Falscher Ehrgeiz wird bestraft

Gefahr beim Sparen: Wassertemperatur auf keinen Fall unterschreiten

In Deutschland ist das Spar-Fieber ausgebrochen. Um jeden Preis sollte man dies allerdings nicht versuchen. Dann drohen sogar Gesundheitsgefahren.

Dortmund – In einem Punkt ist sich die deutsche Bevölkerung sicherlich weitestgehend einig: Die Energiekosten müssen reduziert werden.

Unsichtbare Gefahr beim Sparen: Wassertemperatur auf keinen Fall unterschreiten

Laut Verbraucherzentrale entfallen rund 13 Prozent der Energiekosten eines Haushaltes auf das Konto Warmwasser. Gleichzeitig ließe sich bares Geld einsparen, wenn man die Wassertemperatur herunterreguliert.

Genau in diesem Punkt steckt der Teufel allerdings im Detail. Denn übertreiben sollte man es nicht – sonst spart man nicht nur bei der nächsten Nebenkostenabrechnung, sondern auch an der eigenen Gesundheit.

Obacht bei Wassertemperatur: Legionellen-Gefahr droht

Denn wahllos die Temperatur des Durchlauferhitzers oder Warmwasserboilers nach unten zu korrigieren, kann gefährlich werden. „Eigentümer sollten darauf achten, dass Warmwasser im Haus auf 60 Grad Celsius erwärmt wird“, rät beispielsweise die Verbraucherzentrale.

Ab dieser Mindest-Temperatur sei sichergestellt, dass Legionellen nicht mehr existieren können und abgetötet werden. „Sorgen Sie dafür, dass das warme Wasser überall im Leitungssystem immer eine Temperatur von mindestens 55 °C hat. Nur so kann Legionellen-Wachstum sicher vermieden werden. Gesundheitlich riskant wäre es, hier Energie zu sparen“, warnt das Umweltbundesamt.

Zu geringe Wassertemperatur: Legionellen lösen schwere Krankheiten aus

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Legionellen „Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen. Sie sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind.“

Beim warmen Wasser in den Leitungen kommt es auf die richtige Temperatur an.

Sie „vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Oberhalb von 60 °C werden sie meistens abgetötet und unterhalb von 20 °C vermehren sie sich kaum noch. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen“, heißt es weiter.

Ernstzunehmende Gesundheitsgefahr: Falsches Sparen kann Legionellen begünstigen

Wer also nicht nur Geld sparen, sondern gleichzeitig gesund bleiben möchte, der sollte unbedingt auf die richtige Temperatur in den Boilern und Wasserleitungen achten. Andernfalls könnte im schlimmsten Fall eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr entstehen.

Darüber hinaus müsse das Wasser in Mehrfamilienhäusern mit zentralen Warmwasseranlagen und einer Speicherkapazität von mehr als 400 Litern regelmäßig auf Legionellen untersucht werden, berichtet die Verbraucherzentrale. Vermieter seien verpflichtet, ihren Mietern die entsprechenden Ergebnisse mitzuteilen.

Rubriklistenbild: © penofoto/Imago; Wolfgang Maria Weber/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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