Energieversorgung

Gaspreise explodieren – Gashahn könnte in manchen Fällen auch zugedreht werden

Die Gaspreise liegen auf einem Rekordniveau und damit auch die nächsten Gasrechnungen. Wenn diese nicht bezahlt werden, kann das ernste Folgen haben.

Dortmund – Erdgas wird laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in etwa 48,2 Prozent der Wohnungen in Deutschland zum Heizen genutzt. Somit ist knapp die Hälfte der Haushalte von den auf Rekordniveau angestiegenen Gaspreisen betroffen. Die nächste Gasrechnung könnte damit hoch ausfallen. Wer seine Rechnung nicht bezahlt, könnte eine Gassperre des Versorgers drohen, berichtet RUHR24.

ThemaEnergiekrise
Auswirkungenu.a. hohe Gaspreise
InformationNichtbezahlung einer Gasrechnung

Gassperre droht: Energieversorger dreht den Gashahn zu – 24.000 Haushalte betroffen

Im Vergleich zur Vorwoche ist der Gaspreis für Neukunden wieder leicht gesunken. Das geht aus neuesten Daten des Vergleichsportal Verivox hervor. Doch Entspannung im Geldbeutel ist trotzdem nicht zu erwarten, denn die Kosten für die eigene Energieversorgung sind weiterhin hoch. Viele Menschen sind besorgt, die kommende Gasrechnung nicht bezahlen zu können.

In diesem Fall kann der Energieversorger eine Gassperre verhängen. Dies ist längst kein Einzelfall mehr. Schon vor der Gaskrise drohten Versorger etwa eine Millionen mal im Jahr den Gashahn für betreffende Haushalte zuzudrehen. Davon wurde die Drohung der Gassperre im Jahr 2020 sogar bei etwa 24.000 Haushalten Realität und das Gas wurde abgestellt, so die Bundesnetzagentur.

Betroffen sind Verbraucher, die einen eigenen Vertrag mit dem Gasversorger abgeschlossen haben. Mietern könnte dieses Szenario somit ebenfalls drohen. Wann der Versorger die Gasversorgung tatsächlich kappen darf, regelt das Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV).

Gassperre droht: Wann der Energieversorger die Gasversorgung abstellen kann

Verbraucher können grundsätzlich erst einmal aufatmen. Denn der Versorger darf den Gashahn laut Gesetz nicht einfach plötzlich und unerwartet zudrehen. Gewisse Voraussetzungen müssen vorliegen, sodass das Einstellen der Gasversorgung gerechtfertigt ist.

Energieversorger können Verbrauchern in bestimmten Fällen das Gas abdrehen.

Die Bundesnetzagentur informiert die Bürger darüber, wann eine Gasunterbrechung möglich ist. Verbraucher, die ihre Gasversorgung über einen Liefervertrag beziehen, richten sich nach den jeweiligen Vertragsregelungen. Für Kunden in der Grundversorger gelten folgende Voraussetzungen für eine Gasunterbrechung:

  • Ein Zahlungsrückstand von unter 100 Euro beim Gaslieferanten könnten bereits zu einer Gassperre führen.
  • Auf eine Mahnung in Form einer wiederholten Zahlungsaufforderung des Gaszulieferers wurde innerhalb der gesetzten Frist nicht reagiert.
  • Eine Sperrandrohung wird vier Wochen vor dem tatsächlichen Sperrtermin an den betreffenden Haushalt versendet.
  • Eine Sperrankündigung erreicht mindestens drei Werktage vor dem tatsächlichen Sperrtermin den betreffenden Haushalt. Der Grundversorger ist verpflichtet, alternative Zahlungsmöglichkeiten in Form von Ratenzahlung oder eine Weiterversorgung auf Vorauskasse anzubieten.
  • Die Folgen einer Gasunterbrechung stehen im Verhältnis zum Zahlungsverzug. Sollte dies aufgrund von Kleinkindern, Schwangeren oder pflegebedürftigen Personen im Haushalt nicht der Fall sein, sollte der Lieferant informiert werden. Gegen die Gassperre kann in diesem Fall Widerspruch eingelegt werden.
  • Es konnte gegenüber dem Energieversorger nicht überzeugend vermittelt werden, wie die betreffenden Personen im Haushalt die zukünftigen Zahlungsaufforderungen nachkommen werden.

Gassperre vermeiden: Zahlungsprobleme – Gasunterbrechungen vermeiden und vorbeugen

Sollte der Gasversorger tatsächlich die Lieferung einstellen, bedeutet das meist weitere Kosten für den Verbraucher. Denn ein Abstellen und die Durchführung der Gasunterbrechung kostet in etwa zwischen 10 und 150 Euro, so NTV. Aus diesem Grund empfiehlt die Bundesnetzagentur vorzubeugen (mehr Service-Themen bei RUHR24).

Um hohe Kosten zu vermeiden, empfiehlt es sich Energie einzusparen.

Neben allgemeinen Tipps zum Energiesparen, sollten Verbraucher Tarife und Anbieter vergleichen, um mögliche Kosten einzusparen. Die Abgleichung der monatlichen Abschlagszahlungen mit dem tatsächlichen Verbrauch ist ebenfalls ratsam. So können hohe Nachzahlungen am Ende des Jahres vermieden werden.

Sollten Mahnungen und die Ankündigung für eine Gassperre bereits erfolgen, sollte man diese nicht ignorieren. Der Energielieferant oder auch Verbraucherzentralen können bei Zahlungsproblemen helfen und beratend zur Seite stehen. Die Rechnungen in Raten zu bezahlen stellt ebenfalls eine mögliche Lösung dar.

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