Bis zu 2000 Euro

Gas-Umlage berechnen: Tool zeigt Kosten für Singles, Paare und Familien

Verbraucher müssen bald wegen der Gas-Umlage höhere Kosten stemmen. Wie viel Singles, Paare und Familien ab Herbst zahlen müssen, zeigt eine Musterrechnung.

Dortmund – Die Gaskrise sorgt nicht nur in der Politik für angespannte Stimmung. Auch bei den deutschen Verbrauchern dürfte sich die Energiekrise bald bemerkbar machen. Denn zu den ohnehin schon steigenden Gaspreisen kommt ab Herbst auch noch die sogenannte Gas-Umlage. Die Umlage soll Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende Gasmengen aus Russland kaufen müssen.

Maßnahme des BundeswirtschaftsministeriumsGas-Umlage
UrsacheRettung von Gas-Importfirmen aufgrund der Gas-Krise
Wer zahltFirmen als auch Privathaushalte

Höhe der Gas-Umlage berechnen: So viel müssen Verbraucher draufzahlen

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte bereits angekündigt, dass auf Verbraucher Mehrkosten in Höhe von mehreren Hundert Euro zukommen könnten. Eine genaue Zahl, wie hoch die staatliche Umlage ausfallen soll, hat er jedoch nicht genannt. Maximal soll sie jedoch fünf Cent pro Kilowattstunde betragen, wie Merkur.de berichtet.

Das Vergleichsportal Check24 hat dazu berechnet, wie hoch die Mehrkosten für fünf verschiedene Musterhaushalte ausfallen würden. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse für verschiedene Betrags-Höhen der Gas-Umlage nachzulesen (mehr Service-News bei RUHR24).

Gas-Umlage kommt 2022: Mehrkosten bis zu 2000 Euro drohen für Verbraucher

Ein Muster-Single-Haushalt müsste also maximal mit Mehrkosten in Höhe von rund 298 Euro rechnen. Bei einer vierköpfigen Familie sind es hingegen bereits 1190 Euro bei fünf Cent Umlage.

Eins ist also klar: Auf Verbraucher kommen trotz ohnehin schon hoher Inflation noch mehr Kosten hinzu. Da hilft auf die Energiepreispauschale wenig, da von dem 300 Euro-Bonus netto ohnehin nicht viel übrig bleibt.

Doch damit ist es noch nicht getan. Denn die steigenden Gas-Preise im Großhandel dürften sich auch auf die Abschläge der Verbraucher auswirken. „Wenn die bereits vor der Krise beschafften Energiemengen der Energieversorger verbraucht sind, werden sie zu den aktuellen Rekordpreisen an der Börse einkaufen müssen“, sagt Billy Scheufler, Geschäftsführer Energie Check24. „Die Jahresrechnung und damit auch die Abschläge könnten dann um das Drei- bis Fünffache steigen.“

Gaspreise steigen weiter: Abschläge drei- bis fünfmal höher

Im Juli 2021 zahlte ein Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh rund 1301 Euro im Jahr. Durch die gestiegenen Preise waren es im Juli 2022 bereits 3415 Euro im Schnitt. Das entspricht einem Plus von 162 Prozent zum Vorjahr.

Verbraucher müssen 2022 nicht nur mit höheren Preisen rechnen, sondern auch noch mit einer Gas-Umlage.

Ergänzt man hier dann noch die Gas-Umlage von fünf Cent, wären es sogar 4605 Euro im Durchschnitt – also 254 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Da bleibt am Ende nur noch: Sparen, sparen, sparen – zum Glück gibt es einige Tipps, wie sich der Gas-Verbrauch im Privathaushalt schnell und einfach senken lässt.

Und für Verbraucher gibt es aktuell noch eine weitere Hoffnung. Noch ist die Gas-Umlage keine final beschlossene Sache. Derzeit wird sogar diskutiert, ob diese überhaupt rechtlich durchzusetzen wäre.

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