Schattenseiten der Sonne

Frühling: Ärztin aus Dortmund warnt vor unsichtbarer Gefahr – heftige Spätfolgen drohen

Eine Dortmunder Ärztin warnt vor mangelndem Sonnenschutz im Frühling.
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Eine Dortmunder Ärztin warnt vor mangelndem Sonnenschutz im Frühling.

Endlich Frühling. Die Sonne hebt die Stimmung und bringt Farbe ins Gesicht. Viele unterschätzen dabei die Intensität – mit fatalen Folgen Jahrzehnte später.

Dortmund – Noch zeigt der Frühling sich nicht von seiner besten Seite. Und frostige Wetter-Prognosen bis in den Mai machen die Sache nicht besser. Daher muss jeder noch so kleine Sonnenstrahl ausgenutzt werden, wenn sich die Frühjahrssonne doch einmal zeigt. Aber Achtung – hier ist Vorsicht angesagt, warnt Dorothée Nashan, Dermatologin am Klinikum Dortmund.

KrankenhausKlinikum Dortmund gGmbH
FachbereicheU.a. Endokrinologie, Diabetologie, Rheumatologie
Anzahl der Betten1.559 Betten

Endlich Frühling: Warum man die Frühjahrssonne nicht unterschätzen sollte

Der Spaziergang an der frischen Luft hat seit dem letzten Jahr Hochkonjunktur und wurde zu einem beliebten Hobby der Deutschen. Der Aufenthalt im Freien soll der schlechten Stimmung aufgrund der Corona-Krise, aber auch der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen. Wenn sich jetzt auch noch die Sonne blicken lässt, heißt es: Nichts wie raus!

Sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, ist in diesen Tagen besonderes angenehm. Sie spendet Energie und ist noch nicht so intensiv wie im Sommer – denkt man. Denn auch die Frühjahrssonne ist nicht zu unterschätzen, warnt Dorothée Nashan, Direktorin der Hautklinik im Klinikum Dortmund.

Dorothée Nashan ist Dermatologin und Direktorin der Hautklinik im Klinikum Dortmund.

Sonne im Frühling nicht weniger intensiv als im Sommer – mit Folgen für die Haut

Die UV-Strahlung der Sonne sei aktuell nicht minder gefährlich, so die Ärztin. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen nach dem langen Winter noch etwas blass um die Nase aussehen und die natürlichen Schutzmechanismen der Haut noch nicht vollständig ausgebildet sind. Dabei könne die Sonne im Fühling bereits genauso intensiv sein wie im Sommer.

Wer nach dem langen Winter sich der Sonne ohne jeglichen Schutz aussetzt, riskiert daher schnell einen Sonnenbrand oder einer Sonnenallergie, erklärt Hautarzt Prof. Eckhard Breitbart von der Deutschen Krebshilfe auf 24vita*. „Eine von der Sonnenstrahlung entwöhnte Haut holt sich sehr schnell einen Sonnenbrand.“

Frühjahrssonne: Haut muss sich langsam an die Sonne gewöhnen

Im Sommer haben wir es längst verinnerlicht: Wer sich vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen will, muss sich eincremen. Im Frühling vergessen wir das gerne und oft. Dabei sei es jetzt mindestens genauso wichtig, erklärt Nashan und legt dramatische Fakten auf den Tisch:

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten und tritt häufig als Folge von mangelndem Sonnenschutz auf. Allein in Deutschland erkranken jährlich 23.000 Menschen an schwarzem und 250.000 an weißem Hautkrebs – und die Zahl der Erkrankten nimmt weiter zu, etwa um fünf Prozent jedes Jahr.

Intensive Frühjahrssonne: Expertin gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz

Insbesondere Menschen mit heller oder sonnenempfindlicher Haut sollten bereits im Frühjahr auf ausreichend Sonnenschutz achten. Auch Kinder oder Personen mit vielen Muttermalen müssten aufpassen, erklärt die Dermatologin. Für den richtigen Schutz hat Nashan auch direkt noch einige Tipps parat – die sowohl im Frühling als auch im Sommer zu beachten sind (mehr Lifehacks auf RUHR24).

  • Sonnencreme ist die naheliegendste Lösung, doch dabei sei es wichtig, sich nicht nur einmal einzucremen. „Man sollte den Sonnenschutz je nach Lebensstil und individuellem Risiko erneuern.“
  • Freizeitaktivitäten der Jahres- und Tageszeit anpassen: Spaziergänge am Vormittag oder späten Nachmittag seien eher angebracht als in der oftmals unterschätzten, aber intensiven Mittagssonne im Frühling.
  • Aber: Die Sonne sollte nicht komplett gemieden werden, denn die UV-Strahlen aktivieren die körpereigene Produktion von lebensnotwendigem Vitamin D, das für das Immunsystem, die Knochen und die Muskeln wichtig ist.

Video: Sonnenschutz: 8 Fehler beim Eincremen, die fast jeder macht

Haut vor der Sonne schützen: Warum es schon im Frühling wichtig ist

Die Expertin betont außerdem, warum es gerade so wichtig ist, rechtzeitig mit dem Schutz vor der Sonne zu beginnen und vor allem auch das ganze Jahr darauf zu achten. „Die Haut vergisst Sonne nicht. Man kann sich das vorstellen wie bei einem Langzeitkonto: Alle Folgeschäden durch zu viel Sonne machen sich im Alter bemerkbar“, erklärt Nashan.

Auch 24vita* berichtet: Schützt sich jemand nicht ausreichend vor der Sonne und es kommt immer wieder zu Sonnenbrand, ist das Risiko für Hautkrebs im Alter höher. Eine UV-Überbelastung in jungen Jahren, könne sich erst Jahrzehnte später bemerkbar machen, so die Ärztin. Deshalb sei intensiver Sonnenschutz äußerst wichtig – egal zu welcher Jahreszeit.

Die Sorge, dass Sonnencreme, die Bildung von Vitamin D im Körper blockiere, stimme dabei nicht. Es ist also völlig unbedenklich, sich regelmäßig mit Sonnenmilch einzucremen – im Gegenteil: Es ist sogar förderlich. *24vita ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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