Auch Foto-Dienst betroffen

Etliche Google-Konten werden gelöscht – welche Nutzer jetzt aufpassen müssen

Google macht einen Rundumschlag und konfrontiert seine Nutzer mit einigen Neuerungen. Ausgewählte Konten werden gelöscht und der Gratis-Speicher eingeschränkt.

Dortmund/Kalifornien – Rund 97 Prozent aller Deutschen sollen laut einer Umfrage von Statista auf ihrem Smartphone Google als Suchmaschine nutzen. Der E-Mail-Dienst Gmail des US-Konzerns liegt in Deutschland im Ranking der Mailanbieter auf Platz drei. Nun hat Google aber einige Änderungen angekündigt, die – ähnlich wie die neuen WhatsApp-AGB – nicht alle Nutzer erfreuen dürften.

TechnologieunternehmenGoogle LLC
HauptsitzMountain View, Kalifornien (USA)
Gründung4. September 1998
Beliebte DiensteU.a. Maps, Earth, YouTube, Gmail

Google kündigt große Änderungen ab Juni 2021 an – inaktive Konten werden gelöscht

Noch gilt: Google gehört zu den beliebtesten Technologieunternehmen. Gerade mal zwei Prozent der Deutschen nutzen kein Angebot von Google. Daher dürften die für Juni angekündigten Änderungen des Konzerns für viele Nutzer interessant sein.

Google kündigte an, ab Dienstag (1. Juni) zahlreiche inaktive Konten löschen und das Speicherlimit für Fotos, Videos und andere Dateien stark reduzieren zu wollen. Gegen die Löschung des Accounts können sich Kunden allerdings noch wehren.

Google löscht Accounts von Gmail, Google Fotos oder Google Drive

Ähnlich wie auch WhatsApp hat Google Ende 2020 angekündigt, die Nutzerbedingungen zu ändern. In Kraft treten diese ab 1. Juni 2021. Wer seinen Account bei Google also nicht allzu oft nutzt, sollte noch schnell nachsehen, ob er von den Änderungen betroffen ist.

Denn ab kommendem Dienstag (1. Juni) behält Google es sich vor, inaktive Konten zu löschen. Heißt konkret: „Wenn du in Gmail, Drive oder Google Fotos 2 Jahre (24 Monate) lang inaktiv bist, können wir die Inhalte in den inaktiven Produkten löschen (nach angemessener Vorabankündigung).“ Das ging aus einer Information des Support-Centers von Google hervor.

Drastische Änderungen bei Google ab 1. Juni 2021: Konzern geht gegen volle Speicherplätze vor

Nutzer, die ihr Konto bis dato wenig oder gar nicht genutzt haben, dürfte das möglicherweise wenig tangieren. Doch die Löschung könnte auch Nutzer mit einem aktiven Konto betreffen. Denn der Konzern will auch Dateien löschen, die die Speicherkapazität der genannten Dienste sprengen.

So heißt es weiter: „Wenn Sie Ihr Speicherkontingent zwei Jahre lang überschritten haben, behalten wir uns vor, Ihre Inhalte in Gmail, Google Drive (einschließlich Dateien in Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen, Google Zeichnungen, Google Formulare und Jamboard) und Google Fotos zu löschen.“ Außerdem können bei keinem der genannten Dienste neue Datein hochgeladen werden (mehr digitale News bei RUHR24).

Google löscht ab Juni Konten: Nutzer können aber noch handeln

Google zeigt sich jedoch nachsichtig. So gibt das Unternehmen an, User, die bislang ihre Speicherkapazität nicht ausgereizt und „Konto einwandfrei geführt“ hätten, wären von den Maßnahmen nicht betroffen. Auch nennt das Unternehmen zwei Möglichkeiten, wie Kunden ihr Konto oder ihre Daten noch retten können:

  • Nutzer haben die Möglichkeit „das Produkt aktiv zu nutzen und so ein Löschen Ihrer Daten zu vermeiden.“
  • Kunden haben noch Zeit, die Inhalte aus den Google-Diensten herunterzuladen und an anderer Stelle auf dem Computer beispielsweise zu sichern.

Kunden mit inaktivem Konto oder vollen Speicherplätzen sollten also schnell sein und handeln, wenn sie ihre Dateien noch retten wollen. Sonst droht ab 1. Juni das böse Erwachen, wenn plötzlich zahlreiche Fotos, Dokumente oder E-Mails fehlen. Obwohl inaktive User auch das wahrscheinlich nicht bemerken dürften.

Google Drive wird bald zu Google One – und wird dann für manche Nutzer was kosten

Google schränkt weiteren Dienst drastisch ein: Gratis-Speicher wird limiert

Grund für die ganzen Änderungen sind übrigens die neuen Speicherrichtlinien des Technologie-Giganten. Denn die sehen nicht nur die Löschung inaktiver Google-Konten vor, sondern auch eine drastische Limitierung der Speicherkapazität der Google-Dienste.

Noch vor sechs Jahren kündigte Google an: „Mit Google Fotos könnt ihr jetzt kostenlos beliebig viele Fotos und Videos in hoher Auflösung sichern und aufbewahren.“ Plötzlich hat es sich das Unternehmen aber anders überlegt und das Kontingent reduziert beziehungsweise zusammengelegt.

Vor dem 1. Juni standen Usern noch unbegrenzter Speicherplatz für Fotos zu Verfügung – zumindest, wenn sie nicht in Originalqualität, sondern mit der Standardeinstellung „hohe Qualität“ gespeichert wurden. Ab kommender Woche werden auch diese Fotos der Speicherkapazität von 15 Gigabyte angerechnet, auf die jeder User kostenfrei eine Garantie hat.

Speicher bei Google voll? Nutzer müssen mit gelöschten Dateien und Einschränkungen rechnen

Bislang galten die 15 GB nur für Gmail und Google Drive. Wer nun viele Fotos bei Google gespeichert hat, könnte ab 1. Juni also ganz plötzlich ein Problem haben und mit einem vollen Speicherplatz konfrontiert sein. Nicht sofort löscht Google dann alle Dateien, die über dem Limit liegen, dennoch werden Einschränkungen zu spüren sein.

So können keine E-Mails mehr empfangen und versendet oder neue Dateien hochgeladen werden. Viele Nutzer werden sich dann wohl entscheiden müssen: Entweder sie löschen, wechseln den Anbieter oder zahlen für eine Erweiterung der Speicherkapazität. Mit Google One hat der Konzern natürlich direkt ein passendes Angebot für seine Kunden parat – das er sich aber auch bezahlen lässt.

Neue Speicherrichtlinien bei Google: Hintergründe des Tech-Giganten

Warum schränkt Google ab sofort die Speicherkapazitäten derart ein? Generell scheint es so, als würde das US-amerikanische Unternehmen „aufräumen“. Bereits im Februar wurde der „Google Play Music“-Dienst eingestellt – worüber viele Kunden sich geärgert hatten. Für die Änderungen der Speicherrichtlinien nennt Google laut der Süddeutschen Zeitung zwei Gründe:

Zum einen wachse die Datenmenge weltweit bei Gmail, Google Fotos und Drive täglich um 4,3 Millionen GB – das bringt auch den Konzern an die Grenzen. Denn Google speichert nicht nur die Datenmengen seiner Nutzer, sondern vermietet auch Speicherplatz an andere Unternehmen, indexiert für seine Suchmaschine Hunderte Milliarden Websites und will für Youtube genug Speicher bereithalten. Zum anderen will Google möglichst viele Abos für seinen neuen Google One-Dienst verkaufen. Es geht also schlicht und einfach ums Geld.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach/dpa; Collage: RUHR24

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