Keltischer und christlicher Ursprung

Halloween 2021: Was wir feiern – und wo der 31. Oktober ein Feiertag ist

Es wird gruselig: Halloween steht bevor! Kürbisse werden geschnitzt und Kostüme bereitgelegt. Aber warum eigentlich und ist der 31. Oktober ein Feiertag?

Dortmund – Wenn die Kürbisse auf einmal hässliche Fratzen ziehen und das TV-Programm einen Grusel-Klassiker nach dem anderen rausfeuert, dann ist es wieder so weit: Halloween steht bevor. Bei dem schaurig schönen Fest geht es um Geister, Zombies und Monster. Aber was steckt dahinter? Und viel wichtiger: Ist Halloween eigentlich ein gesetzlicher Feiertag?

FestHalloween
Datum31. Oktober
Ursprungwahrscheinlich Samhain

Halloween: Das Gruselfest stammt nicht aus den USA, sondern aus Europa

Es ist kaum zu leugnen, das Grusel-Fest ist längst auch in Deutschland angekommen. Das ist nicht nur daran zu erkennen, dass Supermärkte und Discounter schaurige Dekoration oder Süßigkeiten im Halloween-Look anbieten. Am Abend des 31. Oktobers laufen auch Scharen von kleinen Zombies, Werwölfen, Vampiren und Hexen durch die Straßen.

Die verkleideten Kinder verlangen mit „Süßes oder Saures“ nach Süßigkeiten. Bekommen sie diese nicht, drohen sie mit einem Streich. „Trick or Treat“ heißt das im amerikanischen Original.

Aber auch wenn Halloween durch und durch amerikanisch scheint, hat das Fest seinen Ursprung wohl in Irland. Mit der Jagd nach Süßem hatte Halloween ursprünglich ebenfalls wenig zu tun.

Halloween: Kelten wollten Geister, Dämonen und Tote vertreiben

Halloween geht laut Redaktionsnetzwerk Deutschland und ndr.de auf verschiedene christliche und heidnische Einflüsse zurück. Demnach stammen die Bräuche zu Halloween offenbar von den Kelten. Diese haben zu Ehren des Totengottes jährlich am 31. Oktober ein Fest namens Samhain abgehalten. Sie feierten damit zugleich ihre Ernte und den Beginn der kalten Jahreszeit. 

Die Kelten glaubten daran, dass böse Geister, Dämonen und Verstorbene während der dunklen Jahreszeit aus dem Totenreich in die irdische Welt gelangen. Um sie zu vertreiben, entzündeten sie Feuer und um von den Geistern und Dämonen nicht erkannt zu werden, verkleideten sie sich.

Es wird vermutet, dass Halloween seinen Ursprung in dem keltischen Fest „Samhain“ hat.

Halloween: der Ursprung ist nicht bewiesen

Andere Quellen allerdings meinen, es sei nicht bewiesen, dass es ein Fest namens Samhain gegeben habe, welches sich kontinuierlich zum heutigen Halloween entwickelte. Dennoch soll der Beginn der dunklen Jahreszeit eine Zeit gewesen sein, in der sich die Kelten vor dunklen Mächten wappnen mussten.

So oder so, klar ist, dass Halloween ursprünglich aus Irland stammt und, dass das Fest mit der Einwanderungswelle um 1830 nach Amerika gekommen ist. Dort wurde das Fest immer beliebter, während es in Europa fast in Vergessenheit geraten ist.

„Trick or Treat“ hat wohl einen christlichen Ursprung

Der besonders bei Kindern beliebte Brauch des „Trick or Treats“ geht wahrscheinlich auf die ersten Umzüge zu Allerseelen (2. November, kein gesetzlicher Feiertag) zurück. Bei den ersten Umzügen in England bettelten die Armen um Nahrung oder sogenannte „Soul cakes“.

Im Gegenzug für die süßen Kuchen, versprachen sie, für die Seelen der Verstorbenen der Familien zu beten. Dieser Brauch wurde im Mittelalter von der Kirche gefördert und sollte heidnische Bräuche, Gaben für die Geister vor die Haustür zu stellen, ablösen.

Halloween 2021: „All Hallows‘ Eve“ vor Allerheiligen

Auch der Name Halloween hat christlichen Ursprung: Mit „All Hallows‘ Eve“ wurde der Vorabend von Allerheiligen bezeichnet – ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird. Allerheiligen (1. November) ist ein einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag, an dem viele Menschen freihaben:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Halloween 2021: Kein Feiertag, aber trotzdem frei – zumindest in manchen Bundesländern

Und Halloween? Ist Halloween in Deutschland auch ein Feiertag, an dem wir freihaben? Nein, aber einige Menschen dürfen sich dennoch über einen freien Tag freuen, denn Halloween fällt immer auf den Reformationstag.

Der Reformationstag findet immer am 31. Oktober statt und ist ein Feiertag der evangelischen Kirche. An diesem Tag wird der Reformation der Kirche durch Martin Luther gedacht. In diesen Bundesländern ist der Reformationstag am 31. Oktober ein gesetzlicher Feiertag:

  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Vorwiegend katholisch geprägte Bundesländer wie NRW und Bayern haben an diesem Tag also nicht frei, dürfen sich aber über Allerheiligen freuen. Nur Berlin und Hessen schauen gänzlich in die Röhre, bei ihnen sind beide Tage keine Feiertage.

Halloween 2021: bei Feiern stillen Feiertag beachten

2021 haben viele Halloween-Fans Glück – denn das beliebte Fest fällt auf einen Sonntag. Wer an Allerheiligen (Montag, 1. November) frei hat, kann sich also freuen. Bei ausschweifenden Halloweenpartys gibt es aber ein paar Regeln zu beachten. Denn der darauffolgende Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist ein sogenannter „Stiller Feiertag“.

Daher müssen bestimmte Ruhezeiten in den eher katholisch geprägten Bundesländern beachtet werden. In NRW beispielsweise sind öffentliche Tanzveranstaltungen und laute Musik in Kneipen und Clubs von 5 bis 18 Uhr an Allerheiligen verboten. Somit enden Halloweenpartys spätestens um 5 Uhr morgens.

Nach Corona-Absagen: 2021 endlich wieder Halloween feiern

Im letzten Jahr machte allerdings die Corona-Pandemie einen Strich durch die Halloween-Partys. In diesem Jahr finden viele der beliebten Feiern unter den entsprechenden Corona-Auflagen wieder statt. Anders als noch im letzten Jahr wird auch nicht mehr grundsätzlich davor gewarnt, dass Kinder um die Häuser ziehen. Dennoch sollten Eltern beim Trick or Treat einige Regeln beachten, mahnt das Gesundheitsministerium NRW.

Wer noch nicht auf öffentliche Partys möchte, kann sich natürlich auch zu Hause einen schaurigen Abend machen. Dazu gehören klassischerweise gruselige Halloween-Filmklassiker, passende Grusel-Snacks – und ein geschnitzter Kürbis. Er gehört wohl zu den bekanntesten Bräuchen und wird auch als Jack O‘Lantern bezeichnet.

An Halloween zieren fiese Kürbis-Fratzen die Straßen.

Gruselige Kürbisse an Halloween sind ein Muss!

Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland geht der Brauch zurück auf die Gestalt des Jack Oldfield, der einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen haben soll und fortan mit einer beleuchteten Rübe zwischen den Welten wandelt.

Wo es in Irland noch die beleuchtete Rübe war, hat sich in Amerika der größere und gängigere Kürbis durchgesetzt. Er wird mit gruseligen Grimassen verziert und soll böse Geister vertreiben.

Rubriklistenbild: © Paul Braven/dpa

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