Steigende Infektionen

Hamsterkäufe wegen Corona: Jetzt gibt die Bundesregierung Klopapier-Garantie

Wegen der steigenden Corona-Neuinfektionen nehmen die Hamsterkäufe in Deutschland wieder zu. Laut Regierung gebe es aber genug Klopapier und Lebensmittel.

NRW – Man könnte meinen, die Deutschen hätten nichts gelernt. Schon im Frühjahr, als die Corona-Pandemie langsam anfing, haben etliche Menschen bestimmte Lebensmittel und Hygieneprodukte gehortet. Darunter vor allem Nudeln, Seife und - Klopapier. Und auch wenn es immer wieder hieß, dass Hamsterkäufe nicht sein müssen, hörte die Bunkerei erst Wochen später wieder auf. Und jetzt, mitten in der zweiten Corona-Welle im Herbst, fängt sie wieder an.

VirusCoronavirus
AuswirkungenLockdown, Hamsterkäufe, Wirtschaftskrise
LockdownAb März 2020
Besonders betroffene BundesländerNRW, Bayern, Baden-Württemberg

Hamsterkäufe wegen Corona: Einzelhändler aus NRW appelliert an gesunden Menschenverstand

In Wuppertal (NRW) appellierte ein Einzelhändler erst vor wenigen Tagen an den gesunden Menschenverstand, die Hamsterkäufe wegen Corona sein zu lassen. Er und seine Mitarbeiter hätten mitbekommen, wie die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln wieder angestiegen sei. „Dieses Verhalten ist anderen Kunden gegenüber, die ‚normal‘ einkaufen, einfach nur egoistisch. Denn die stehen am Ende vor leeren Regalen“, hieß es.

Doch offenbar scheinen derartige Aussagen wenig Wirkung zu zeigen. Wie eine aktuelle Umfrage nun ergab, wolle sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit rund 6000 Teilnehmern Mitte Oktober.

Hamsterkäufe: Insbesondere junge Menschen wollen wegen Corona Lebensmittel bunkern

Neun Prozent der Umfragenteilnehmer antworteten mit „ja“ oder „eher ja“. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich allerdings ausdrücklich gegen die Hamsterkäufe aus. Das Erstaunliche hingegen: Unter den angehenden Hamsterkäufern waren vor allem jüngere Menschen zwischen 25 und 34 Jahren. 15 Prozent von ihnen antworteten mit „ja“ oder „eher ja“.

Hamsterkäufe und knappe Lebensmittel: Bundesregierung und Einzelhändler geben Entwarnung

In Bezug auf die drohenden Hamsterkäufe gab der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels am Montag Entwarnung: „Wir beobachten derzeit keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden”, betonte ein Sprecher. Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten ginge aktuell nicht über den normalen Bedarf hinaus. Das Gleiche teilten auch Edeka und Rewe mit (alle Service-Artikel auf RUHR24.de).

Wegen der steigenden Corona-Infektionen kommt es in Deutschland wieder zu Hamsterkäufen. Die Bundesregierung warnt.

Einzig bei Aldi Süd und Nord verzeichne man aktuell einen leichten Anstieg an bestimmten Produkten – insbesondere im Papier-Sortiment. Bei Kaufland hätte man in einzelnen Filialen eine vermehrte Nachfrage feststellen können, allerdings nicht deutschlandweit.

Politiker geben Garantie für Lebensmittel und Klopapier während der Corona-Pandemie

Auch im Bild-Talk mit Verkehrsminister Andreas Scheuer kamen die Hamsterkäufe zur Sprache. Dort wurde er gefragt, ob er garantieren könne, dass es während der gesamten Corona-Pandemie immer genug Klopapier geben würde. „Ja“, antwortete er.  „Es war nie ein Notstand an dieser Stelle da. Bei den Versorgungsartikeln war immer eine Grundversorgung sichergestellt.”

Bundesagrarministerin Julia Klöckner appellierte an die Verbraucher, trotz der steigenden Corona-Neuinfektionen nicht wieder mit den Hamsterkäufen anzufangen. „Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Die Lieferketten funktionieren – das gilt nach wie vor.“ Auch Kanzleramtschef Helge Braun sagte, man müsse sich keine Sorgen machen. Ob das klappt, werden die kommenden Wochen zeigen.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa