Teurer Grillspaß

Bußgeld beim Grillen: So teuer kann Fehlverhalten werden

Wer im Sommer auf dem Balkon oder auf freien Flächen grillen will, kann in so manche Falle tappen. Das sollten Grillfans beim Bruzzelspaß beachten.

NRW – Kaum sorgt die Sonne für angenehme Temperaturen, zückt so mancher Fleischliebhaber oder Vegetarier sein Grillgut und trifft sich mit Freunden für einen gemütlichen Grillabend. Doch beim geselligen Beisammensein auf dem heimischen Balkon oder auf Freiflächen im Grünen kann so manche Falle den Bruzzelspaß zu einem echten Alptraum machen.

GrillmögglichkeitenGasgrill, Holzkohlegrill, Elektrogrill, Schwenkgrill, Tischgrill etc.
GrillsaisonApril bis Oktober, gelegentlich aber auch im Winter
GrillgutRind-, Schweinefleisch, Geflügel, Gemüse, Grillkäse etc.

Grillen: Keine einheitliche Rechtslage kann je nach Bundesland für Verwirrung sorgen

Grünlagensatzungen, Gefahrenabwehrverordnungen, Hausordnung – die Regelungen, die beim Grillen gelten, unterscheiden sich je nach Bundesland, je nach Städten und Kommunen und je nach Mietverhältnis. Obwohl es keine allgemeingültigen Vorschriften gibt, sollten Grillfans einige Regeln beachten, bevor sie die Holzkohle oder Briketts erhitzen. Denn in bestimmten Fällen drohen Verwarn-, bzw. Bußgelder (mehr Service-News auf RUHR24).

Grundsätzlich ist es nicht verboten, auf dem eigenen Balkon zu grillen. Allerdings sollte man vor dem Anheizen des Grills einen Blick in die Hausordnung und den Mietvertrag werfen. Verbieten entsprechende Klauseln das Grillen auf dem eigenen Balkon oder im Garten, kann es zur Abmahnung oder beim wiederholten Mal sogar zur Kündigung kommen.

Grillen: Rücksichtnahme im Mehrfamilienhaus verhindert Nachbarschaftsstreit

Und auch wenn es kein ausdrückliches Verbot gibt, gilt das Gebot der Rücksichtnahme beim Grillen auf dem Balkon oder im Garten. Geruchsbildung, Lärmbelästigung und Verschmutzungen sollten immer auf ein Minimum beschränkt werden, damit Nachbarn, insbesondere in den umliegenden und den obersten Stockwerken, nicht behelligt werden.

Grillpartys sollten zudem immer angekündigt und mit den Nachbarn abgesprochen werde, um einen zukünftigen Nachbarschaftsstreit zu verhindern. Damit die Polizei oder das Ordnungsamt dem Grillvergnügen keinen Besuch abstatten, sollten Gäste und Gastgeber zudem die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten.

Grillen: In Parks und auf Freiflächen prinzipiell illegal

Wer erst gar keinen Nachbarschaftsstreit oder gar eine Abmahnung riskieren will, trifft sich mit seinen Freunden gerne auch mal auf öffentlichem Gelände, wie Parks oder öffentlichen Grünflächen. Allerdings ist das Grillen an Orten wie Wildparks, botanischen Gärten, auf Hundefreilaufflächen und Spielplätzen prinzipiell illegal.

Grillen am See kann teuer werden.

Damit die Grillparty nicht vom Ordnungsamt oder der Polizei gecrasht wird, sollte man auf entsprechende Schilder achten, die das Grillen an bestimmten Stellen erlauben. Je nach Bundesland muss in öffentlichen Parkanlagen zudem der Mindestabstand des Grills zum Boden eingehalten werden, damit der Untergrund nicht zu sehr beschädigt wird.

Um ganz sicherzugehen, sollten Grillfreunde vorher bei der Gemeinde nachfragen, ob einzelne Grünflächen der Kommune für Grillfeiern freigegeben sind. Brandschutztechnische Grundlagen, wie ein sicherer Stand des Grills, ein sicherer Abstand zu Bäumen und Sträuchern, die Verwendung geeigneter Grillanzünder und das Abkühlen der Asche nach dem Grillen müssen in jedem Fall beachtet werden!

Grillen: Naturschutzgebiete sind absolutes NoGo!

Gerade Seen sind bei Grillfans beliebt. Doch hier sind Ordnungshüter oftmals besonders streng, vor allem wenn es sich um Orte handelt, die aus Gründen des Naturschutzes zu Uferschutzzonen erklärt wurden. Da hier Flora und Fauna unter besonderem Schutz stehen, darf an diesen Orten unter keinen Umständen gegrillt werden! Auch in Wäldern ist Grillen deshalb in der Regel verboten.

Wer sich unsicher ist, ob die pittoreske Landschaft als Grillplatz herhalten darf, sollte auch hier nach entsprechenden Hinweisen und Schildern Ausschau halten, die das Grillen explizit erlauben. Und selbst wenn ein Ort als Grillplatz ausgewiesen ist, so gilt die eingeschränkte Grillerlaubnis nur dort und nicht in großräumiger Umgebung.

Grillen: So hoch können Verwarn-, und Bußgelder sein

Wie bereits erwähnt, fallen die Strafen für Zuwiderhandlungen je nach Bundesland verschieden aus. Während für das Wild-Grillen in Essen in der Regel kein Verwarngeld fällig wird, zahlt man in Dortmund mindestens 20 Euro, wenn man nicht die dafür vorgesehenen Grillplätze nutzt.

In Naturschutzgebieten kann das Lager- sowie Grillfeuer besonders teuer werden. In NRW liegt die Geldstrafe für das Antreiben und/oder Zünden von Feuer an diesen Orten laut bussgeldkatalog.org zwischen 25 und 2500 Euro. Im Wald kann Grillen trotz eines bestehenden Verbots sogar je nach Bundesland als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro bestraft werden.

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