Zum zweiten Mal im Jahr 2020

Freitag, der 13.: Welcher Mythos hinter diesem Datum steckt

Freitag, der 13.: Zum zweiten Mal im Jahr 2020 lehrt der Blick in den Kalender Abergläubige das Fürchten. Dabei ist die Angst vor dem Datum Quatsch.

Dortmund - Freitag, der 13. November: Was für die meisten Menschen ein Tag wie jeder andere ist, sorgt bei Abergläubigen seit dem Aufstehen für einen erhöhten Puls. Immerhin gilt das Datum im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren können.

TagFreitag, der 13.
VolksglaubeTag, an dem besonders viele Unglücke passieren können
Bezeichnung der PhobieParaskavedekatriaphobie

Freitag, der 13.: Aberglaube hat seinen Ursprung in der christlichen Kultur

Die Geschichte hinter der Furcht vor Freitag, dem 13. hat ihren Ursprung im Wesentlichen in der christlich-abendländischen Kultur und ist schnell erzählt. Die Zahl Zwölf symbolisiert gemäß jener Kultur die Ordnung. Das Jahr besitzt zwölf Monate, ein Tag dauert zwei Mal zwölf Stunden, es gibt zwölf Sternzeichen und Jesus versammelte beim letzten Abendmahl zwölf Jünger um sich.

Da die Zahl 13 auf die zwölf folgt, sprengt sie diese Ordnung. Im deutschen Volksmund wird die 13 deshalb auch als „Dutzend des Teufels“ bezeichnet. Aber welche Rolle spielt dabei der Freitag?

Ganz einfach: Jesus wurde, so heißt es in der Bibel, an Karfreitag - einem Freitag - gekreuzigt. Gläubige Christen bringen bis heute ein sogenanntes Freitagsopfer, um des Todes Jesu zu gedenken - meistens, indem sie auf Fleischspeisen verzichten. Fällt der 13. eines Monats also auf einen Freitag, ist das vermeintliche Unheil perfekt.

Freitag, der 13.: Unverhältnismäßig viele Unglücke sind ein Irrglauben

Dabei ist ein Freitag, der 13. keine Seltenheit. Mindestens einmal und höchstens dreimal im Kalenderjahr taucht er auf. Unverhältnismäßig viele und nennenswerte Unglücke sind an jenem Datum in der Vergangenheit nicht geschehen - im Gegenteil.

Wie die Zürich Versicherung festgestellt hat, sind Freitage generell relativ schadensreich. Handelt es sich jedoch um den 13. des Monats, gebe es rund 10 Prozent weniger Meldungen. Möglicherweise lassen viele Menschen an einem Freitag, den 13. besondere Vorsicht walten.

Aberglaube um Freitag, den 13.: Hochhäuser verzichten auf Etage Nummer 13

Der Mythos um Freitag, den 13. hält sich dennoch wacker. Die Angst vor dem Tag hat sogar einen Fachbegriff: „Paraskavedekatriaphobie“. Der Begriff leitet sich von den griechischen Begriffen „paraskeue“ (Freitag), „dekatria“ (dreizehn) und „phobos“ (Angst) ab. Die weniger ausgeprägte Form „Triskaidekaphobie“ bezeichnet hingegen nur die Angst vor der Zahl 13.

Um abergläubische Menschen zu beruhigen, verzichten manche Hotels auf die Zimmernummer 13, in Hochhäusern wird die 13. Etage nicht selten zur 14. Der Flughafen Ronald Reagan Washington National Airport in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington, D.C. hat im Terminal B kein Gate 13.

Der Ronald Reagan Washington National Airport hat im Terminal B kein Gate 13.

Zu weitaus drastischeren Maßnahmen griff man im 19. Jahrhundert. In Paris entstand der Job des Quatorzième („der Vierzehnte“). Seine Aufgabe: Als professioneller Extragast für Tischgesellschaften in angemessener Kleidung verhindern, dass 13 Gäste an einer Tafel sitzen. Denn bei 13 Gästen, so war man sich sicher, müsse einer sterben.

Übrigens: Gelegentlich wird auch der „schwarze Freitag“, also der Zusammenbruch der New Yorker Böse 1929 und der folgenden Weltwirtschaftskrise als Grund für die Angst vor Freitag, dem 13. genannt. Der Börsencrash fiel allerdings weder auf den 13. (es war der 24. Oktober 1929) noch auf einen Freitag. Der Dow Jones stürzte in den USA bereits am Donnerstag ab. Einzig aufgrund der Zeitverschiebung sprach man in Europa vom „Black Friday“.

Freitag, der 13.: Was passierte im März 2020?

Der heutige Freitag, der 13. ist bereits der zweite im Kalenderjahr 2020. Den ersten gab es im März. Er war so etwas wie der Beginn der Einschränkungen, ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie (die Entwicklungen im NRW-Ticker). Etliche Bundesländer beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen, und die Fußball-Bundesliga unterbrach bis auf Weiteres ihren Spielbetrieb.

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