Neurentner aufgepasst!

2021 kommt die Grundrente - was ihr darüber wissen müsst

Die Grundrente kommt 2021. Wer bekommt sie? Wie hoch ist sie? Was muss ich beachten? Wir klären euch über die drängendsten Fragen auf.

Dortmund - Ab dem 1. Januar 2021 wird in Deutschland die Grundrente eingeführt. Die Rente von rund 1,3 Millionen Menschen soll dadurch nicht mehr mit Hartz IV aufgestockt werden müssen. Doch was bedeutet die Einführung der Finanzspritze konkret? Und wer bekommt sie überhaupt?

Grundrente ab 2021: Viele Rentner lebten bisher unter der Grundsicherung

Grundsätzlich kann die Grundrente als Rentenzuschlag verstanden werden. Wer viele Jahre nur wenig in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekam bisher auch nur eine niedrige Rente. Diese lag teilweise noch unter dem Niveau von Hartz IV, auch Grundsicherung genannt.

Dieses Problem soll die Grundrente zukünftig lösen. Wie der Verein vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) mitteilt, sollen Rentner in Deutschland ab dem 1. Januar 2021 so viel Geld bekommen, dass sie mit ihrem monatlichen Einkommen über der Grundsicherung liegen.

Wer genau bekommt die Grundrente ab 2021?

Allerdings wird die Grundrente, anders als das viel diskutierte bedingungslose Grundeinkommen, nicht automatisch an jeden Rentner überwiesen. Nur Rentner, die mindestens 33 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt und trotzdem ein geringes Einkommen haben, erhalten die Grundrente ab 2021.

In dem Zeitraum dieser 33 Jahre sollen neben der klassischen Berufstätigkeit auch Zeiten der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen einfließen. Einen Anspruch auf den Zuschlag haben Rentner, wenn sie eine Altersrente beziehen, die im Jahresdurchschnitt zwischen 0,3 und 0,8 Entgeltpunkten liegt. Laut Bundesregierung sind das im Startjahr 2021 etwa 1,3 Millionen Menschen, davon 70 Prozent Frauen.

Grundrente: Wie hoch ist der Zuschlag im Startjahr 2021?

Außerdem bekommen nicht alle Bezieher der Grundrente den gleichen Betrag. Die Höhe des Zuschlags soll gestaffelt werden und seine maximale Höhe bei Menschen erreichen, die 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

So soll ein alleinstehender Rentner vollen Anspruch auf die Grundrente haben, wenn der steuerfreie Anteil der eigenen Rente sowie weiteres Einkommen bei maximal 1.250 Euro im Monat liegt. Bei Paaren liegt diese Grenze bei 1.950 Euro. Alles, was darüber hinaus geht, soll bis zu 60 % auf den Zuschlag der Grundrente angerechnet werden.

Neuerung ab 2021: Wie beantragt man die Grundrente?

Anders als beispielsweise bei Hartz IV muss die Grundrente nicht aktiv beantragt werden. Das zuständige Finanzamt prüft stattdessen anhand der Daten der Rentenversicherung, wem der Zuschlag ab 2021 zusteht. Dieses Vorgehen wird auch „automatische Einkommensprüfung“ genannt.

Laut der VLH könnte das allerdings vielen zum Verhängnis werden. Denn Geringverdiener, die von der Grundrente profitieren könnten, geben selten eine Steuererklärung ab. Daher sind von ihnen möglicherweise kaum Daten bekannt. Außerdem liegen die Angaben über das zu versteuernde Einkommen in der Regel lediglich für das vorvergangene Jahr vor - Neurentner bekommen die Grundrente im ersten Jahr deshalb möglicherweise noch nicht.

Es sei daher sinnvoll, als Neurentner die Steuererklärung für das Jahr 2019 abzugeben. Auch dann, wenn man eigentlich nicht dazu verpflichtet ist. Denn die Prüfung des Grundrentenanspruchs basiert voraussichtlich auf dem Steuerbescheid 2019.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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