Salmonellen, Listerien und E.coli

Salmonellen und Listerien bei Obst und Gemüse: Warnung - Abwasser zur Bewässerung vieler Lebensmittel genutzt

Bei Obst und Gemüse gibt es Gefahr vor Salmonellen und Listerien. Das kommt durch die Bewässerung aus Kläranlagen gängiger. 

  • In Deutschland müssen Felder aufgrund der zunehmenden Trockenheit häufiger bewässert werden.
  • Dafür wird auch aufbereitetes Abwasser aus Kläranlagen verwendet.
  • Trotz der Aufbereitung könnten Keime die Pflanzen verunreinigen und das Risiko zu erkranken steigen

Berlin - "Cook it, peel it or leave it" - zu deutsch: "Koch es, schäl' es oder vergiss' es" ist bisher besonders für Reisende in ferne Länder ein wichtiger Merksatz gewesen. Doch auch hierzulande könnte der Merksatz an Bedeutung gewinnen.

BfR

Bundesinstitut für Risikobewertung

Gründung

1. November 2002

Hauptstandort

Berlin

übergeordnete Behörde

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Durch die zunehmende Trockenheit in Europa verändert sich auch die Bewirtschaftungsweise der Felder in Deutschland. 2020 brachte bisher nur wenig Regen, sodass sich Landwirte schon nach dem nächsten Schauer sehnen.

Keimbelastung von Gemüse: Risiko zu erkranken könnte durch Abwasser-Bewässerung steigen

Zugegeben: Der Satz müsste um den Zusatz "gründlich Waschen" ergänzt werden. Denn auch das helfe den oberflächlichen Keimgehalt von Tomate, Gurke oder Salat zu verringern, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. 

Im Fokus der Risikobewertung stehen vor allem Salmonellen, Listerien oderE.coli-Bakterien. Noch wird das Risiko in Deutschland beim Rohverzehr von Obst und Gemüse zu erkranken als gering eingestuft, doch das Institut befürchtet, dass sich das in Zukunft ändern könnte. Denn: Würde Obst oder Gemüse mit aufbereitetem Abwasser bewässert und später im Ganzen oder in Teilen roh verzehrt, "könnten diese Risiken ansteigen."

Trockenheit: Bewässerung mit Abwasser kann Keime vermehren

Schuld sind die klimatischen Veränderungen, die auch vor Deutschland und dem restlichen Europa nicht halt machen. Die Folge sind anhaltende Trockenheit und die Notwendigkeit, Felder mehr und häufiger zu bewässern. Hierzulande führt das dazu, dass auch Pflanzen, die wie Gurken oder Salat für den rohen verzehr angebaut werden, zunehmen mit aufbereitetem Abwasser bewässert werden.

Europaweit sei das keine Seltenheit. Laut Stiftung Warentest sei es in Südeuropa üblich, Felder mit Abwasser aus Klär­anlagen zu bewässern. Doch auch wenn das Abwasser natürlich aufbereitet wird, bevor es auf die Felder gelangt, enthalte es laut BfR vermehrt Krankheitserreger.

Krankmachende Keime: Gemüse abwaschen muss sein 

Keimen wie Salmonellen, Listerien oder Escherichia coli - es besteht die Gefahr, dass Gemüse und Obst in Zukunft durch die Bewässerung mit aufbereitetem Abwasser immer häufiger mit krankmachenden Keimen belastet sind. 

Schlechte Gemüseernte wegen Trockenheit

Für die meisten, also für gesunden Erwachsene, sei das zwar eher unproblematisch so das BfR. Doch insbesondere Schwangeren und Personen, deren Abwehrkräfte durch hohes Alter, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme geschwächt sind, wird empfohlen, besondere Vorsicht walten zu lassen (mehr Service-Artikel auf RUHR24). So war beispielsweise Netto kürzlich von einem Rückruf betroffen - Mandeln sollen möglicherweise mit Salmonellen belastet sein. 

Keime können krank machen: Empfehlung von des BfR

Neben der Empfehlung, jedes Obst und jedes Gemüse gründlich zu waschen, sollte man besonders mit diesen Lebensmitteln vorsichtig sein: 

  • Sprossen sollten vor dem Verzehr immer ausreichend erhitzt werden.
  • Zutaten für Salat immer gründlich mit Trinkwasser waschen.
  • Salate zudem am besten kurz vor dem Verzehr selbst zubereiten.
  • Auf den Verzehr von fertig geschnittenen und verpackten Salaten sollten Menschen aus der oben genannten Risikogruppe komplett verzichten.

Keime können krank machen: Empfehlung von Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest rät außerdem:

  • Fertigsalat aus der Tüte kann stark belastet sein und sollte völlig vermieden werden.
  • Besonders Obst und Gemüse, welches bodennah wächst (z.B. Blumenkohl, Kohlrabi, Zucchini oder Erdbeere), nicht nur waschen, sondern besser schälen oder blanchieren.

"Obst und Gemüse werden wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe von den meisten Menschen gern roh gegessen", heißt es in der Stellungnahme "Aufbereitete Abwässer: Bakterielle Krankheitserreger auf frischem Obst und Gemüse vermeiden" des BfR

Gleichzeitig würden diese Lebensmittel schnell verderben, sodass sie oft schon verzehrt seien, bevor Krankheitsausbrüche durch mit Krankheitserregern verunreinigtes Obst und Gemüse, erkannt und verdächtige Lebensmittel untersucht werden könnten. 

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