Winterdienst

Streuen bei Glatteis ist Pflicht – Bußgeld bis zu 50.000 Euro droht

Kurz vor Weihnachten wird es auf vielen Straßen und Fußwegen glatt. Vergisst man zu streuen, droht ein hohes Bußgeld.

Hamburg/Dortmund – Der Winter hinterlässt seine Spuren: Auf Hoch „Erik“, das Deutschland zugefroren hatte, folgt Schnee und Glätte. Regen trifft auf die noch gefroren Straßen: Am Montag (19. Dezember) warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) wegen Glatteis ausdrücklich vor einer erhöhten Unfallgefahr.

Sturmtief „Franziska“ bringt Glatteis und Eisregen – Streuen nicht vergessen

Bei Glatteis-Alarm beginnt um 2 Uhr morgens bereits der Arbeitsalltag der Stadtreinigung. Streuen und gegebenenfalls nochmal Schneeschippen: Aufgaben, die auch jeder Mieter verrichten sollte – ansonsten kann es ein hohes Bußgeld hageln.

Glatteis inmitten des Berufsverkehrs: „Das Niederschlagsgebiet ist sehr verbreitet, deshalb ist es aktuell nicht nur lokal, sondern verbreitet gefährlich“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes bereits am frühen Morgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). In Niedersachsen kam es schon zu einem tödlichen Glätteunfall.

Wetter bringt Glatteis und Eisregen – auch Bürger müssen handeln und streuen

Sturmtief „Franziska“ äußert sich seit Montagnacht (19. Dezember) in Form von Glatteis und Eisregen in vielen Teilen Deutschlands, berichtet auch 24hamburg.de. Dem DWD zufolge soll es kurz vor Weihnachten zum Wetterumschwung kommen. Anteile daran könnte auch ein Polarwirbel haben, der womöglich die Chance auf Weiße Weihnachten nimmt.

Weitere Folgen: Schulausfälle, Beeinträchtigungen im Berufs- und Nahverkehr. Stadtreinigungen versuchen derweil, die Straßen wieder sicher befahrbar zu machen. Bürger sollten sich jedoch nicht nur auf deren Arbeit verlassen – sondern selbst streuen. Aber Achtung, nicht überall ist Salz zum Streuen erlaubt, sondern nur umweltfreundlichere Alternativen.

Winterdienst als Mieter: Bußgelder bei Vernachlässigung der Pflicht unterschiedlich hoch

Zu den winterlichen Maßnahmen, die es infolge der Glättegefahr nun zu ergreifen gilt, schreibt unter anderem die Stadt Hamburg auf ihrer Internetseite folgendes: Man solle sein Grundstück „unverzüglich nach Beendigung des Schneefalls bzw. sofort nach dem Entstehen von Eisglätte“ räumen und streuen (mehr Service-News bei RUHR24).

„Bei anhaltendem Schneefall über 20 Uhr hinaus oder einsetzendem Schneefall, Eis oder Glätte nach 20 Uhr müssen Sie bis 8.30 Uhr des folgenden Tages – an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr – räumen und streuen“. Doch die Regeln, was bei Schneefall und Glatteis zu tun ist, unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Auch die Strafen, die im Falle einer Vernachlässigung der Pflichten drohen. Einige Bundesländer verhängen kein Bußgeld, andere hingehen zwischen 500 oder 2500 Euro. Allein Hamburg führt den Strafkatalog mit einer drohenden Strafe bis zu 50.000 Euro an.

Bundesland:Quelle: bussgeld-info.de
Hamburg:Bis zu 50.000 Euro
Schleswig-Holstein:Bis 511 Euro
Niedersachsen:Keine Strafe
Nordrhein-Westfalen:Geldbuße möglich
Muss man bei Glatteis streuen oder nicht?

Vergessen zu streuen, wenn die Straßen glatt sind: So hoch ist das Bußgeld in Hamburg

Hamburg nimmt also auch seine Bürger in die Pflicht. Was passiert, wenn man seinen Aufgaben des Winterdienstes nicht kommt? Es droht ein Bußgeld. Das Online-Portal bussgeld-info.de beziffert die Summe etwa auf bis zu 50.000 Euro. So teuer kann es also in der Hansestadt werden, wenn man dem Winterdienst nicht nachkommt.

Noch teurer kann es übrigens dann werden, wenn sich eine Person aufgrund des nicht erledigten Winterdienstes auf dem Grundstück oder Gehweg ausrutscht und verletzt. Es gilt der Anspruch auf Schmerzensgeld. Kurz vorm Weihnachtsfest ist also noch einmal besondere Vorsicht geboten – nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch bei der Einhaltung seiner Bürgerpflichten.

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