Schnitttechnik

Garten-Tipp: Chelsea Schnitt sorgt für mehr Blüten

Für einen üppigen Wuchs von Stauden, empfehlen Gärtner Knospen abzuschneiden. Der sogenannte „Chelsea Chop“ soll zu kräftigen Blüten verhelfen.

Bornhöved (DPA) - Eine besondere Schnitttechnik aus England hat ihren Weg in deutsche Gärten gefunden. Nach der traditionellen Schnittweise sollen Stauden länger blühen. Der sogenannte „Chelsea Chop“ sollen die Pflanzen zudem zu einem buschigen und verzweigteren Wuchs verhelfen. Der Schnitt soll die Stauden auch davor bewahren an ihrem Saisonhöhepunkt umzukippen.

Garten-Tipp: „Chelsea Chop“ bei Stauden – so funktioniert die Schnitttechnik

Und wie funktioniert die Schnitttechnik? „Dafür kürzt man Ende Mai einige Triebe bestimmter Staudenarten um etwa ein Drittel“, erklärt Svenja Schwedtke, Staudengärtnerin aus Bornhöved (Schleswig-Holstein). „Und das, obwohl sie schon Knospen ausgebildet haben.“

Hohe Stauden, schöne Blüten - mit der richtigen Schnitttechnik gelingt der Staudengarten.

Sie fallen dem Schnitt aus gutem Grund zum Opfer: Die zurückgeschnittenen Triebe blühen später, als die beim Chelsea Chop ausgelassenen. Die Blütezeit der ganzen Staude wird damit um ganze vier bis sechs Wochen verlängert (mehr zu Garten-Themen bei RUHR24).

Garten-Tipp: Besonderer Schnitt ist gut für die beliebtesten Gartenstauden

Der Chelsea Chop ist laut Svenja Schwedtke zum Beispiel bei diesen Stauden möglich: Sonnenhut (Rudbeckia / Echinacea), Phlox, Indianernesseln (Monarda), Hohe Fetthenne (Sedum telephium und spectabile) sowie Glattblatt- und Rauhblatt-Astern (Aster novi-belgii und novae-angliae). Es gibt zwei Wege zum Ziel: Entweder man entfernt einige Triebspitzen verteilt über die gesamte Pflanze, was insgesamt zu dichterem Wuchs und einer längeren Blüte der ganzen Staude führt.

Oder man kürzt nur die äußeren Triebe ein. Dann wird die Pflanze in sich stabiler und fällt nicht so auseinander, wie sie es sonst vielleicht tun würde, erklärt Svenja Schwedtke. Dadurch kann man auf Stützen für die Stauden verzichten. „Und der kürzere Neuaustrieb verdeckt manche kahlen Stängel in der Pflanzenmitte.“

Löwenmäulchen sind ebenfalls beliebte Sommerblumen, die keine hohen Ansprüche für einen üppigen Wuchs haben. Zudem haben sie gleich mehrere Vorteile im Garten.

Wer Stauden wie die Flammenblume (Phlox) richtig schneidet, fördert deren Wuchs und verlängert ihre Blütezeit.

Ob Stauden entsprechend auseinanderfallen, hängt von den Sorten ab, kann aber auch eine Folge der guten Nährstoffversorgung des Bodens sein, so Schwedtke. „Ich würde die Pflanzen in meinem Garten beobachten, wie sie sich benehmen, und danach entscheiden, welche Chop-Variante man wählt.“

Der Name der Schnitttechnik geht übrigens auch auf eine Tradition zurück: Die „Chelsea Flower Show“ ist ein Mekka für Gartenliebhaber im gleichnamigen Londoner Stadtteil. Da sie auch Ende Mai stattfindet, ist der „Chelsea Chop“ nach ihr benannt. Und „chop“ (sprich: tschopp) steht im Englischen für abschneiden oder kürzen.

Rubriklistenbild: © Blickwinkel/Imago

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