In seltenen Fällen tödlich

Gas sparen und nur kaltes Wasser nutzen – Achtung, das kann krank machen

Aktuell wird gespart. Die Kosten für Strom und Gas sind immens – so auch die Angst vor Nachzahlungen. Doch wer beim Wasser spart, riskiert seine Gesundheit.

Dortmund – Trotz verschiedener Maßnahmen der Bundesregierung ist die Angst vor der immensen Nachzahlung im kommenden Jahr groß. Daher lautet das Motto dieses Jahr bei vielen Deutschen: Heizung aus, Licht aus, warmes Wasser aus. Sparen. Doch das ist nicht immer eine gute Idee – denn vor allem kaltes Wasser kann sogar krank machen.

BakterienLegionellen
Wissenschaftlicher NameLegionella
Niedrigere KlassifizierungenLegionella pneumophila, Legionella longbeachae, Legionella erythra, Legionella jeonii

Wer in der Energie-Krise bei warmen Wasser spart, riskiert seine Gesundheit

Bei der neu entdeckten Sparsamkeit machen nicht nur private Haushalte mit. Auch städtische Einrichtungen oder Fitnessstudios drehen jetzt am Heizthermostat. So sinkt die Temperatur in einigen öffentlich zugänglichen Innenräumen auf 19 Grad. Warm anziehen ist also das Kredo für den Winter 2022/2023.

Manche Haushalte meinen es besonders gut, und drehen auch die Warmwassertemperatur herunter. Doch die Krankenkasse AOK Nordwest warnt: Das ist keine gute Idee und kann sogar krank machen. Denn wird die Wassertemperatur zu sehr heruntergedreht, steigt die „mögliche Vermehrung von Legionellen innerhalb der Trinkwasserinstallation und damit auch die Gefahr einer Infektion mit Legionellen“, heißt es in einer Mitteilung der Kasse. Legionellen seien eine unsichtbare Gefahr.

Legionellen im Wasser – Symptome einer Legionellose sollten nicht unterschätzt werden

Die im Wasser lebenden Bakterien fühlen sich vor allem bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad wohl und vermehren sich. Warmwasser- und Klimaanlagen, Schwimmbäder oder Whirlpools sind damit besonders anfällig. Dabei ist es nicht schlimm, wenn man Legionellen-haltiges Wasser trinkt. Problematisch wird es erst, wenn man feinste Wassertröpfchen einatmet – zum Beispiel beim Duschen.

Aber was macht die Bakterien überhaupt so gefährlich? Eine sogenannte Legionellose kann sich in zwei Ausprägungen zeigen:

  • Das Pontiac-Fieber verläuft mild und verursacht grippeähnliche Symptome wie Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen. Diese Variante heilt meist innerhalb einer Woche aus.
  • Mit der Legionärskrankheit hingegen in nicht zu spaßen. Die Legionärskrankheit mit Pneumonie ist eine Form der Lungenentzündung mit Husten, Fieber und Schüttelfrost. Sie muss mit Antibiotika behandelt – meistens auch im Krankenhaus. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann es auch zu Durchfall oder Verwirrtheitszuständen kommen. Bei etwa fünf bis neun Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung laut AOK tödlich.

Gefährdet sind vor allem Menschen mit einer schwachen Immunabwehr, bestimmten chronischen Krankheiten sowie ältere Menschen. Immerhin: Die Bakterien übertragen sich nicht von Mensch zu Mensch – Betroffene sind also nicht ansteckend (mehr Service-News bei RUHR24).

Legionellen im Wasser: Was tun gegen die krankmachenden Bakterien?

Was also tun, um sich vor einer üblen Infektion zu schützen? Der beste Schutz vor Legionellen ist eine ausreichend hohe Wassertemperatur des Trinkwassers. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt dazu, dass in einem Haus mit zentraler Wassererwärmung und zentralem Warmwasser-Speicher die Regler-Temperatur am Trinkwassererwärmer auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt sein sollte.

Denn: Ab einer Temperatur von 55 Grad Celsius wird das Wachstum der Bakterien wirksam gehemmt. Oberhalb von 60 Grad sterben sie sogar ab. In kaltem Wasser unter 20 Grad vermehren sich die Legionellen nicht nennenswert.

Legionellen fühlen sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad wohl.

Legionellen: Wasser nach längerer Zeit einige Minuten laufen lassen

Aber nicht nur eine zu geringe Wassertemperatur kann zur Gefahr werden. Auch wenn Leitungen in Haushalten eine Weile nicht genutzt wurden, ist Vorsicht geboten.

Gerade in der Urlaubszeit steigt die Legionellen-Gefahr. Daher sollte nach der Rückkehr das Wasser zunächst einige Minuten laufen, um das stehende Wasser in den Leitungen durch frisches zu ersetzen. Erst dann kann gefahrlos geduscht, gekocht oder getrunken werden.

Rubriklistenbild: © Wedel/Kirchner-Media/Imago

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