Energiekosten explodieren

Gasabschlag im Dezember – wer bekommt das Geld und wie viel?

Deutschlands Bürger werden wegen der Energiepreise entlastet. Noch in 2022 durch eine Einmalzahlung. Doch wie hoch ist die Beteiligung des Staates?

Hamm – Geht es nach einer Experten-Kommission, sollen die Haushalte in Deutschland in zwei Schritten von den hohen Energiepreisen entlastet werden. Stichwort: Gaspreisbremse. Noch in diesem Jahr ist eine Einmalzahlung geplant, in 2023 soll es dann einen Preisdeckel geben, wie wa.de berichtet. Wie die Sonderzahlung 2022 für Eigentümer und Mieter ablaufen soll und wie hoch der Abschlag sein wird, erfährst du hier im Überblick.

RegierungsinstitutionBundesregierung
Gründung15. September 1949
OrtBerlin

Gasabschlags-Zahlung im Dezember: Wer bisher gespart hat, bekommt weniger Geld

Das Entlastungsverfahren im Kampf gegen die hohen Gaspreise wurde von einer Experten-Kommission vorgeschlagen. Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßte die Idee. Es sei eine „sehr, sehr gute Grundlage“. 

Jetzt ist die Bundesregierung am Zug. Ein Regierungssprecher sagte, man wolle den Vorschlag der Kommission zügig prüfen und über die Umsetzung beraten (weitere Service-News auf RUHR24).

Vor allem rund um die Einmalzahlung kamen bei Gas-Kunden viele Fragen auf. Wie hoch wird der Abschlag sein, auf dessen Grundlage die Sonderzahlung berechnet wird? Wer erhält die Einmalzahlung – und wie? Ein Überblick.

Gasabschlag-Zahlung vom Staat: Wie hoch wird die Einmalzahlung im Dezember sein?

Der Staat soll laut Vorschlag der Kommission die Abschlagszahlungen von direkten Gaskunden im Dezember 2022 übernehmen. Dabei geht es allerdings nicht um die Kosten für den tatsächlichen Gasverbrauch in dem besagten Monat. Der Hintergedanke dabei: Verbraucher sollen keinen Anreiz bekommen, die Heizung im Winter bewusst aufzudrehen, um höhere staatliche Hilfen zu bekommen.

Die Einmalzahlung vom Staat im Dezember zur Unterstützung wegen der hohen Energiekosten bezieht sich auf den September-Abschlag.

Die Einmalzahlung vom Staat soll sich auf den September-Abschlag beziehen. Die gezahlten Abschläge, die jeden Monat gleich hoch sind, bemessen sich am Vorjahresverbrauch.

Dementsprechend können Gas-Kunden selbst nachschauen, wie hoch die Einmalzahlung sein wird. Auf dem Bankkonto oder im Portal des Gasanbieters lässt sich nachprüfen, wie hoch der Abschlag im September 2022 war.

Gaspreisbremse - der Überblick

  • Einmalzahlung: Der Staat soll im Dezember einmalig die Abschlagszahlung (Höhe des September-Abschlags) für Gas- und Fernwärmekunden übernehmen.
  • Preisdeckel: Von März 2023 bis mindestens April 2024 soll für 80 Prozent des Gasverbrauchs ein Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde gelten. Bei Fernwärme soll es für 80 Prozent des Verbrauchs einen Bruttopreis von 9,5 Cent pro Kilowattstunde geben.
  • Das Grundkontingent von 80 Prozent soll sich aus der Abschlagszahlung für September 2022 errechnen.

Wer im September also einen niedrigen Abschlag gezahlt hat, erhält auch eine niedrigere Einmalzahlung als Kunden, die im September einen höheren Abschlag zahlen mussten. In der Regel bemisst sich die Höhe vom Abschlag und damit auch vom Verbrauch zwar vor allem an der Anzahl der Haushaltsmitglieder und der Wohnungsgröße. Aber der Abschlag fällt natürlich auch niedriger aus, wenn Haushalte besonders energiesparend leben, also weniger heizen oder kürzer duschen.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox liegt die durchschnittliche Abschlagszahlung für ein Einfamilienhaus derzeit bei rund 342 Euro. Übernehme der Staat eine Rate, würden die jährlichen Kosten von 4108 Euro auf 3766 Euro sinken, was einer Entlastung von rund 8 Prozent entspreche.

Gasabschlags-Zahlung im Dezember: Wer die Einmalzahlung erhält

Laut Plan der Kommission sollen private Haushalte und kleine Firmen die Gasabschlags-Zahlung vom Staat erhalten. Und das betrifft sowohl Direkt-Kunden von Gasanbietern, als auch Mieter, die ihren Gasverbrauch über die Nebenkostenabrechnung bezahlen.

Bei Direkt-Kunden wird der Staat die Abschläge übernehmen, die Versorger sollen das Geld erstattet bekommen. Bei zentral beheizten Mietshäusern soll die Gutschrift vom Vermieter auf die Mieter umgelegt werden, im Zuge der Nebenkostenabrechnung. Teilweise seien Abschläge für Mieter noch gar nicht gestiegen, der Vermieter erfahre aber schon höhere Gaspreise. Die Zahlung solle „Liquiditätsprobleme“ von Vermietern adressieren.

Für Rentner gibt es im Dezember noch einmal zusätzliches Geld - die Energiepauschale aus dem Entlastungspaket.

Rubriklistenbild: © Davide Bonaldo/Imago; Florian Gaertner/photothek.de/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24