Vogel des Jahres 2022

Garten vogelfreundlich gestalten: mit diesen einfachen Tipps Vögel anlocken

Die Wahl zum „Vogel des Jahres 2022“ ist gestartet. Die Mehrzahl davon könnte man selbst im Garten haben. Falls nicht: Das ist zu tun, um die Tiere anzulocken.

Berlin (dpa/tmn) - Nicht nur die Bienen sind aufgrund von menschlichen Machenschaften in ihrem Lebensraum bedroht, sondern auch viele Vogelarten. Der Naturschutzbund (Nabu) ruft deshalb seit einiger Zeit die Menschen auf, den „Vogel des Jahres“ zu wählen und über einen gewissen Zeitraum zu zählen, wie viele Vögel im heimischen Garten zwitschern – und vor allem welche Arten umherfliegen. Aber was ist zu tun, wenn sich kaum ein Vogel im Garten blicken lässt?

Naturschutzbund DeutschlandNabu
Gründung 1899 in Stuttgart
Mitglieder756.400 (2020)

Vögel im Garten: Falsche Gestaltung ist lebensfeindlich für das Federvieh

Wer einen Vogel haben will, muss ihm eine Heimat bieten. Selbst wenn Vögel grundsätzlich hier heimisch sind, heißt das nämlich noch lange nicht, dass sie dort auch ein Zuhause finden. Denn: Viele Gärten sind lebensfeindlich.

Ein kurz geschorener Rasen, korrekt gestutzte Hecken, Gehölze ohne Beeren und Beete voller Zierpflanzen, die Insekten keine Nahrung bieten. All das sind Gründe zur Flucht für Vögel.

Kurzum, in vielen Gärten finden Vögel weder Futter noch Rückzugs- und Brutmöglichkeiten. Auch mit einem aufgestellten Vogelhäuschen und einer sauberen Wasserstelle ist es nicht getan. Zwar kann diese Unterstützung nicht schaden. Vögel brauchen aber vielmehr Bedingungen, unter denen sie möglichst selbstständig leben können.

Garten mit heimischen Pflanzen: Lieblingsfutter für die Vögel

Vögel ernähren sich oft von Samen und Früchten heimischer Pflanzen. Gute Beispiele sind etwa die Eberesche und der Weißdorn, zählt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf. Bis zu 63 Vogelarten stehen demnach auf die roten Beeren der Eberesche, die auch Vogelbeere genannt wird.

Man kann teilen: Beliebt bei Vögeln und Menschen gleichermaßen sind Obstsorten wie Birne, Holunder und Brombeere - man kann den Tieren ja ein paar Beeren bei der Ernte überlassen. Auch Rosen sind eine Empfehlung. Und zwar heimische Arten, die Hagebutten produzieren.

Aber auch, wer in seinem Garten etwas für Insekten tut, macht Vögeln eine Freude. Denn die ernähren sich nicht nur von heimischen Pflanzen, sondern eben auch von allem was summt und brummt.

Vögel anlocken mit heimischen Pflanzen im Garten und ihnen eine Unterkunft bieten

Welche Unterkunft Vögel vorziehen, ist von Art zu Art verschieden. Die Gartenvögel unter den Nominierten für den Titel «Vogel des Jahres 2022» spiegeln das Spektrum gut wieder: Der Feldsperling brütet in Baumhöhlen, die Mehlschwalbe an Gebäuden und der Bluthänfling in Hecken. Ein vogelfreundlicher Garten ist daher nicht die eine Heimat, er bietet viele Lebensräume.

Und im kleinen Garten – da kann man ja nicht so viel pflanzen und gestalten? Die einfachste Maßnahme ist laut Nabu wieder das Stehenlassen: Wer an einigen Stellen Unkraut stehen und ein wenig Herbstlaub liegen lässt, bietet Lebensräume für Insekten. Ein Reisighaufen und eine nicht gemörtelte Natursteinmauer bieten Nistmöglichkeiten für Rotkehlchen und Zaunkönig.

Ein Wiedehopf steht auf einem Ast. Er steht zur Wahl zum „Vogel des Jahres“ 2022. Nun kann von der Bevölkerung wieder abgestimmt werden.

Letztlich sind auch die erwähnten Kästen eine Hilfe: Man sollte dann jedoch jene wählen, die die weniger häufig vorkommenden Vogelarten unterstützen. Also sogenannte Meisen- oder Starenkästen für Gartenrotschwanz oder Bachstelze aufhängen.

Vogel des Jahres 2022: Welches Tier wird der Nachfolger vom Rotkehlchen

Jeder kann mit abstimmen, um den Nachfolger für das Rotkehlchen zu finden: Gesucht wird der «Vogel des Jahres 2022». Aus den 307 in Deutschland beobachtbaren Arten haben die Organisatoren - der Naturschutzbund (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern - fünf Kandidaten zur Stichwahl vorab ausgewählt: Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe,  Steinschmätzer und Wiedehopf.

Rubriklistenbild: © Paul Gläser/NABU/CEWE/dpa

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