Haarschnitt nur für Geimpfte?

2G oder 3G beim Friseur? Welche Corona-Regeln jetzt gelten

Erkennt man Ungeimpfte bald an ihrem fehlenden Haarschnitt? Denn die aktuellen Corona-Beschlüsse sehen eine bundesweite 2G-Regel vor – auch beim Friseur.

Dortmund – Es fühlt sich an wie ein Déjà-vu. Während man sich im Winter 2020 oftmals fragte, was aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt geöffnet hat, stellt sich in diesem Jahr nun mehr die Frage: Muss ich geimpft oder genesen sein, um ins Theater, ins Restaurant oder gar zum Friseur zu können? Denn im Rahmen der letzten Bund-Länder-Konferenz (18. November) hat man sich auf eine bundesweite 2G-Regel geeinigt. Das hat auch Auswirkungen auf den Friseurbesuch.

Corona-Lage in DeutschlandStand: 23. November 2021
7-Tage-Inzidenz laut RKI399,8
7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen5,6
Zahl der Neuinfektionen45.326

2G beim Friseur: Diese Corona-Regeln müssen Kunden beachten

Grundsätzlich gilt seit dem 18. November: Ab einer bestimmten Hospitalisierungsinzidenz (die Zahl der ins Krankenhaus eingewiesenen Corona-Infizierten) wird die 2G-Regel in Innenräumen zur Pflicht. Ab welchem Wert, welche Regelung greift, hängt von der Höhe der Hospitalisierungsrate ab. Sie ist wie folgt gestaffelt:

  • Hospitalisierungsrate von 3,0: Schwellenwert für 2G-Regel
  • Hospitalisierungsrate von 6,0: 2G-Plus tritt in Kraft
  • Darüber hinaus: Ab einem Schwellenwert von 9,0 sollen für die Bundesländer weitgehende Kontaktbeschränkungen, beispielsweise für Ungeimpfte, möglich sein.
  • Von der Regel ausgenommen sind alle unter 18-Jährigen.

Konkret heißt das: Werden innerhalb von sieben Tagen mehr als drei Personen pro 100.000 Einwohner in einer Region mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert, dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene beispielsweise zum Friseur, ins Restaurant oder ins Kosmetikstudio.

Zur Einordnung: Aktuell (Stand: 23. November) liegt die Hospitalisierungsrate bundesweit bei 5,6. Ob deshalb nun 2G beim Friseur gilt, ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich (mehr Corona-News bei RUHR24 lesen). Auch interpretieren die einzelnen Bundesländer die Maßnahmen unterschiedlich.

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Friseur-Besuch trotz Corona: 2G- oder 3G-Regel hängt von der Hospitalisierungsrate ab

Generell gilt jedoch: Liegt die Hospitalisierungsrate also über 3, müssen Kunden bei ihrem nächsten Friseur-Besuch einen Nachweis mitbringen, der zeigt, dass sie geimpft oder genesen sind. Das kann entweder über den Eintrag im (digitalen) Impfpass erfolgen, der offenlegt, dass man seit mindestens 14 Tagen vollständig gegen Corona geimpft ist. Oder über einen Nachweis, dass man als genesen gilt. Dieser darf allerdings nicht älter als sechs Monate sein.

Für alle Personen, die weder geimpft noch genesen sind, ist der Zugang zum Friseur bei einer Krankenhausinzidenz über 3 verboten. Für Angestellte beim Friseur gilt – wie auch für andere Arbeitnehmer – ab sofort die 3G-Regelung.

Ab einer Hospitalisierungsrate von 3 dürfen sich nur Geimpfte und Genesene beim Friseur die Haare schneiden lassen.

2G beim Friseur: Diese Ausnahmen müssen Kunden beachten

Steigt die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern weiter und die Hospitalisierungsrate liegt über 6, müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Corona-Test bei ihrem Friseur-Besuch vorweisen. Was bei einer Inzidenz über 9 passiert, ist aktuell noch unklar. Laut der Verbraucherzentrale.NRW könnte ein mögliches Szenario sein, dass dann Friseure ähnlich wie zu Beginn der Pandemie wieder schließen müssen.

Erst wenn die Hospitalisierungsrate unter 3 sinkt, können auch Ungeimpfte wieder zum Friseur – allerdings nur mit einem negativen Ergebnis eines Antigen-Schnelltests. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden alt sein. Bei einer Inzidenz unter 3 gilt grundsätzlich die 3G-Regel für körpernahe Dienstleistungen. Dazu zählen nicht nur der Friseur, sondern auch Barbiere, Kosmetikstudios und die Fußpflege.

Nach aktuellem Stand (23. November) liegt die Krankenhausrate nur in wenigen Bundesländern unter 3. Dazu zählen Hamburg (2,48) und Niedersachsen (2,59). In Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt die Inzidenz bereits über 11. Und auch Bayern nähert sich der 10er-Marke. In NRW liegt die Rate bei am Dienstag (23. November) 4,22.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen bei der Umsetzung. So hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) für NRW beispielsweise entschieden, dass Ungeimpfte unabhängig von der Krankenhausrate weiterhin zum Friseur dürfen. Kunden sollten sich vor ihrem Termin im besten Fall beim Friseur erkundigen, welche Maßnahmen gelten.

Maskenpflicht beim Friseur: Darauf müssen Kunden sich einstellen

Unabhängig von der Hospitalisierungsrate gilt jedoch für alle Kunden und Mitarbeiter eines Friseursalons – egal ob geimpft, genesen oder getestet – folgende Regel: die Maskenpflicht. Kann der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden, muss eine medizinische Maske getragen werden.

Rubriklistenbild: © Magdalena Troendle/dpa

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