Maßgebliche Merkmale

Gemüse im Garten anbauen: Das ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Wer Gemüse im eigenen Garten anbaut, kann es kaum bis zur Ernte abwarten. Der richtige Erntezeitpunkt sollte dabei jedoch beachtet werden.

Dortmund – Die eigene Ernte ist für jeden Hobbygärtner der schönste Augenblick im Gartenjahr. Nach wochenlanger Pflege kann endlich das eigene Gemüse gekostet werden. Doch woher weiß man, wann das Gemüse wirklich reif ist? Einige Tipps zur Ernte sollte man beachten. Denn auch die Tageszeit kann Auswirkungen auf das Geschmacksaroma der Gemüsesorten.

OrtGarten
ErnteGemüse
TippRichtiger Zeitpunkt und Tageszeit für die Ernte

Gemüse im Garten ernten: So kann man erkennen, wann das Gemüse erntereif ist

Um den richtigen Erntezeitpunkt nicht zu verpassen, sollte man Frühgemüse wie Kohlrabi, Erbsen und Zucchini, die übrigens auch giftig sein kann, möglichst früh ernten. Wartet man zu lange, könnten die Knollen des Kohlrabis holzig werden und die Erbsen mehlig, erklärt mein-schoener-garten mit. Zucchini verlieren bei zunehmender Größe an Geschmacksaroma und werden wässrig.

Auch bei Gurken ist der richtige Erntezeitpunkt wichtig. Sollten sich die Früchte gelb färben, ist das optimale Reifestadium bereits überschritten. Bei Auberginen zählen ein leichter Glanzverlust und rahmweiße Samen im Inneren zu den Anzeichen eines optimalen Erntezeitpunkts (mehr zu Garten bei RUHR24).

Gemüse im Garten ernten: Erntezeitpunkt bestimmt sich anhand der Gemüsesorte

Einige Gemüsesorten fallen unter spätes Gemüse und sollten möglichst spät geerntet werden. Dazu zählt Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken und Rettich, aber auch Lauch, Rosenkohl und Grünkohl. Die beiden Kohlsorten können sogar bis in den Winter hinein beerntet werden und halten gewinnen durch frostige Nächte noch Geschmacksaroma hinzu.

Zudem sind auch viele Lauchsorten kälteresistent. Bleiben Möhren und anderes Wurzelgemüse lange im Beet stehen, kann sich das nach Angaben von mein-schoener-garten positiv auf den Geschmack auswirken. Möhren können zudem bei kalten Temperaturen in der Erde gelagert werden.

Möhren können auch über den Reifegrad hinaus im Beet stehen bleiben.

Gemüse im Garten ernten: Merkmale für den optimalen Erntezeitpunkt – Farbe und Größe

In vielen Gemüsegärten herrscht große Sortenvielfalt. Bei so vielen verschiedenen Gemüsepflanzen verliert man leicht den Überblick über den perfekten Erntezeitpunkt jeder Gemüseart. Dieser lässt sich bei einigen Gemüsepflanzen bereits mithilfe einiger Tipps zur Farbgebung, Größe oder anderen Merkmalen erkennen.

  • Tomaten: Bei einer kräftigen roten oder gelben Färbung können die meisten Sorten bereits geerntet werden. Je weicher die Frucht wird, desto eher sind die erntereif. Aber Achtung: Es gibt auch Sorten, die grüne Früchte tragen.
  • Zwiebeln: Wenn das Laub der Zwiebel bräunlich wird und umknickt und die Zwiebel eine angemessene Größe erreicht hat, kann sie geerntet werden.
  • Zuckererbsen: Mit dem Ernten beginnen kann man bereits, wenn die Schote noch keine Erbsen entwickelt hat. Dann sind sie besonders süß. Je größer die Erbsen sind, desto herber der Geschmack.
  • Zucchini: Wenn die Frucht circa 15 Zentimeter lang ist, sollten Zucchini geerntet werden. Größere Früchte neigen dazu, wässrig zu werden und verlieren an Geschmack. Kleinere oder größerer Früchte können jedoch trotzdem verarbeitet werden.
  • Kürbis: Um den richtigen Erntezeitpunkt für Kürbisse herauszufinden, sollte man die Klopfprobe anwenden. Klingt die Frucht beim Klopfen hohl, kann der Kürbis geerntet werden. Auch kleine Risse am Stängel sind Anzeichen für den optimalen Reifegrad.
  • Kohlrabi und Radieschen: Kohlrabi sollte bei einer zutreffenden Größe früh geerntet werden, denn er neigt dazu, holzig zu werden. Die Knollen sollten etwa so groß wie ein Tennisball sein. Gleiches gilt für Radieschen.
  • Wurzelgemüse wie Rote Beete oder Möhren: Wenn die richtige Größe erreicht ist, sollte man sie so früh wie möglich ernten.
  • Zuckermais: Färben sich die Fäden an den Kolben schwarz, ist der Mais erntereif.
  • Salat: Feste und satte Blätter sind Merkmale für den richtigen Erntezeitpunkt. Bei einigen Sorten bildet sich ein fester Kopf, um den sich die Blätter herumwickeln. Pflücksalat kann immer wieder Blattweise beerntet werden.
  • Grüne Bohnen: Bricht man eine Bohne in der Mitte, müsste die Bruchkante scharf abgeschnitten aussehen. Bei einer fransigen Kante ist das Gemüse bereits überreif.

Gemüse im Garten ernten: Tageszeit hat Auswirkungen auf Ernte – Nitratgehalt am Abend geringer

Aber auch die Tageszeit kann den perfekten Erntezeitpunkt bestimmen. Die optimale Zeit für das Ernten fällt für die meisten Gärtner auf den Morgen. Denn im Laufe eines warmen Sommertages verlieren Gemüsepflanzen an Wasser und das Gemüse wird schlaffer. Insbesondere Blattgemüse wie Salat ist früh morgens noch knackig, sodass es sich laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft sogar noch einige Tage lagern lässt.

Der richtige Erntezeitpunkt ist für den Geschmack des Gemüses entscheidend.

Gemüsesorten wie Bohnen, Möhren, Rote Bete, Mangold, Rucola und Spinat sollten hingegen erst am späten Nachmittag oder Abend geerntet werden. Grund dafür ist ein höherer Vitamingehalt und der durch das Sonnenlicht verringerte Nitratwert im Gemüse. Zu einer späteren Tageszeit ist der schädliche Nitratgehalt am geringsten. Worauf es beim Düngen im Garten ankommt, erklärt 24garten.

Nitrat ist ein Stickstoff und dient der Pflanze als Nährstoff. Für Menschen kann der Stoff allerdings nur gesundheitsschädlich sein, wenn er sich im Körper zu Nitrit umbaut. Dies geschieht laut Bundesinstitut für Risikobewertung zum Beispiel durch die Einwirkung von Bakterien im Darm oder schlechte Lebensmittelhygiene. Doch nur der Verzehr einer großen Menge nitrathaltigem Gemüse kann gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung empfiehlt sich daher weiterhin.

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