Ukraine-Krieg und seine Folgen

Gazprom stellt Gas-Lieferung an Shell ein – Deutschland direkt betroffen

Der russische Konzern Gazprom wird ab sofort kein Gas mehr an Shell liefern. Das hat Folgen für Deutschland. Kommt es zu Lieferengpässen?

Kopenhagen/Moskau (DPA) - Bereits Ende März hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die „Rubel“-Strategie als Reaktion auf die Sanktionen des Westens im Zuge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine eingeführt.verkündet. Heißt: Westliche Staaten, wie Deutschland, sollen ihre russischen Gas-Lieferungen künftig in Rubel bezahlen oder auf spezielle Konten der Gazprombank überweisen. Werde dies nicht umgesetzt, sollen bestehende Verträge und Lieferungen gestoppt werden, so der Kremlchef im März. Das wurde nun wohl Realität.

Ukraine-Krieg: Russischer Konzern Gazprom stellt ab sofort Gas-Lieferung ein

Der russische Staatskonzern Gazprom wird den dänischen Versorger Ørsted sowie Shell Energy Europe ab sofort nicht mehr mit Gas beliefern. Ørsted und Shell hätten Gazprom Export darüber informiert, die Rechnungen nicht - wie von Moskau gefordert - in Rubel zu bezahlen, teilte das russische Unternehmen mit.

Shell habe erklärt, dass die Gaslieferungen nach Deutschland nicht in der russischen Währung beglichen würden, teilte Gazprom Export weiterhin mit. Weil für den Monat April kein Geld geflossen sei, würden nun die Lieferungen eingestellt.

Gazprom liefert kein Gas mehr an Shell – mit Folgen für Deutschland

Auch Shell bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (DPA), den neuen Zahlungsbedingungen von Gazprom nicht zugestimmt zu haben. Was hat das nun für Folgen für die Verbraucher und die Wirtschaft in Deutschland? Kommt es möglicherweise zu Lieferengpässen?

„Wir arbeiten daran, unsere Kunden in Europa über unsere vielfältigen Möglichkeiten weiter mit Gas zu versorgen“, hieß es in einer Mitteilung von Shell. Man arbeite weiterhin an einem schrittweisen Rückzug aus russischen Kohlenwasserstoffen, so das Unternehmen weiter.

Welche Gasmenge genau von dem Lieferstopp betroffen ist, teilte das Unternehmen nicht mit. Die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde für die Gasversorgung in Deutschland versicherte auf Anfrage: „Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet. Wir beobachten die Lage sehr genau.“

Russland liefert kein Gas mehr an Shell: Drohen Lieferengpässe

Auch in Dänemark rechnet man nicht mit Versorgungsengpässen. Nach Angaben von Ørsted kann Russland die Gaslieferung nach Dänemark nicht direkt abschneiden, weil es keine Gas-Pipeline gibt, die direkt von der Energiegroßmacht ins Land führt. Es sei Dänemark deshalb weiterhin möglich, Gas zu beziehen.

Das russische Staatsunternehmen Gazprom liefert nun auch kein Gas mehr an Shell und den dänischen Versorger Ørsted.

Auch in den. Niederlanden, Polen, Bulgarien und Finnland wurde die Energie-Lieferung bereits gestoppt. Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas, Uniper, versucht derweil andere Wege zu gehen.

Auf Anfrage der DPA erklärte der Konzern, dass man den Zahlungsweg für Gaslieferungen aus Russland „so wie andere deutsche und europäische Unternehmen auch“ umgestellt habe. Ende Mai sei eine erste Zahlung „im Einklang mit dem neuen Zahlungsmechanismus“ erfolgt. Es sei im Vorfeld mit der Bundesregierung abgestimmt worden.

Das heißt, Geld wird in Euro auf die sogenannten K-Konten der russischen Gazprombank überwiesen. Die Bank konvertiert das Geld in Rubel und überweist es an Gazprom. Das Verfahren hatte Putin Anfang April im Zuge seiner „Rubel“-Strategie eingeführt. Die EU-Kommission hatte zugestimmt, dass dieses Verfahren nicht die gegen Russland verhängten Sanktionen verletzen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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