Verkehrssicherheit

Ganzjahres- oder Sommerreifen: Umstieg lohnt sich nicht für alle Autofahrer

Kaum wird es draußen wieder wärmer, steht für viele Autofahrer der Reifenwechsel bevor. Das sollte man bei der Entscheidung zwischen neuen Sommer- oder Ganzjahresreifen beachten.

NRW – Ganzjahresreifen sind klar im Trend. Um sich den alljährlichen Reifenwechsel zu sparen, setzen immer mehr Autofahrer auf die „Alleskönner.“ Sowohl im Sommer als auch im Winter sind sie zugelassen – für viele Autofahrer klingt das verlockend. Doch wie schneiden die „Alleskönner“ während sommerlicher Temperaturen im Vergleich zu Sommerreifen ab?

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Sitz München

Autoreifen: Winter- und Sommerreifen nur bei entsprechenden Temperaturen fahren

Winter- und Sommerreifen sind auf kalte und warme Jahreszeiten spezialisiert und dürfen auch nur bei entsprechenden äußeren Bedingungen gefahren werden. Bei ihnen handelt es sich um zwei völlig verschiedene Reifentypen, die laut Autoratgeber atu.de jeweils ein unterschiedliches Profil und gegensätzliche Gummimischungen aufweisen.

Entsprechend streng ahndet der Gesetzgeber Fälle, in denen Autofahrer mit Sommerreifen im Winter unterwegs sind. Laut Winterreifenverordnung und der 2010 formulierten situativen Winterreifenpflicht muss der Reifen für das Fahren im Schnee oder Schneematsch geeignet sein, ansonsten drohen Strafen wie Punkte in Flensburg und Bußgelder nach der Straßenverkehrsordnung (mehr zu Auto und Verkehr bei RUHR24).

Autoreifen: „O-bis-O“-Regel gibt Autofahrern eine Orientierung

Demgegenüber ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer zwar nicht verboten, allerdings auch nicht ratsam, wie wa.de berichtet. Sowohl der Kraftstoffverbrauch als auch der Rollwiderstand sind wegen der weicheren Gummimischung auf der warmen Fahrbahn höher. Zudem verändert sich das Fahrgefühl, die schlechtere Bodenhaftung ist vor allem in Kurven deutlich spürbar. Das kann zu gefährlichen Verkehrssituationen führen.

Als einfache Faustregel empfiehlt der ADAC die „O-bis-O“-Regel: Von Oktober bis Ostern sollte man demzufolge mit Winterreifen, von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen fahren.

Autoreifen: Allwetterreifen bringen diese Vor- und Nachteile

Die Qualität von Ganzjahresreifen ist laut reifen-vor-ort.de in den letzten Jahren gestiegen, bei Tests konnten sie immer besser abschneiden. Außerdem sind die Allwetterreifen vermeintlich preiswerter, schließlich müssen sie nicht je nach Saison ausgetauscht werden.

Ganzjahresreifen haben weniger Lamellen als Winterreifen in ihrem Profil und sind in der Regel weicher, als die harten Sommerreifen. Bei starkem Schneefall greifen sie deshalb schlechter, bei trockenen Temperaturen kann der Bremsweg länger sein.

Höhere Temperaturen = Sommerreifen?

Autoreifen: Ganzjahresreifen lassen im Sommer mehr Gummi auf der Straße

Die Folge: Ganzjahresreifen verschleißen schneller als die „Wetter-Experten.“ Deshalb müssen auch die „Alleskönner“ regelmäßig ausgetauscht werden – und das kann mitunter teuer werden. Ein Satz hochwertiger Ganzjahresreifen kann gut und gerne auch mal 600 Euro kosten.

Autofahrer, die viel unterwegs sind, sollten sich die Anschaffung von Allwetterreifen gut überlegen. Im Sommer verlieren sie viel Profil, im Winter ist der Grip schlechter als bei Winterreifen – so kommt es auch hier zu einem regelmäßigen Reifenwechsel und mitunter hohen Kosten. Bei geringeren Distanzen können Ganzjahresreifen aber durchaus rentabel sein.

Autoreifen: Neue Sommerreifen können sinnvoll sein

Ganzjahresreifen bringen im kommenden Sommer einen schnelleren Verschleiß durch den höheren Abrieb und damit auch einen höheren Sprit- oder Stromverbrauch mit sich. Für Autofahrer, die sich das bei der aktuellen Entwicklung der Spritpreise nicht zumuten wollen, sind neue Sommerreifen, die nach neueren Tests nicht unbedingt teuer sein müssen, möglicherweise eine echte Alternative.

Rubriklistenbild: © Patrick Daxenbichler/Imago

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