden.

VereinVerbraucherzentrale
Rechtsformeingetragener Verein
Gründung2000
SitzBerlin, Deutschland
Beschäftigte209 (2019)
VorsitzKlaus Müller

Kündigung des Handyvertrags: Tipps und Tricks von der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale von Nordrhein-Westfalen gibt Tipps zur Kündigung eines Handyvertrags. Unter anderem räumt die Verbraucherzentrale das Gerücht aus der Welt, Kündigungen müssten mit einem Anruf erneut bei dem Mobilfunkunternehmen bestätigt werden. Das stimmt generell nicht.

Häufig sollen die Bitten um einen Rückruf nur ein weiteres Gespräch herbeiführen, um mit dem Kunden eventuell doch noch erneut eine Verlängerung auszuhandeln ‒ also reine Werbung. Dazu gibt es bereits einen Präzedenz-Fall am Landgericht Kiel.

Damals hat der Anbieter Mobilcom-Debitel anerkannt, dass ein Anruf nicht nötig sei, „um die Kündigung bearbeiten zu können“. So formulieren es Mobilfunkanbieter häufig.

Handyvetrag: Fristgerechte Kündigung und Belege sind wichtig

Das bedeutet: Wenn eine Kündigung fristgerecht bei einem Empfänger eingeht, ist sie immer wirksam. Deswegen ist es wichtig, dass Verbraucher dafür einen Beleg haben. In den meisten Fällen sind die Kunden dazu verpflichtet die Kündigungsfrist von drei Monaten einzuhalten.

Die genau Kündigungsfrist ist jeweils in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Mobilfunkanbieter festgelegt. Laut rechtecheck.de sollten Verbraucher aber ihre Kündigung etwas früher einreichen als nötig, um ungewollten Ärger zu umgehen.

Handyvertrag richtig kündigen: Worauf muss ich achten?

Dafür eignen sich Einschreiben per Post oder ein Fax-Schreiben mit Sendebericht am besten, da bei beiden Möglichkeiten Belege ausgestellt werden. Denn im Zweifelsfall muss der Verbraucher diesen Beweis vorlegen können. Um auf Nummer sicher gehen zu können, kann eine Kündigungsbestätigung beim Einreichen des Kündigungsschreibens verlangt werden.

Wer seine Kündigung jedoch online vormerken möchte, muss aufpassen. Denn mit der Funktion, die viele Mobilfunkunternehmen auf ihrer Internetseite anbieten, wird der Vertrag nicht unbedingt direkt gekündigt.

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Kennt ihr das? Nachdem ihr euren Handyvertrag gekündigt habt, schickt euer Anbieter keine Kündigungsbestätigung, sondern bittet um euren Anruf. Dass das so nicht in Ordnung ist, hat nun auch Mobilcom-Debitel eingesehen. Unsere Kollegen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatten geklagt. Die Rückrufbitten der Mobilfunker sind in der Regel schlichte Werbung. Die Unternehmen haben die Hoffnung, in einem Telefonat ihre Kunden doch noch zum Bleiben überreden zu können. Aber auch ohne euren Anruf ist eine Kündigung wirksam – wenn sie der Kündigungsfrist entsprechend rechtzeitig ankommt. Aber Achtung: Eine Kündigungsvormerkung, die manche Anbieter auf ihren Internetseiten zur Verfügung stellen, ist tatsächlich keine wirksame Kündigung! Wenn ihr die nutzt, müsst ihr euch danach noch mal melden. Infos und eine interaktive Vorlage zum Erstellen eurer Kündigungen findet ihr auf unserer Internetseite. 👉 Bio-Link #handy #handyvertrag #mobilfunk #mobilfunkvertrag #kündigung #kündigen #urteil #verbraucherzentrale

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Verbraucherzentrale: Deswegen rufen Mobilfunkanbieter auch noch nach der Kündigung an

Denn hier ist Anruf zur Bestätigung der Kündigung Pflicht und damit gar nicht so bequem, wie gedacht. Laut der Verbraucherzentrale kann es in diesem Fall deshalb schneller zu Komplikationen bei der Kündigung kommen, da es keine Beweise für die Kündigung gibt, die der Kunde vorlegen kann. Vor einiger Zeit hat die Verbraucherzentrale bereits Kunden vor Bezahlvorgängen im Internet mit Paypal oder Klarna gewarnt.

Doch auch nach der Kündigung des Handyvertrags rufen die Mobilfunk-Unternehmen gerne noch einmal an, um erneut die Werbetrommel zu rühren. Wer jedoch schon vorher in dem Kündigungsschreiben erwähnt, dass er keine weiteren Anrufe erhalten möchte, ist meist davor geschützt.

So wird die Kündigung von einem Handyvertrag richtig und sicher geschrieben

Unternehmen dürfen die ehemaligen Kunden weiterhin nach der Kündigung anrufen oder per Mail und Post kontaktieren, da der Vertrag zwar abgelaufen ist, jedoch nicht die Erlaubnis zur Nutzung von persönlichen Daten. Auf der Webseite der Verbraucherzentrale gibt es ein Muster für Kündigungsschreiben, wo dies auch erwähnt wird.

Vorsicht auch bei diesem Fall: Viele Verbraucher denken bei einem Anbieter-Wechsel, dass der neue Anbieter die Kündigung des alten Vertrags übernimmt. Laut handy.de ist das nur bei Festnetz-Verträgen der Fall. Bei Mobilfunkverträgen müssen Kunden immer selbst kündigen.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/ dpa & Siebel/ RUHR24; Collage: RUHR24

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