Den Tieren zuliebe

Gartenarbeit: Hecke und Büsche vor dem 1. März schneiden – danach ist es verboten

Milde Temperaturen und Sonnenschein: Die Gartensaison hat begonnen. Eine bestimmte Gartenarbeit muss man noch vor dem 1. März erledigen – danach ist sie verboten.

Deutschland/NRW – Sonnenschein und milde Temperaturen haben uns am vergangenen Wochenende einen Vorgeschmack auf den Frühling gegeben. Viele Menschen zieht es jetzt nach draußen. In den ersten Tagen nach dem Frost starten auch zahlreiche Gartenbesitzer mit der Pflege ihrer Pflanzen. Eine Arbeit in Garten sollte man dabei unbedingt noch vor dem 1. März erledigen – danach ist sie nicht mehr erlaubt. Es droht sogar ein hohes Bußgeld.

Bundesnaturschutzgesetzregelt Naturschutz und Landschaftspflege
Inkrafttreten am24. Dezember 1976
Inkrafttreten der letzten Änderung am27. Juni 2020

Gartenpflege noch schnell erledigen: Schnittarbeiten von März bis September verboten

Nach den kalten Wintertagen zieht es viele Gartenliebhaber aktuell nach draußen. Um Gartenbesitzern das Pflanzen von Blumen zu ermöglichen, ist es ab sofort in NRW auch wieder zulässig, in Gartencentern oder Baumärkten Pflanzen oder Zwiebeln zu kaufen.

Wer in seinem Garten größere Schnittmaßnahmen vornehmen möchte oder Büsche oder Hecken komplett entfernen will, muss dieses aber unbedingt noch vor dem 1. März tun. Denn danach ist das Stutzen von Hecken oder anderen Gehölzen bis zum 30. September per Gesetz untersagt. Auch 24Garten.de berichtet über die Brutzeit heimischer Vögel und die Bußgelder beim Hecke schneiden.

Festgelegt ist die entsprechende Regelung in Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes zum allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen. Darin heißt es, dass es verboten ist:

  • „Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen.“

Verbot von größeren Schnittarbeiten an Hecken und Gehölzen: Verstoß kann richtig teuer werden

Die Regelung betrifft alle Gartenbesitzer, Kleingärtner sowie auch die Kommunen, die für die Pflege öffentlicher Grünanlagen zuständig sind. Die Nichtbeachtung dieses Gesetzes kann dabei ganz schön teuer werden.

Wie das Magazin Mein schöner Garten berichtet, kann ein Verstoß schlimmstenfalls bis zu 50.000 Euro kosten. Denn es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit.

Hintergrund: Darum ist Hecke-Schneiden nach dem 1. März verboten

Das Gesetz soll brütende Vögel schützen. Denn diese suchen sich im Frühling häufig Hecken aus, um ein Nest zum Ausbrüten ihrer Eier zu bauen. Gerade bei dichten Hecken, die schlechten Einblick bieten, besteht die Gefahr, dass man beim Schneiden ihre Nester zerstört oder Vogeljunge verletzt.

Als Nist- und Brutstätten sind solche von dichten Blättern geschützte Hecken zugleich besonders beliebt. Das Gleiche gilt beispielsweise auch für Koniferen.

Verbot von größeren Schnittarbeiten zwischen März und September: Ein Gesetz soll Vögel und ihre Jungen schützen. (Symbolbild)

Hecke schneiden zwischen März und September: Gesetz wird oftmals falsch ausgelegt

Die gesetzlichen Vorgaben werden oftmals so fehlinterpretiert, dass das Schneiden komplett verboten sei. Dem ist nicht so.

Wie Mein schöner Garten erklärt, sind mit größeren Arbeiten der komplette Rückschnitt sowie stärkere Schnitte bis in das mehrjährige Holz gemeint. Ebenso natürlich auch das völlige Entfernen von Hecken und anderen Gehölzen.

Bundesnaturschutzgesetz: Schonende Form- und Pflegeschnitte sind ganzjährig erlaubt – Besitzer sollten aber auf Nester achten

Es ist folglich nicht gänzlich verboten, die Heckenschere anzusetzen. Vielmehr ist ein schonender „Form- und Pflegeschnitt“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig erlaubt. Wer seine Hecken und Büsche in Form bringen und unschönen Zuwachs entfernen will, kann das also durchaus tun. Auch das Entfernen von lästigem Überhang von Hecken ist demnach zulässig – beziehungsweise kann sogar Pflicht sein.

Gartenbesitzer sollten aber dabei unbedingt darauf achten, ob sich in der betroffenen Hecke nicht bereits ein Nest befindet. Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) bittet Gartenbesitzer grundsätzlich darum, im Interesse der Vögel auch auf einen Pflegeschnitt der Hecken zwischen März und September zu verzichten. Denn selbst bei einem schonenden Schnitt sei bereits ab März das Risiko groß, wieder bezogene Nester zu zerstören. 

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa