Impfung gegen Grippe: Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt - aber nicht alle müssen sich impfen lassen

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Impfung gegen Grippe: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt sich impfen zu lassen.

Experten raten, sich am besten im Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Eine Impfung und die richtigen Verhaltensregeln können dann schlimmeres verhindern.

Lang dauert es nicht mehr, bis sich der Winter mit niedrigen Temperaturen ankündigt. Die Gesundheit wird dann auf die Probe gestellt. Um der Grippe vorzubeugen, entscheiden sich viele Menschen für eine Impfung. Aber wer genau muss sich impfen lassen?

  • Die Grippewelle im Winter dauert bis zu vier Monaten - Experten empfehlen daher, sich gegen Grippe impfen zu lassen
  • Den Rat einer Impfung befolgen allerdings nur wenige, was durchaus gefährlich werden kann.
  • Im letzten Jahr wurde in Deutschland mancherorts allerdings der Impfstoff knapp.

Fehlende Impfung: 25.000 Todesfälle aufgrund von Grippe

Die Temperaturen sind im Keller, was für die meisten Leute der Startschuss fürs Heizen ist. Doch durch den Temperaturunterschied und die trockene Luft zuhause, hat das Immunsystem im Körper ordentlich zu tun. Deshalb kann es sich lohnen, ihm mit einer Impfung gegen Grippe unter die Arme zu greifen.

Und das am besten bevor es zu spät ist. Denn alleine während der Grippewelle im vergangen Jahr verzeichnete das Robert-Koch-Institut schätzungsweise mehr als 25.000 Todesfälle in Deutschland aufgrund von Grippe.

Der richtige Zeitung für eine Impfung gegen Grippe

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, sich gegen die Grippe mit einer Impfung zu schützen? Experten raten, sich idealerweise im Oktober oder spätestens im November impfen zu lassen.

So ist man zum Start der Grippewelle geschützt. Diese beginnt laut dem Ärzteblatt meist im zum Jahreswechsel und dauert dann drei bis vier Monate. Zudem dauert es etwa zwei Wochen bis die Impfung wirkt und man dann geschützt ist.

Sollte sich jeder gegen Grippe impfen lassen?

Prinzipiell kann eine Impfung gegen Grippe für jeden sinnvoll sein. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt jedoch, dass Menschen, die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind sich unbedingt impfen lassen sollten - zum Beispiel im Alter ab 60 Jahren. Aber auch Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Bewohner von Pflegeheimen, Ärzte und Pflegekräfte gehören dazu.

Außerdem sollten sich Berufsgruppen, die häufig mit Kindern oder vielen Menschen zu tun haben, unbedingt impfen lassen, um vor der Grippewelle gewappnet zu sein. Das sind zum Beispiel Busfahrer, Kassierer oder Lehrer. Kinder bekommen zwar sehr häufig eine Grippe, brauchen in der Regel aber nicht zwingend eine Impfung.

Zu wenige Leute lassen sich gegen Grippe impfen

Diesen Rat befolgen allerdings nur wenige - was unter anderem ein Grund für die gravierenden Zahlen im vergangenen Jahr sein könnte. Zudem war die Grippewelle 2018 aber auch besonders heftig. Experten zufolge, war es die stärkste seit rund 30 Jahren. Wie schlimm es dieses Jahr ausfallen wird, lässt sich noch nicht sagen. Dennoch sollte man sich rechtzeitig mit einer Impfung schützen.

In der letzten Saison fielen die Zahlen dafür äußerst gering aus. Laut einer Statistik der Techniker Krankenkasse ist in Deutschland nur jeder zehnte Bürger gegen Grippe geimpft. Das sind knapp 30 Prozent - in NRW haben nur neun Prozent eine Impfung gegen die sogenannte Influenza.

Engpässe bei Impfstoffen gegen Grippe

Damit ist das EU-Ziel, dass 75 Prozent der Menschen, vor allem die über 60-Jährigen, gegen Grippe geimpft sein sollen, deutlich verfehlt. Deshalb startet die Bundesregierung in dieser Saison eine Kampagne, die dafür wirbt, sich impfen zu lassen. Auch in NRW sollen im Rahmen der Aktion "Impfcheck NRW - Jetzt Impfschutz prüfe n!" Bürger zum impfen motiviert werden - auch gegen Grippe.

Um der möglichen Ansturm gewappnet zu sein und um ein solches Desaster wie im vergangen Jahr zu vermeiden, hat das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut bereits vorgesorgt. Es stehen 1,3 Millionen Impfdosen mehr als in der vergangenen Grippewelle zur Verfügung.

Aufgrund der Schwere der Grippesaison und der dadurch ausgelösten hohen Nachfrage an Impfungen, kam es 2018 in Deutschland zu Engpässen bei der Impfung gegen Grippe. Mancherorts mussten die Impfstoffe aus dem Ausland nachbestellt werden.

Weitere Tipps gegen Grippe und Erkältung

Wer nun nicht zu der Gruppe der besonders gefährdeten Personen gehört, kann sich auch vorerst so gegen die Grippe schützen, ohne sich gleich impfen zu lassen. Eine Flucht in den Süden ist dabei aber die falsche Methode. Besonders während der Zeit im Flugzeug kann man sich schnell eine Erkältung oder sogar eine klassische Grippe einfangen. 

Dafür gibt es aber eine Reihe von einfachen Hausmitteln oder bestimmten Maßnahmen und Verhaltensregeln, die helfen können, um gut durch den Herbst und Winter zu kommen:

  • Mütze und Schal tragen: Denn über den Kopf entweicht die meiste Hitze und am Hals hat man kein Körperfett.
  • Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen!
  • Drei- bis viermal täglich für rund fünf Minuten lüften.
  • Schwitzen: Ob beim Sport oder in der Sauna - bringt man seinen Körper zwei bis dreimal wöchentlich zum Schwitzen, stärkt das die Immunabwehr.
  • Ausreichend Schlaf kann ebenso hilfreich sein.
  • Berührung von Augen, Mund und Nase mit den eigenen Händen vermeiden.