"Bad Hair Days" nach dem Sommer

Haarausfall im Herbst und Winter – was den Haaren jetzt hilft

Der Haarausfall nimmt im Herbst und Winter bei vielen zu. Warum ist das so und was hilft gegen den zunehmenden Verlust der Haare? Wir klären auf.

Dortmund – Dass es saisonal bedingten Haarausfall gibt und dieser besonders im Herbst und Winter auftritt, ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens. Kniffliger sieht es bei der Ursachenforschung aus. Es gibt verschiedene Ansätze – und entsprechend auch unterschiedliche Lösungen.

Haarausfall im Herbst und Winter: Schutzfunktion der Haare wird nicht mehr benötigt

Ein recht pragmatischer Ansatz geht davon aus, dass Haare im Herbst und Winter nicht mehr so sehr für ihren ursprünglichen Zweck benötigt werden, wie im Sommer – nämlich die Kopfhaut vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Die Sonne scheint schlicht weniger und das Haar muss nicht mehr so dicht sein.

Dazu passt, dass sich das Haar im Sommer vermehrt in der sogenannten Telogenphase (Ruhephase) befindet. Ausgewachsene Haare ruhen für gewöhnlich rund 100 Tage, bevor sie am Ende des Zyklus ganz natürlich ausfallen. Gerade bei Frauen beginnt die Telogenphase oft im Juli, sodass 100 Tage später – also im Herbst – der Haarausfall zunimmt.

Haarausfall nimmt im Herbst und Winter zu: Hormonumstellung und Mangel an Vitamin D

Für den stärkeren Haarausfall in der kälteren Jahreszeit kann allerdings auch eine Hormonumstellung verantwortlich sein. Im Herbst und Winter wird weniger Melatonin produziert. Ein Hormon, dessen Produktion abhängig von der Sonneneinstrahlung ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit Vitamin D.

In beiden Fällen kann man auch im Herbst und im Winter Abhilfe schaffen. Zwar ist es in der kalten und dunklen Jahreszeit nicht immer leicht, ein wenig Sonnenlicht zu ergattern. Schon kleinere Spaziergänge bei Tageslicht helfen aber bereits und können den Haarausfall bremsen.

Ohne Sonneneinstrahlung mangelt es dem Körper an Melatonin und Vitamin D. Den Haarausfall kann das verstärken.

Der Mangel an Vitamin D kann auch durch eine Anpassung der Ernährung behoben werden. Fettiger Fisch, wie zum Beispiel Lachs, Hering oder Thunfisch, zählt zu den größten Vitamin-D-Lieferanten. Wer nicht gern Fisch isst, kann auch mit Käse, Eiern oder Pilzen den Haushalt des "Sonnenvitamins" hochschrauben.

Wichtig ist bloß, dass der Nährstoffmangel beseitigt wird. Denn wenn es dem Körper an bestimmten Nährstoffen fehlt, muss sich der Organismus zwischen der Versorgung lebenswichtiger Organe und den Haaren entscheiden. Letztere ziehen dabei den Kürzeren (alle Service-Artikel auf RUHR24).

Haarausfall im Herbst und Winter: Auch Kälte und zusätzlicher Stress können verantwortlich sein

Verstärkter Haarausfall im Herbst und Winter kann auch auf Stress zurückzuführen sein. Die entspannten Sommermonate und die Urlaubszeit sind vorbei, im Herbst schalten viele im Beruf noch einmal einen Gang hoch. Über einen längeren Zeitraum geht das auch der Haarpracht an den Kragen.

Wie die Haarexperten von Merz erklären, erhöht Stress die Konzentration der entscheidenden Botenstoffe und somit die Zahl der Nervenfasern an den sogenannten "Haarfollikeln". Das kann eine Entzündung und den vorzeitigen Stopp des Haarwachstums auslösen, was wiederum zu "diffusem Haarausfall" führt.

Haarausfall durch Kälte im Winter und Herbst: Mützen können helfen – Silikonöle sind tückisch

Gegen den stressbedingten Haarausfall in der kalten Jahreszeit hilft ausreichend Schlaf und ein gutes Zeitmanagement. Wer mag, kann sich auch an Yoga oder autogenem Training probieren. Es empfiehlt sich zudem, die Weihnachtsgeschenke nicht erst auf den letzten Drücker zu besorgen.

Zu guter Letzt kann auch ein ganz simples Phänomen im Herbst und Winter den Haarausfall verstärken: Die Kälte. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße enger zusammen, wodurch auch die Kopfhaut weniger durchblutet wird. Dadurch gelangen auch weniger Nährstoffe an die Haarwurzeln. Locker sitzende Mützen können helfen – sitzen sie zu stark, könnte das die Haare austrocknen.

Haarausfall: Um die 100 Haare am Tag sind kein Grund zur Sorge

Gegen trockenes Haar hilft auch eine regelmäßige Kur mit reinen Ölen, von nicht wasserlöslichen Silikonölen wird abgeraten. Sie sind nicht nur umweltschädlich, sondern Versiegeln auch die Oberfläche und lagern sich mit der Zeit immer mehr auf dem Haar an und sorgen für eine dicke Schicht. Pflegestoffe haben dann kaum noch eine Chance, an das Haarinnere zu gelangen.

Dass der Mensch am Tag rund 100 Haare verliert, ist übrigens völlig normal und überhaupt kein Grund zur Beunruhigung. Nimmt der Haarausfall allerdings dauerhaft zu, sollte das professionell von einem Dermatologen untersucht werden.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa, Dr. Wolff-Forschung; Collage: RUHR24

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