Sie sehen nicht immer gefährlich aus

Garten-Gefahr: Zehn giftige Pflanzen sind bedrohlich für die Gesundheit

Kunden stehen in einem Gartencenter an der Kasse an.
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Giftige Pflanzen werden auch in Baumärkten verkauft – im Zweifel sollte immer ein Verkäufer oder eine Verkäuferin zurate gezogen werden.

Die Sonne strahlt und somit ist die Gartensaison gestartet. Das birgt allerdings auch Gefahren. Denn besonders die hübschen Pflanzen können sehr gefährlich werden.

Dortmund – Lange konnte von Sommergefühlen keine Rede sein, doch allmählich zeigt sich die Sonne und die Temperaturen steigen. Das freut nicht nur uns Menschen, sondern auch die Pflanzenwelt. Der Startschuss für die Garten-Saison ist gefallen und wir können wieder in der Erde buddeln oder Pflanzen in die Balkonkästen stecken. Doch Vorsicht, manche der grünen Freunde sind giftig.

Giftigen Pflanzen im Garten sieht man ihre Gefahr nicht immer an

Gerade Menschen die nicht mit einem grünen Daumen geboren sind und einfach nur kreuz und quer Pflanzen setzen, die hübsch sind, sollten besonders aufpassen. Denn viele heimische Gartenpflanzen sind giftig – auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Das kann besonders zur Gefahr für Kinder und Haustiere werden.

„Zum Start der Gartensaison appellieren wir deshalb (...), sich vor dem Bepflanzen der heimischen Blumenbeete unbedingt darüber zu informieren, welche Pflanzen giftig sind und somit Gesundheitsgefahren auslösen können“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. 

Gift-Gefahr im Garten: Besonders Kinder sind durch die Pflanzen gefährdet

Beim Gang durch das Gartencenter oder durch die Gartenabteilung im Baumarkt springen sie einem wahrscheinlich besonders ins Auge: Viele giftige Pflanzen sind schön anzusehen und werden daher besonders häufig gekauft. Aber giftige Pflanzen wie die Ambrosia verbreiten sich auch von alleine immer weiter in Deutschland.

Wird der Garten oder der Balkon ausschließlich von Erwachsenen genutzt ist das kaum ein Problem – giftige Pflanzen sollten dennoch markiert werden. Für Kinder oder Haustiere können die Pflanzen allerdings zur echten Gefahr werden – gerade weil die Giftpflanzen so schön sind. Kinder sind sich der Gift-Gefahr nicht bewusst und fühlen sich von den schönen Blüten oder interessanten Früchten wie angezogen. Wer mit seinen Kindern den Garten gestalten* will, sollte auf ungiftige und pflegeleichte Pflanzen achten, wie 24garten.de berichtet.

Giftpflanzen nicht immer im gleichen Maße gefährlich – Symptome im Überblick

Dabei ist es generell schwierig zu bestimmen, wie giftig eine Pflanze ist und welches Gesundheitsrisiko nun wirklich von ihr ausgeht. „Der Wirkstoffgehalt kann innerhalb der gleichen Art, von einer Pflanze zur nächsten, stark schwanken. Es kann also sein, dass beispielsweise eine Goldregen-Pflanze im eigenen Garten weitaus giftiger ist als im Nachbar-Garten“, heißt es von der AOK.

Hinzu kommt, dass jeder Mensch und jedes Tier anders auf das Gift reagiert. Somit sind die Pflanzen nicht immer im gleichen Maße giftig*, darüber berichtet auch der Soester Anzeiger. So können auch die Symptome je nach Pflanze unterschiedlich ausfallen. Häufige Symptome einer Vergiftung laut Bundesamt für Risikobewertung (nicht vollständig):

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Haut- und Schleimhautreizung
  • Kalter Schweiß
  • Allergische Reaktionen der Haut
  • Herzrhythmusstörungen
  • Brennen
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühl
  • Schweres Erbrechen
  • Zittern
  • Krämpfe

Die zehn gefährlichsten Giftpflanzen im Garten

Dennoch gibt es gefährlichere und weniger gefährliche Giftpflanzen. Folgende sind die gefährlichsten Giftpflanzen im Garten: Eibe, Blauregen, Oleander, Thuja, Buchsbaum, Eisenhut (ein gutes und natürliches Mittel gegen Schnecken), Engelstrompete, Narzisse, Herbstzeitlose und Tollkirsche. Eine ausführlichere Liste bietet die Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universitätsklinik Bonn.

Grundsätzlich gilt: Bevor eine neue Pflanze in den Garten oder auf den Balkon einziehen darf, sollten Verbraucher sich darüber informieren, ob sie potenziell gefährlich ist (weitere aktuelle Warnung bei RUHR24).

Verbraucher, die sich unsicher sind, sollten sich vor dem Kauf informieren, ob eine Pflanze giftig ist.

Giftige Pflanzen im Garten: Erste Hilfe bei einer möglichen Vergiftung

Wenn es allerdings schon zu spät ist und die giftige Pflanze steht im Garten, sollten Kinder und Haustiere unbedingt Abstand zu der Pflanze halten. Wenn sich Kinder oder Haustiere doch einmal an den gefährlichen Pflanzen vergriffen haben, gilt zunächst einmal: Ruhe bewahren!

Restliche Pflanzenteile sollten aus dem Mund entfernt werden. Zur späteren Bestimmung ist es ratsam, Pflanzenteile aufzuheben. Die AOK rät davon ab, Erbrechen auszulösen, stattdessen sollte sofort der Notruf 112 verständigt werden. Auch die Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn (Giftnotruf Bonn) helfen rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0228-19240.

Video: Verwechslungsgefahr! Bärlauch hat einen giftigen Doppelgänger

Kohlepräparate sollten laut Apotheken Umschau nur in Rücksprache mit einem Arzt oder dem Giftnotruf verabreicht werden. Ist eine endoskopische Untersuchung nötig, kann Kohle diese stark erschweren. Auch auf Milch sollte verzichtet werden, sie beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme im Darm. *soester-anzeiger.de und 24garten.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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