Komplizierter als man denkt

Gutschein unterm Weihnachtsbaum? Das müsst ihr beim Einlösen dringend beachten

Für viele ein Klassiker unter den Weihnachtsgeschenken: Ein Gutschein. Doch beim Einlösen muss einiges beachtet werden - Gutscheine können auch ablaufen.

  • Ein Gutschein ist ein beliebtes Geschenk an Weihnachten.
  • Diese sind jedoch an bestimmte Regeln gebunden.
  • Denn: Gutscheine ohne Datum können auch ablaufen.

Dortmund - Für viele der Klassiker unter dem Weihnachtsbaum: Ein Gutschein. Egal ob Gutschein für Wellness, Bücher, den liebsten Bekleidungsgeschäft oder zum Tanken. Aber dabei sollte man einiges beachten. Gutscheine laufen schneller ab, als so mancher vielleicht denkt.

Ein Datum auf dem Gutschein ist rechtlich bindend

Üblicherweise steht auf jeden Gutschein ein Aufdruck, wie lange dieser gültig sei. Dies ist meist erkennbar an "einzulösen bis..." oder "zwei Jahre gültig". Das ist bindend. Bedeutet: Der Gutschein muss in dem genannten Zeitraum auch eingelöst werden. 

Meist steht dies im Kleingedruckten auf dem Gutschein, auf dem Kassenbon oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Wie die Verbraucherzentrale angibt, ist das fest geregelt und rechtlich nicht zu beanstanden. Man muss dem Händler die Möglichkeit einräumen, seinen Warenbestand in einem bestimmten Zeitraum kalkulieren zu können. Jedoch darf der Zeitraum nicht zu klein sein. 

Gutscheine ohne Datum sind nur drei Jahre lang gültig

Was aber, wenn man einen Gutschein nach Jahren in einer Tasche oder Karton wiederfindet und dieser mittlerweile abgelaufen ist? Dann hat man wohl Pech gehabt, teilt die Verbraucherzentrale mit. Ein Gutschein kann aber auch ablaufen, wenn kein Datum aufgedruckt ist. 

Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Wenn die drei Jahre abgelaufen sind, muss der Anbieter weder den Gutschein einlösen, noch den darauf vermerkten Geldwert erstatten. Daher muss spätestens nach drei Jahren der Gutschein eingelöst sein.

Unbeliebtes Geschenk an Weihnachten: Gutscheine müssen nicht in bar ausgezahlt werden

Dabei gibt es jedoch einen kleinen Trick: Die Frist fängt immer erst am Ende des Jahres an, in dem der Gutschein gekauft wurde. Bedeutet, dass Gutscheine, die in diesem Jahr unterm Weihnachtsbaum lagen, bis zum 31. Dezember 2022 eingelöst werden müssen. Das Gleiche gilt aber auch für Gutscheine, die im Februar dieses Jahres erworben wurden. 

Gutscheine zählen in diesem Jahr nicht zu den beliebtesten Geschenken an Weihnachten.

Wer allerdings seinen Gutschein lieber in Bar ausgezahlt haben möchte, hat hier eindeutig schlechte Karten. Händler sind nicht verpflichtet, den Gutschein gegen Bargeld zu tauschen, da dieser eigentlich zur Einlösung gegen Ware bestimmt war. 

Gutscheine können unter Umständen an eine Person gebunden sein und sind nicht übertragbar

Es gibt Gutscheine, die den Beschenkten namentlich nennen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Gutschein nur vom Inhaber des Gutscheins eingelöst werden kann. Dem Geschäft ist in der Regel gleichgültig, welche Person den Gutschein einlöst. Der Name soll dem Geschenk meist nur eine persönliche Note verleihen.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Diese gelten besonders dann, wenn eine Leistung aus dem Gutschein auf eine bestimmte Person zugeschnitten ist oder die Person eine bestimmte Forderung erfüllen muss. Dazu zählen zum Beispiel gesundheitliche Anforderungen bei einer Ballonfahrt oder einem Sprung mit dem Fallschirm. 

Bei Insolvenz: Gutscheine beim Insolvenzverwalter anmelden

In Zeiten des Online-Handels wird es immer schwieriger für Einzelhändler. Wenn diese Insolvenz anmelden, verfällt der Gutschein für das entsprechende Geschäft. Wer einen so verfallenen Gutschein besitzt, hat nun eine Forderung gegen den Anbieter. Diese kann man beim Insolvenzverwalter zur sogenannten "Insolvenztabelle" anmelden. 

Am Ende des Insolvenzverfahrens bekommen die Gläubiger anschließend einen bestimmten Anteil auf die Forderungen. Dieser liegt allerdings erfahrungsgemäß unter fünf Prozent des eigentlichen Wertes des Gutscheins

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene / dpa

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