Im Salat oder als Snack

Gemüse: Welchen Sorten man niemals roh essen sollte

Gemüsefach im Supermarkt
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Ausgewähltes Gemüse sollte man auf keinen Fall roh essen.

Im Frühling werden unsere Teller meist wieder bunter und wir bekommen Lust auf frische Salate und kalorienarme Snacks. Doch nicht jedes Gemüse ist gesund.

Deutschland - Wenn die Temperaturen langsam wieder steigen und die ersten warmen Tage unsere Gemüter erhitzen, ändert sich meist auch unser Speiseplan. Viele Menschen bekommen im Frühling und im Sommer Lust auf frische Salate, Smoothies und gesunde Snacks aus Gemüse und Obst. Klingt erst mal nicht schlecht, aber Vorsicht! Nicht jedes vermeintlich gesunde Lebensmittel ist auch wirklich gesund. Wir verraten, was man bei der Zubereitung von Gemüse beachten sollte.

GemüseKartoffel
GattungNachtschattengewächse
ZubereitungPommes, Aufläufe, Bratkartoffeln

Gefährliches Gemüse: In Kartoffeln schlummert gesundheitsschädliches Gift

Gurke aufs Brötchen, Radieschen in den Salat und Möhrchen mit Hummus für Zwischendurch: Gesunde Gemüse-Snacks sind beliebt, kalorienarm und schnell gemacht. Dazu kommt, dass viele Gemüsesorten in den warmen Monaten deutlich günstiger sind als im Winter. Zum Beispiel Kartoffeln.

Die frühesten Exemplare können bereits im Juni geerntet und anschließend zu verschiedenen Gerichten verarbeitet werden. Aber vorsichtig - hättet ihr gedacht, dass Kartoffeln niemals roh gegessen werden sollten?

Grund dafür ist der giftige Stoff Solanin, der sich direkt unter der Schale befindet. Bei keimenden oder grünen Kartoffeln ist der Anteil des Stoffes besonders hoch. Und das Schlimme: Solanin ist hitzebeständig und bleibt selbst nach dem Kochen weitgehend erhalten. Extrem grüne und stark keimende Kartoffeln gehören deshalb in den Mülleimer und nicht in den Kochtopf.

Achtung Gesundheitsgefahr: Welches Gemüse man auf keinen Fall roh essen sollte

Neben Kartoffeln gibt es noch einige andere Gemüsesorten, die nur im gekochten Zustand verzehrt werden sollten, da sie sonst Durchfall oder Erbrechen verursachen können. Im schlimmsten Fall drohen sogar Vergiftungen (alle Rückrufe und Warnungen auf RUHR24.de).

Folgende Gemüsesorten sind im rohen Zustand gefährlich:

  • Auberginen
  • Bohnen
  • Maniok
  • Pilze (außer Zuchtchampignons, Saitlinge, Austernpilze)
  • Rhabarber

Achtung Gefahr: Auberginen enthalten problematische Bitterstoffe

Auberginen sind besonders lecker, wenn man sie auf den Grill legt oder im Backofen mit etwas Olivenöl gart oder in einer Gemüsepfanne verarbeitet.

Was man hingegen vermeiden sollte, ist der rohe Konsum von Auberginen. Aber warum? Ganz einfach: Früher enthielten Auberginen viele Bitterstoffe, die zu Durchfall, Erbrechen und Kreislaufproblemen führen konnten.

Bei den neueren Zuchtformen wurden die Bitterstoffe fast komplett herausgezüchtet, allerdings kann altes Saatgut noch immer einen erhöhten Gehalt an Bitterstoffen aufweisen.

Wer sich unsicher ist, betrachtet einfach die Farbe der Aubergine: Ist das Gemüse durchgehend violett gefärbt und hat eine nachgebende Schale, könnte es theoretisch auch roh gegessen werden. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass Auberginen im rohen Zustand nicht wirklich gut schmecken. Daher: Kochen lohnt sich!

Bohnen und Hülsenfrüchte: Gefährliches Gemüse, das man unbedingt kochen muss

Viele Hülsenfrüchte sollten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe nicht roh gegessen werden. Dazu zählen auch grüne Bohnen sowie weiße und rote Kidneybohnen. Sie alle enthalten eine giftige Eiweißverbindung, das Phasin.

Beim Menschen kann Phasin zu Magen-Darm-Problemen führen und dabei vor allem für Kinder richtig gefährlich werden. Schon fünf bis sechs rohe Bohnen reichen aus, um bei ihnen Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall auszulösen. Hohe Mengen an Phasin können sogar tödlich sein.

Um das gefährliche Eiweiß zu zerstören, sollte man die Bohnen mindestens zehn Minuten kochen. Dann werden sie für Kinder und Erwachsene ungefährlich.

Achtung Gesundheitsgefahr: Maniok ist so beliebt und gefährlich wie Kartoffeln

Maniok ist in Asien, Afrika und Südamerika so verbreitet wie hierzulande die Kartoffel. Kein Wunder: Man kann die Knollen genauso gut zu Pommes verarbeiten, sie braten oder als Curry in der Pfanne genießen.

Aber Achtung: Maniok und Kartoffeln haben noch etwas gemeinsam: Man sollte sie nicht roh essen. Maniok enthält Blausäure, die für den Menschen richtig gefährlich werden kann. In hohen Dosen kann sie sogar tödlich sein.

Sowohl Pommes als auch Maniok können zu Pommes verarbeitet werden und sollten auf keinen Fall roh gegessen werden.

Um die Blausäure zu zerstören und süßen Maniok ungiftig zu machen, sollten die Knollen gekocht, gegart oder gebraten werden. Bei bitteren Sorten ist der Prozess aufwendiger: Sie sollten zerkleinert, in Wasser gelegt und anschließend fermentiert werden.

Pilze: Gefährliches Gemüse - bitte nur in Maßen und gut durchgekocht essen

Dass Pilze zum Teil richtig gefährlich und giftig sein können, lernt man meist schon als Kind. Aber hättet ihr auch gewusst, dass man einige Speisepilzsorten auf gar keinen Fall rohen essen sollte?

Grund dafür sind hitzeempfindliche Giftstoffe wie Hämolysine oder schwer verdauliche Eiweiße, die eine „unechte Pilzvergiftung“ hervorrufen könnten. Die Pilze sollten deshalb nicht nur in Maßen, sondern auch bestenfalls nur gut durchgekocht gegessen werden.

Besonders wichtig ist das Erhitzen von Waldpilzen. Auf ihnen könnten sich Eier des Fuchsbandwurms befinden, die erst durch das Kochen zerstört werden. Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der eine lebensgefährliche Wurmerkrankung beim Menschen auslösen kann. Diese bleibt im Körper meist lange unentdeckt, da sie ohne nennenswerte Symptome verläuft. Sie wird oft erst dann bemerkt, wenn es schon zu spät ist.

Übrigens: Pilzsorten wie Zuchtchampignons oder Kräuterseitlinge können durchaus roh verzehrt werden, solange dies in Maßen geschieht. Champignons können mit Schwermetallen oder Strahlen belastet sein und Kräuterseitlinge werden nicht von allen Menschen gut vertragen. Vorsicht ist bei Pilzen das oberste Gebot.

Video: Obst & Gemüse: Lieferungen wegen Corona-Pandemie in Gefahr?

Gefahr im Garten: Rhabarber und seine Blätter enthalten problematische Säure

Rhabarber wächst in vielen Gärten und auch gerne mal am Straßenrand. Viele Menschen neigen dazu, die Steigen einfach abzuschneiden, mitzunehmen und zu essen. Doch das kann problematisch werden!

Vor allem die Blätter vom Rhabarber enthalten viel Oxalsäure, die im menschlichen Körper die Aufnahme von Eisen, Magnesium und Calcium aus der Nahrung behindert. Infolge kann es zu Nährstoffmangel kommen. Deshalb sollte man die Blätter im Idealfall gar nicht essen.

Die in den Stangen enthaltene Menge an Oxalsäure ist unbedenklich, solange übliche Mengen gegessen werden. Erst bei vermehrtem Verzehr könnte es kritisch werden.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Stangen des Rhabarber geschält und ausreichend gekocht oder gebacken werden. Auf diese Weise wird die Oxalsäure unschädlich gemacht. Aber Achtung: Beim Kochen könnten die Stangen die Oxalsäure ans Kochwasser abgeben. Daher das Wasser nach dem Kochen unbedingt wegschütten und nicht etwa wie Nudelwasser, das noch vielfältig in der Küche eingesetzt werden kann, wiederverwenden.

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