Keltischer und christlicher Ursprung

Halloween 2020: Woher die Bräuche stammen und ob es ein Feiertag ist

Es wird gruselig: Halloween steht bevor! Kürbisse werden geschnitzt und Kostüme bereitgelegt. Aber warum eigentlich und ist der 31. Oktober ein Feiertag?

Dortmund – Wenn die Kürbisse auf einmal hässliche Fratzen ziehen und das TV-Programm einen Grusel-Klassiker nach dem anderen rausfeuert, dann ist es wieder so weit: Halloween steht bevor. Bei dem schaurig schönen Fest geht es um Geister, Zombies und Monster. Aber warum eigentlich? Und viel wichtiger: Ist Halloween ein Feiertag?

FestHalloween
Datum31. Oktober
Ursprungwahrscheinlich Samhain

Halloween: Das Gruselfest stammt nicht aus den USA, sondern aus Europa

Es ist kaum zu leugnen, das Grusel-Fest ist längst auch in Deutschland angekommen. Nicht nur, dass Einzelhändler schaurige Dekoration im Angebot haben, auch strömen am Abend des 31. Oktobers Scharen von kleinen Zombies, Werwölfen, Vampiren und Hexen durch die Straßen und verlangen Süßigkeiten. Bekommen sie diese nicht, drohen sie mit einem Streich. Trick or Treat heißt es im amerikanischen Original.

Doch geht man einige Jahre zurück, hat das Fest wohl weniger mit der Jagd nach Süßem zu tun und wir befinden uns wieder in Europa. Denn auch wenn Halloween durch und durch amerikanisch scheint, hat das Fest seinen Ursprung wohl in Irland.

Halloween: Kelten wollten Geister, Dämonen und Tote vertreiben

Halloween setzt sich laut Redaktionsnetzwerk Deutschland aus verschiedenen christlichen und heidnischen Einflüssen zusammen. Demnach scheinen die Bräuche zu Halloween von den Kelten zu stammen. Sie haben zu Ehren des Totengottes ein jährliches Fest namens Samhain abgehalten.

Die Kelten glaubten daran, dass böse Geister, Dämonen und Verstorbene während der dunklen Jahreszeit aus dem Totenreich in die irdische Welt gelangen. Um sie zu vertreiben, entzündeten sie Feuer und um von den Geistern und Dämonen nicht erkannt zu werden, verkleideten sie sich.

Halloween: Ursprung nicht bewiesen

Andere Quellen allerdings meinen, es sei nicht bewiesen, dass es ein Fest namens Samhain gegeben hat, welches sich kontinuierlich zum heutigen Halloween entwickelt hat. Dennoch soll der Beginn der dunklen Jahreszeit eine Zeit gewesen sein, in der sich die Kelten vor dunklen Mächten wappnen mussten.

So oder so, klar ist, dass Halloween ursprünglich aus Irland stammt und, dass das Fest mit der Einwanderungswelle um 1830 nach Amerika gekommen ist. Dort wurde das Fest immer beliebter, während es in Europa fast in Vergessenheit geraten ist (mehr Service-Beiträge bei RUHR24.de).

Es wird vermutet, dass Halloween seinen Ursprung in dem keltischen Fest „Samhain“ hat.

Halloween 2020: „All Hallows‘ Eve“ vor Allerheiligen

Der Name Halloween leitet sich ab von „All Hallows‘ Eve“, also dem Vorabend von Allerheiligen – ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird. Allerheiligen ist ein einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag, an dem viele Menschen freihaben:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Halloween 2020: Kein Feiertag, aber trotzdem frei – zumindest in manchen Bundesländern

Und Halloween? Ist Halloween in Deutschland auch ein Feiertag, an dem wir freihaben? Nein, aber einige Menschen dürfen sich dennoch über einen freien Tag freuen, denn Halloween fällt immer auf den Reformationstag.

Der Reformationstag findet immer am 31. Oktober statt und ist ein Feiertag der evangelischen Kirche. An diesem Tag wird der Reformation der Kirche durch Martin Luther gedacht. In diesen Bundesländern ist der Reformationstag am 31. Oktober ein gesetzlicher Feiertag:

  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Vorwiegend katholisch geprägte Bundesländer wie NRW und Bayern haben an diesem Tag also nicht frei, dürfen sich aber über Allerheiligen freuen. Nur Berlin und Hessen schauen gänzlich in die Röhre, bei ihnen sind beide Tage keine Feiertage.

Halloween 2020: Stillen Feiertag am 1. November beachten

Halloween fällt im Jahr 2020 auf einen Samstag, das heißt, eine Vielzahl der Menschen wird am Folgetag freihaben. Ideale Voraussetzung für eine ausschweifende Halloweenparty? Vorsicht! Denn der darauffolgende Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist ein sogenannter „Stiller Feiertag“.

Daher müssen bestimmte Ruhezeiten in den eher katholisch geprägten Bundesländern beachtet werden. In NRW beispielsweise sind öffentliche Tanzveranstaltungen und laute Musik in Kneipen und Clubs von 5 bis 18 Uhr an Allerheiligen verboten. Somit enden Halloweenpartys spätestens um 5 Uhr morgens.

Halloween 2020 im Schatten der Corona-Pandemie

Allerdings werden vor allem Clubs in diesem Jahr mit dieser Regelung keine Probleme haben, denn sie sind aufgrund der herrschenden Coronavirus-Pandemie weiterhin geschlossen (alle News rund um das Coronavirus in NRW in unserem Live-Ticker auf RUHR24.de). Und auch für private Veranstaltungen gibt es je nach Corona-Infektionsgeschehen verschärfte Regeln, so wie derzeit in Dortmund.

Doch auch trotz anhaltender Pandemie, kann man sich am 31. Oktober einen schaurigen Abend machen. Dazu gehören natürlich gruselige Halloween-Filmklassiker und ein geschnitzter Kürbis. Er gehört wohl zu den bekanntesten Bräuchen und wird auch als Jack O‘Lantern bezeichnet.

An Halloween zieren fiese Kürbis-Fratzen die Straßen.

Gruselige Kürbisse an Halloween sind ein Muss!

Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland geht der Brauch zurück auf die Gestalt des Jack Oldfield, der einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen haben soll und fortan mit einer beleuchteten Rübe zwischen den Welten wandelt.

Wo es in Irland noch die beleuchtete Rübe war, hat sich in Amerika der größere und gängigere Kürbis durchgesetzt. Er wird mit gruseligen Grimassen verziert und soll böse Geister vertreiben.

„Trick or Treat“ hat einen christlichen Urspung

Der besonders bei Kindern beliebte Brauch des „Trick or Treats“ geht wahrscheinlich auf die ersten Umzüge zu Allerseelen (2. November, kein gesetzlicher Feiertag) zurück. Bei den ersten Umzügen in England bettelten die Armen um Nahrung oder sogennte „Soul cakes“.

Im Gegenzug für die süßen Kuchen, versprachen sie, für die Seelen der Verstorbenen der Familien zu beten. Dieser Brauch wurde im Mittelalter von der Kirche gefördert und sollte heidnische Bräuche, Gaben für die Geister vor die Haustür zu stellen, ablösen.

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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