Wirtschaft und Seuche

Beliebtes Weihnachtsessen wird knapp und teuer – Virus ist schuld

Der ein oder andere klagt nach Weihnachten über ein paar überschüssige Pfunde – bei den vielen Köstlichkeiten. Ein Festmahl wird 2022 zur Seltenheit.

Deutschland – Wer kennt es nicht: Nach den Weihnachtsfeiertagen wird erstmal der Knopf an der Jeans aufgemacht oder der Gürtel um ein, zwei Löcher gelockert. Über die Festtage wird bei vielen ordentlich aufgetischt. Von Familienessen zu Familienessen wird gerannt. Doch ein beliebtes Weihnachts-Mahl dürfte in diesem Jahr auf deutlich weniger Tafeln landen.

Beliebtes Weihnachtsessen wird knapp und teuer – Virus ist schuld

Die Weihnachtsgans wird 2023 knapp – noch knapper als im Vorjahr. Und teurer. Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist, wie bei so vielen Preissteigerungen, der Ukraine-Krieg. Denn die Futter- und Tierpreise wurden deutlich angehoben.

Herbert Dohrmann, der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) erklärte bei NTV, dass Futtermaterial wegen des Ukraine-Kriegs sehr viel teurer geworden sei. Auch der Einkaufspreis der Tiere selbst sei gestiegen: „Gänse waren auch 2021 und 2020 schon teurer geworden, aber in diesem Jahr sind die Einkaufspreise für uns um 40 Prozent gestiegen.“

Weihnachtsgans wird wegen Vogelgrippe knapp – Tiere fallen Pest zum Opfer

Aber nicht nur der Ukraine-Krieg erschwert das Auftischen der traditionellen Weihnachtsgans. Auch die Vogelgrippe macht das Festmahl zur echten Besonderheit an Weihnachten (mehr Service-News bei RUHR24).

Das Virus führe dazu, „dass immer wieder Tiere gekeult werden und nicht geliefert werden können“, so Dohrmann. Nutztiere keulen bedeutet in der Tiermedizin, diese zu töten, um Tierseuchen zu verhindern oder einzudämmen.

Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, erklärte bei NTV, dass allein in diesem Sommer in Deutschland wegen der Geflügelpest 40.000 Gänse getötet worden seien.

Weihnachtsessen wird teuer – aber Alternative ist nicht notwendig

Ein Leid, das deutschlandweit zu beobachten ist. Auch in NRW warnt man davor, dass die Weihnachtsgans wegen der Seuche in diesem Jahr auf nicht allzu vielen Tellern landen wird.

Teurer und knapper: Ukraine-Krieg und Seuche haben Auswirkungen auf das Weihnachtsfestmahl.

Die Geflügelbetriebe sind allerdings gegen die Vogelgrippe gewappnet. Bei Ausbrüchen werden Sperrzonen eingerichtet, in denen besonders strenge Auflagen für Geflügelhalter gelten.

Unbestritten ist jedenfalls, dass sich einige Familien an diesem Jahr zu Weihnachten wohl eine Alternative zur Gans suchen müssen. Aber glücklicherweise gibt es ja eine Vielzahl an köstlichen Weihnachts-Festmahlen.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand