Hygiene in Zeiten von Corona

Hände desinfizieren: Häufige Fehler, die fast jeder macht - und wie sie sich vermeiden lassen

Hände desinfizieren ist wegen Corona inzwischen Gewohnheit. Dennoch passieren dabei viele gefährliche Fehler - so vermeidet man sie.

  • In Zeiten von Corona ist Händedesinfektion für uns völlig normal geworden.
  • Wo wir auch hingehen - überall gibt es Desinfektionsmittel.
  • Dabei kann man beim Desinfizieren viele Fehler machen.

Dortmund - Wegen der Corona-Pandemie ist es für uns normal geworden, unsere Hände regelmäßig zu desinfizieren*. Viele Menschen machen dabei jedoch Fehler, die eine Infektion eher fördern, anstatt sie zu verringern, wie RUHR24.de* berichtet. 

Medizinische Vorgehensweise

Händedesinfektion

Hintergrund

Verfahren zur Verringerung der Anzahl von Krankheitserregern

Erfinder

Ignaz Semmelweis

Einsatz

Viren und Bakterien

Hände desinfizieren: Desinfektion ist wegen Corona zur Normalität geworden

Egal, wo man dieser Tage auch hingeht: Restaurant, Geschäft, Arbeit oder Arztpraxis. Überall stehen Behälter mit Desinfektionsmittel bereit. Zum Selbstschutz und zum Schutz anderer.

Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts haben gezeigt, dass Coronaviren vor Desinfektionsmittel "relativ empfindlich" sind. Bedeutet: Wer sich ausreichend desinfiziert, infiziert sich deutlich seltener. Vorausgesetzt, man macht keine Fehler bei der Anwendung. 

Hände desinfizieren: Händewaschen ist noch schädlicher für die Haut

Eines ist klar - die Händedesinfektion ist nicht gerade hautschonend. Wer ohnehin, trockene und spröde Hände hat, verzichtet deshalb lieber aufs Desinfizieren und wäscht sich die Hände lieber.

Doch genau hier beginnt der Fehler. Händewaschen schadet der Haut nämlich noch mehr als Desinfektionsmittel. Deshalb gilt: Lieber desinfizieren anstatt zu waschen!

Hände desinfizieren: Schmuck und Uhren bei der Desinfektion ablegen

Medizinisches Personal kennt diese Regel schon lange: Schmuck und Uhren dürfen im Krankenhaus sowie in Arztpraxen nicht bei der Arbeit getragen werden. Grund dafür ist, dass Accessoires wunderbare Brutstätten für Krankheitserreger aller Art sind. Vor allem Uhren, die am Handgelenk ständig Kontakt zu anderen Gegenständen haben. Zudem schwitzt man unter der Uhr am Arm vor allem im Sommer relativ stark.

Im Alltag lässt sich ein Verbot von Uhren und Schmuck wohl kaum durchsetzen. Das ist aber auch gar nicht nötig, solange die Stücke bei der Händedesinfektion abgenommen werden.  

Hände desinfizieren: Nagellack und Kunstnägel richtig reinigen

Ähnlich wie Schmuckstücke bieten vor allem lange Fingernägel eine gute Grundlage zur Vermehrung von Krankheitserreger. Das Gleiche gilt für Kunstnägel, wenn sie eine überdurchschnittliche Länge haben.

Um Infektionen zu vermeiden, sollten lange Nägel und Kunstnägel deshalb bei der Händedesinfektion niemals vergessen werden. Achtung: Wer jetzt denkt, dass Desinfektionsmittel schädlich für künstliche Nägel sind und sie deshalb beim Desinfizieren lieber auslässt, liegt falsch. Die Mittel können den Nägeln nichts anhaben. 

Hände desinfizieren: Desinfektionsmittel niemals bei nassen Händen benutzen

Auch wenn Händewaschen vor dem Desinfizieren nicht sinnvoll ist, greifen noch immer viele Menschen auf diese Vorgehensweise zurück. Vor allem dann, wenn die Hände vorher sichtbar dreckig waren. 

Das Problem hierbei: Die im Desinfektionsmittel enthaltenen Alkohole können auf Feuchtigkeit nicht richtig wirken. Wer sich also vor dem Desinfizieren die Hände wäscht, riskiert einenverminderten Infektionsschutz

Bei der Händedesinfektion gilt es, Fehler zu vermeiden. Sonst drohen Infektionen.

Hände desinfizieren: Händewaschen nach der Desinfektion ist schädlich

Wer sich trotzdem unbedingt die Hände waschen möchte, sollte dies nach der Desinfektion machen. Wirklich sinnvoll ist das aber auch nicht. Die im Desinfektionsmittel erhaltenen Alkohole lösen die Fettschicht der Haut und werden dann beim Waschen abgespült.

Wer sichtbare Verschmutzungen an den Händen hat, kann den Dreck vor der Desinfektion mit einem Taschentuch entfernen. Dadurch bleiben die Hände auf jeden Fall trocken. Auch Schweiß wird auf diese Weise entfernt.

Händedesinfektion: Hände und Finger werden nicht komplett desinfiziert

Einer der größten Fehler, die man bei der Händedesinfektion machen kann, ist eine fehlerhafte Vorgehensweise. Konkret bedeutet dies, dass nicht alle Teile der Hände gleichermaßen desinfiziert werden. Handgelenke werden ausgespart - die Nägel vergessen.

Da hilft es auch nicht, sich in der Drogerie mit Unmengen an Desinfektionsmittel einzudecken,* wenn man es falsch macht.

Hände desinfizieren: Die hygienische Händedesinfektion ist die einzig richtige Vorgehensweise

Um einen ausreichenden Infektionsschutz herzustellen, müssen unbedingt alle Hand- und Fingerflächen inklusive der Handgelenke mit Desinfektionsmittel benetzt sein. Auch die Nägel sowie die Nagelhaut gehören dazu. Mediziner sprechen bei dieser Vorgehensweise von einer "hygienischen Händedesinfektion" wie sie auch in Krankenhäusern und Arztpraxen praktiziert wird.

Wichtig dabei ist außerdem, dass die Einwirkzeit des jeweiligen Desinfektionsmittels unbedingt eingehalten wird. Die Angaben dazu findet man auf den Behältern. 

Während der Einwirkzeit ist es wichtig, dass die Hände durchgehend feucht - also mit Desinfektionsmittel benetzt - gehalten werden. Nur so ist ein ausreichender Infektionsschutz gegeben.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Maja Hitij Collage: RUHr24

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