Hilfe für Verbraucher

Kontogebühr zurückfordern: Was Sparkassen-Kunden jetzt wissen müssen

Gebühren für das Konto können Kunden bei der Bank zurückfordern. Aber Vorsicht ist geboten.

Deutschland – Für ein Konto bei der Bank müssen Verbraucher nicht selten eine Gebühr bezahlen. Allerdings gibt es mittlerweile eine Änderung bei den Gebühren für Kontos bei der Sparkasse und Co. Kunden müssen eine Erhöhung daher nicht in jedem Fall akzeptieren.

FinanzgruppeSparkasse
Kundenrund 50 Millionen
Anzahl der Kreditinstitute376

Gebühren bei Sparkasse und Co. für das Konto: Kunden können sich wehren

Ein großes Ärgernis für Kunden ist es, wenn Banken die Kosten für die dazugehörigen Konten erhöhen. Doch das muss man nicht in jedem Fall akzeptieren. Denn durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 27. April 2021 sind Erhöhungen ohne Zustimmung der Kunden nicht zulässig.

Das gilt vor allem bei der Postbank. Aber auch Kunden der Sparkasse und anderer Banken sollten prüfen, ob sie möglichen Änderungen des Vertrages ausdrücklich zugestimmt haben. „Fast alle Banken haben solche oder ähnliche Klauseln in ihren AGB verwendet, wie die Postbank, deshalb hat das BGH-Urteil auch Auswirkungen auf sie“, erklärt Finanzexperte Niels Nauhauser

Ist dies nicht der Fall, hilft ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), um entsprechende Klauseln bezüglich der Erhöhung und Fristen zu prüfen. Die Verbraucherzentrale rät in jedem Fall, die Rückerstattungsansprüche zu kontrollieren.

Erhöhung der Kontogebühren bei den Banken: Kunden sollten Anspruch auf Rückzahlung prüfen

Die Bank muss ihre Kunden nach Angaben der Experten spätestens zwei Monate vor der Änderung schriftlich informiert haben. Wer innerhalb dieser acht Wochen bis zur Erhöhung keinen Widerspruch einlegt, gibt zwar automatisch die Zustimmung. Aber darauf, dass man die Zustimmung durch Schweigen erteilt hat, müssen die Verbraucher ebenfalls von Sparkasse, Volksbank und Co. informiert werden.

Wichtig sei es außerdem, nachzuschauen, ob es Fristen zur Verjährung der Ansprüche gibt. Andernfalls können Kunden auch die Gebühren der vergangenen Jahre zurückfordern. Wer bis zum 31. Dezember 2022 aktiv wird, könnte demnach die Ansprüche bis mindestens einschließlich 2019 geltend machen (weitere News zu Digitales bei RUHR24).

Gebühren bei Sparkasse und Co.: Verbraucherzentrale rät Kunden zur Kontrolle beim Konto

Das funktioniert am besten schriftlich. Die Verbraucherzentrale stellt dafür einen Musterbrief zur Verfügung. Zudem sollen die Kunden der Bank „die Möglichkeit zur Sonderkündigung“ haben, wie es bei der Verbraucherzentrale heißt.

Um wirklich festzustellen, inwiefern man unberechtigte Beiträge für das eigene Konto gezahlt hat, heißt es zunächst, sämtliche Posteingänge zu durchforsten. Das kann beispielsweise auch das Online-Banking bei der Sparkasse sein, aber auch E-Mails und Briefe sollten genau kontrolliert werden.

Kunden sollten beim Online-Banking und in den Mails nach Post von der Bank schauen.

Wer etwa bislang ein kostenloses Konto hatte und mittlerweile Gebühren zahlt, ohne darüber informiert worden zu sein, der sollte aktiv werden. Verbraucher, die eine unrechtmäßige Erhöhung feststellen, sollten im nächsten Schritt anhand ihres Kontos bei der Bank berechnen, wie hoch die Summe ist, die sie zu viel gezahlt haben.

Kontogebühren bei den Banken: Verbraucherzentrale warnt Kunden vor falscher Reaktion

Eine große Hilfe dabei kann eine sogenannte Entgeltaufstellung sein, die Kunden bei ihren Banken anfordern dürfen. Allerdings warnt die Verbraucherzentrale auch vor voreiligen Schritten der Kontaktaufnahme wegen möglicher Erhöhungen. Denn einige Banken sollen die Konten der Kunden nach der Rückerstattungsforderung gekündigt haben.

Zudem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Kunden rechtmäßige Beträge der Bank unbedingt zahlen sollen. Denn nicht in jedem Fall lohnt sich automatisch ein zeitaufwendiger und teurer Rechtsstreit. Auch gerichtliche Schreiben sollten auf keinen Fall ignoriert werden. Bei Unsicherheiten hilft es, einen Experten zurate zu ziehen.

Rubriklistenbild: © Christian Keiter/RUHR24

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