Vorsicht vor Lichtverschmutzung

Warnung vor Garten-Beleuchtung: Deko wird zur unterschätzten Gefahr

Wer seinen Garten nachts beleuchtet, schadet der Tierwelt, insbesondere Insekten. Experten haben daher klare Empfehlungen für Gartenbesitzer.

NRW – Ein stark beleuchteter Garten kann nicht nur für Gartenbesitzer, sondern auch für andere, weitaus kleinere Gäste tückisch sein. Treppenstufen oder Kellereingänge sind zur eigenen Sicherheit oftmals auch nachts beleuchtet, doch auch immer häufiger erstrahlen in Gärten verteilte Lampen in der Dunkelheit. Das kann besonders für bestimmte Gäste verheerende Folgen haben.

Naturschutzbund Deutschland e.V (NABU)deutsche nichtstaatliche Organisation mit dem Ziel, Natur und Umwelt zu schützen
Gründung1899 (Stuttgart)
Mitglieder707.531 (2021)

Gartenbeleuchtung bei Nacht frisst Strom und schadet der Tierwelt

Nicht nur, dass Gartenbesitzer in Zeiten explodierender Energiepreise Strom sparen können, wenn sie die Gartenbeleuchtung nachts ausschalten. Auch die Tierwelt wird es ihnen danken.

Künstliches, weißes und sehr helles Licht mit einem hohen UV- und Blauanteil, mache die Nacht zum Tage, weiß Ökotest. Und die Folgen dieser sogenannten Lichtverschmutzung können dramatisch sein. Schließlich würden Vögel früher anfangen zu singen und Insekten schwirrten um die Lichtquellen herum, anstatt nach Futter zu suchen.

Insekten werden durch starkes UV-Licht angelockt und können elendig verenden

Carsten Wachholz, Energie-Experte beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), will Gartenbesitzern die Konsequenzen einer nächtlichen Beleuchtung, insbesondere in den Spätsommernächten, aufzeigen. Die Unmengen an Insekten, die dadurch angelockt würden, seien schnell „in diesem Bann dieses künstlichen Lichtes gefangen, weil die sich normalerweise am Sternenlicht orientieren und jetzt auf eine viel, viel hellere Lichtquelle“ zusteuerten.

In letzter Konsequenz führe das dazu, dass die kleinen Tierchen „dann entweder an Erschöpfung“ sterben „oder dadurch, dass sie halt Beute für andere Tiere werden“. Besonders dann, wenn die Insekten in das Innere der Leuchtengehäuse gelangen, sei ein leidvolles Ende durch „Überhitzung oder weil sie einfach den Weg ins Freie nicht mehr finden“, garantiert.

Ökosystem im heimischen Garten wird durch Artensterben massiv beeinflusst

Gartenbesitzer, die glauben, dass ihr Ökosystem ohne die kleinen, oft eher lästigen Tierchen besser dastehe, befinden sich auf dem Holzweg. Denn durch Lichtverschmutzungen verursachtes Artensterben führe dazu, dass zahlreiche „Insekten am Ende in der Nahrungskette und für die Bestäubung von Pflanzen zum Beispiel fehlen“, erklärt Carsten Wachholz.

Melanie Conrad, Gartenexpertin des Nabu, zufolge würden durch starkes UV-Licht angelockte Insekten zudem ihre Energie für die Partner- und Nahrungssuche verlieren. Wenn es im heimischen Garten plötzlich nicht mehr summt und brummt, mag das zwar für manche Besitzer zunächst angenehm sein, doch ein langfristig defektes Ökosystem wird wohl kaum in ihrem Interesse liegen.

Gartenbeleuchtung bei Nacht kann Insekten schaden.

LED-Leuchten sparen nicht nur Energie, sondern schützen auch Insekten

Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Melanie Conrad, energiesparende LED-Leuchten, deren Licht keinen Blauanteil hat, für die Gartenbeleuchtung zu nutzen. So sparen Gartenbesitzer nicht nur Geld, sondern schützen auch die Insektenvielfalt. Außerdem sei es laut Ökotest ratsam, die Beleuchtung von Kellereingängen und Treppenstufen mit Bewegungsmeldern zu regulieren.

Der Nabu empfiehlt, Bäume und Hausfassaden erst gar nicht anzustrahlen und „nach oben gerichtete Lichtquellen für Dekorationszwecke“ zu vermeiden, um die Tierwelt nicht zu beeinträchtigen. Ebenso solle es nachts nicht nur im Garten, sondern auch vor der Garage oder der Haustür möglichst dunkel bleiben.

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