Komplizierte Buchung

Google Maps: Neues Update kommt – ist aber nicht in jeder Stadt verfügbar

Es gibt wieder ein neues Update für den Kartendienst von Google. Vor allem Nutzer von E-Scootern profitieren von der Neuerung bei Google Maps.

Dortmund – E-Roller sind in letzter Zeit immer häufiger in Verruf geraten – unter anderem, weil sie oft achtlos ins Gebüsch geworfen werden und dort zu einem regelrechten Umwelt-Problem werden. Das neuste Update von Google Maps richtet sich jedoch genau an die Gruppe der E-Scooter-Nutzer.

Online-Kartendienst von GoogleGoogle Maps
Einführungsdatum8. Februar 2005
FeatureU.a. Navigationssystem, Fahrradkarten, Staumeldungen, Hotel- und Restaurantvorschläge

Google-Maps: Vom neusten Update profitieren vor allem Nutzer von E-Rollern

Google Maps bietet den Nutzern bei der Reiseplanung eine Vielzahl an Verkehrsmitteln an. Bereits 2019 wurden dafür unter anderem auch Angebote von Bus und Bahn, Taxis sowie anderen Drittanbietern integriert. So zum Beispiel Verbindungen mit E-Scootern und Fahrrädern des Sharing-Dienstes Lime. Nun, zwei Jahre später, ergänzt der US-Konzern die Routenplanung mit weiteren Optionen.

Für die letzten Meter einer Reise können sich Nutzer ab sofort nicht mehr nur frei verfügbare E-Roller von Lime anzeigen lassen, sondern auch von dem Berliner Unternehmen Tier. In vielen deutschen Städten, wie zum Beispiel in Dortmund, galten die E-Scooter von Tier lange als die günstigsten Leihgeräte.

Google Maps mit E-Roller-Funktion: Aber nicht in allen Städten verfügbar

Bei dem neuen Google Maps-Update geht das Ruhrgebiet allerdings leer aus. So soll die neue Google-Funktion für die Reiseplanung mit den E-Rollern von Tier vorerst nur in elf europäischen Großstädten angeboten werden. Darunter Berlin, Hamburg, München, Köln, Zürich, Oslo und Stockholm.

Doch in einer aktuellen Mitteilung kündigte die Berliner Firma bereits an, 2021 weiter wachsen zu wollen. So plane man nicht nur, die Marktführerschaft in Europa weiter auszubauen und in weiteren Städten zu expandieren, sondern auch das Google Maps-Update in weiteren deutschen Städten auszurollen. Im Herbst dieses Jahres solle es so weit sein, heißt es (mehr News rund um Digitales bei RUHR24).

E-Roller über Google Maps finden: So geht`s

Aber wie genau funktioniert der Google-Service überhaupt, bei der Routenplanung auf einen E-Roller zurückzugreifen? Hält man sich in einer der genannten Städte auf und will wissen, wie man am besten von einem Café zum nächsten kommt, ruft man zunächst Google Maps auf.

Als Nächstes legt man die Strecke fest und wählt als Verkehrsmittel „Fahrrad“. In unteren Bereich kann dann zwischen Fahrrad, Lime- oder Tier-Rollern ausgewählt werden – wenn die Option in der Stadt zur Verfügung steht. Ist das der Fall, werden auf Google Maps freie Roller im Umkreis des Standortes angezeigt.

Die E-Scooter von Tier sollen auch über Google Maps zu finden sein – aber nicht überall.

Klickt man außerdem auf einen der Roller, erhalten Nutzer zudem noch Auskunft über den Akkustand des E-Scooters sowie über die Reisedauer und die voraussichtlichen Kosten.

Google Maps: Bei der Buchung der E-Roller wird es kompliziert

Etwas kompliziert wird es dann aber wieder bei der Buchung der E-Roller. Denn das geht wiederum nicht über Google Maps, sondern nur über die App des E-Roller-Unternehmens selbst. Auch die Navigation über Google ist nicht direkt in der Tier-App eingebunden. Wer den Service also nutzen möchte, braucht immer beide Apps.

Ob sich das Angebot deshalb bewähren wird bleibt abzuwarten. Bislang ist auch nichts darüber bekannt, ob viele Kunden die Routenplanung mit den E-Rollern von Konkurrent Lime über Google Maps nutzen. Sollte die Funktion nicht ankommen, lässt sich der US-Konzern aber bald wieder ein neues Update einfallen – wie zuletzt die Warnung vor Hitze-Hotspots auf Google Maps.

E-Roller wirklich umweltfreundlich oder ein Desaster für die Natur?

Fraglich bleibt ohnehin, wie lange die E-Roller noch das Bild der Großstädte schmücken. Wurden die Fahrzeuge zu Beginn als großer Gewinn für die Umwelt gerühmt und gelobt, dass sie die Verkehrswende in Sachen Elektromobilität vorantreiben würden, stellte sich dies schnell als ein Irrtum heraus.

So sollen vor allem die Herstellung sowie das Einsammeln und Aufladen der elektrischen Leihgeräte alles andere als umweltfreundlich und CO2-sparend sein. In Sachen Emissionen im Stadtverkehr wären sie auch nur dann ein echter Gewinn, wenn sie tatsächlich das Auto ersetzen würden.

Laut dem Umweltbundesamt ist das bislang jedoch noch relativ selten der Fall. Hinzu kommt das Problem, dass inzwischen tausende der E-Scooter achtlos in der Natur geworfen werden. So wurde zuletzt festgestellt, dass sich über 500 der Leih-Roller auf dem Grund des Rheins befin den. In der französischen Hafenstadt Marseille hatte man ebenfalls hunderte Rolle aus dem Meer gezogen. Das ist nicht nur ein Desaster für die Umwelt, sondern bringt auch hohe Kosten mit sich.

Rubriklistenbild: © Justin Sullivan, Thomas Kienzle/AFP, Collage: RUHR24

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